Das ist SM?

      Sicher ist in diesem Oberbegriff Sadismus enthalten, daneben steht aber auch der Begriff Masochismus,
      Definition für Empfindungen, allerdings ohne seelisch oder körperlich zu unterscheiden.
      Ich wollte genau diese Unterscheidung darstellen! Seelische Schmerzen sind für mich dauerhafter!
      Also, dann bis auf weiteres!
      @Norbert Das stimmt durchaus. Während Striemen nach ein paar Tagen verblassen, können seelische Verletzungen lange nachwirken. Aber welcher Dom will denn absichtlich psychisch schaden?
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      Das Brennen in der Lunge, wenn die Atemreduktion greift.
      Das Zappeln in einer Fesselung, wenn man nicht mehr raus kann, während die Feder über den Körper kitzelt.
      Der Wunsch der nicht erfüllt wird.
      Die Bitte, der man nicht nachkommt.
      Wenn eine zärtliche Berührung den Körper verwöhnt, obwohl man den Schmerz erwartet.
      Das höhnische Lachen, wenn man vor lauter Muskelkater nicht mehr laufen kann.
      Das Spiel mit der eigenen Unzulänglichkeit.
      Orgasmusfolter bis hin zum lachen.

      Mein SM (und ich bin mit Nichten maso) findet auf einer anderen Ebene im Erleben statt.
      Ich mag es, wenn mein Körper mir meine Grenzen aufzeigt. Wenn ich nicht mehr weiß wo hinten und vorne ist und auch das Spiel mit der Ungewissheit, liebe ich sehr.
      Während mir der Rohrstock einfach nur Angst macht, habe ich herausgefunden, dass Sadismus für mich in ganz anderen Bereichen gut zu finden und auch zu genießen ist.
      ~ Fly as you might ~

      Rehlein schrieb:

      @Norbert

      Voll okay, wenn das nicht dein Kink ist.
      Beachte bitte, dass es trotzdem für viele hier dazugehört SM einvernehmlich auszuleben. Wir sind hier in einem BDSM Forum - bitte vermische keine nicht einvernehmliche Gewalt mit einvernehmlichem BDSM.
      Ich vermische gar nichts, lese in den Beiträgen jedoch auch mit...
      Es gibt viele Empfindungen in jede Richtung, auch bei uns!, Einvernehmlichkeit ist ja Basis, sonst wäre es zum Teil an der Grenze...
      Also, dann bis auf weiteres!

      Norbert schrieb:

      Ich vermische gar nichts, lese in den Beiträgen jedoch auch mit...Es gibt viele Empfindungen in jede Richtung, auch bei uns!, Einvernehmlichkeit ist ja Basis, sonst wäre es zum Teil an der Grenze...
      Lieber Norbert,

      es geht hier nicht darum, was Sadismus im pathologischen Sinn ist, sondern darum, was Sadismus für einen jeden im BDSM-Kontext ist. Es ging mir beim Erstellen des Threads auch nicht darum zu erfahren, was wer nicht mag sondern darum was für Facetten des Sadismus in der jeweiligen Beziehung zum Tragen kommen, wie sich die eigene Wahrnehmung von Sadismus vielleicht verändert hat und ich würde mich freuen, wenn der Thread auch weiterhin in diesem Sinn verläuft.
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall

      Hera schrieb:

      Books schrieb:

      ....
      Liebe Doms und subs, verratet doch mal was für Euch Sadismus ist und wo er innerhalb Eurer DS-Beziehung Platz findet.
      Ich führe zwar keine DS-Beziehung aber das Zufügen von Schmerzen hab ich als Empfänger aus zwei verschiedenen Motivationen heraus erlebt. Zum einen, um meine Lust und Erregung zu erfahren und daraus selbst gleiches für sich zu ziehen. Auf der anderen Seite (für mich neu...seit nunmehr einem dreiviertel Jahr :love: ) aus einer tatsächlich sadistischen Neigung heraus. Er freut sich wie ein kleines Kind, wenn sich auf meiner Stirn Schweißperlen bilden, mein Gesicht sich vor Schmerz verzerrt oder ich anfange zu fluchen.
      Letzteres ist für mich Sadismus. Und der bringt mMn eine ganz andere Dynamik mit ins Spiel als wenn es als "Gefallen" bzw. "Dienstleistung" erfolgt, was nicht abwertend gemeint ist :pardon:
      @Books
      Mir ist durchaus bewusst, dass SM ohne DS und DS ohne SM möglich ist. Nur fragte Hera halt auch danach, wo Sadismus in unserer DS-Beziehung seinen Platz findet und dazu kann ich nichts schreiben, da ich keine solche Beziehung führe und es auch nicht vorhab.
      Ich wollte lediglich aufzeigen, dass es für mich einen Unterschied macht, ob mein Gegenüber mir mit dem Zufügen von Schmerzen "einen Gefallen" tun möchte oder ob er tatsächlich aus einem sadistischen Antrieb heraus handelt.

      Hera schrieb:

      Books schrieb:

      Im DS kann SM sehr wohl seinen Platz haben, warum auch nicht? SM hat allerdings mehr Facetten als Schlagen…. Was auch sehr interessant sein kann…
      Stop anderes Thema.:-)
      So schnell hat man bei SM immer den "Bullwhipe schwingen Dom vor Augen" ....
      Liebe Doms und subs, verratet doch mal was für Euch Sadismus ist und wo er innerhalb Eurer DS-Beziehung Platz findet.
      Ich hab erst vor einer Weile einen Thread in einem anderen Forum dazu gelesen und deshalb auch gerade erst ganz frisch das Thema mit meinem aktuellen Partner angerissen.

      Soviele Doms/Männer (Frauen habe ich dazu nicht befragt, deshalb kann ich dazu nichts sagen) bezeichnen sich als Sadisten, sind aber in meinen Augen auch nur Reaktionsfetischisten.
      Da fließt keine negative Wertung mit ein, es ist ja per se nichts Schlechtes.

      Sadismus bedeutet für mich: ich habe Spaß daran, den anderen leiden zu sehen. In welchem Ausmaß und bis zu welcher Grenze, sei jetzt mal dahingestellt. Punkt.

      DS ist etwas, dass bei mir nur sehr gering zu tragen kommt, daher spielt Sadismus hier keine Rolle. Es kommt gar nicht soweit, dass ich Leid ertragen muss, um dem anderen zu gefallen.
      Allerdings hatte ich auch schon die Konstellation, die mich in diese Richtung gefordert hat und mein Kopf hat es gebraucht. In geringem Maße, aber immerhin.
      Wenn die Tränen fließen, wenn man seine Position kaum mehr halten kann, wenn einen der x-te Orgasmus überrollt und schon mehr schmerzhaft als angenehm ist, wenn jeder Schlag nur mehr eine zischende Reaktion hervorruft und man nichts davon mehr in Lust umwandeln kann..
      Dafür ist in meiner Wahrnehmung Ds nötig, da sonst meinerseits keine Ambition vorhanden ist, das auszuhalten.

      Und ja, in meiner Welt findet sowas immer im Konsens statt - alles andere hat mit BDSM nichts mehr zu tun.

      D7 hat dazu im Veri-Bereich einen sehr tollen Beitrag verfasst, der mich auch dazu gebracht hat, mich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen. Sehr spannend, danke dafür :)

      Um zum Threadtitel noch was zu sagen: SM als Überbegriff ist für mich das Spiel mit dem Schmerz im beiderseitigen Einverständnis solange es noch nicht über die Grenzen des 'Wohlfühlens' hinausgeht. So wird es bei uns aktuell praktiziert. Ich erhalte an Schmerz soviel, wie ich gut und lustvoll verarbeiten kann und da das eine Menge ist, sind wir hier auch noch an keiner Grenze angekommen. Wie erwähnt, gibt es bei uns quasi keine Ds-Komponente.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MalinaLina ()

      MalinaLina schrieb:

      Soviele Doms/Männer (Frauen habe ich dazu nicht befragt, deshalb kann ich dazu nichts sagen) bezeichnen sich als Sadisten, sind aber in meinen Augen auch nur Reaktionsfetischisten.
      Das finde ich einen sehr spannenden Ansatz, magst Du das mal vertiefen? Wo ist es für Dich eher Reaktionsfetischismus und wo ist es Sadismus, oder gehört beides zusammen?
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall

      Hera schrieb:

      MalinaLina schrieb:

      Soviele Doms/Männer (Frauen habe ich dazu nicht befragt, deshalb kann ich dazu nichts sagen) bezeichnen sich als Sadisten, sind aber in meinen Augen auch nur Reaktionsfetischisten.
      Das finde ich einen sehr spannenden Ansatz, magst Du das mal vertiefen? Wo ist es für Dich eher Reaktionsfetischismus und wo ist es Sadismus, oder gehört beides zusammen?
      Reaktionsfetischismus empfinde ich als etwas positiv Gelagertes. Wenn du so fragst, kann es natürlich auch andersrum ausgelegt werden. (Danke für den geistigen Input ;))

      Simples Beispiel aus der letzten Kommunikation mit besagtem Partner:
      Er schlägt mich (beispielsweise) und erhält eine positive Rückmeldung, lustvolles Stöhnen. Er hat daran seinen Spaß und genau diesen mag er auch. Er bringt mich in Richtung meiner Grenzen im positiven Sinne. Er muss sie nicht erreichen, aber er steigert kontinuierlich. Wenn er merkt, es kommt keine gewünschte Reaktion mehr (wenn ich nicht mehr kann oder abdrifte), stoppt er oder pausiert und lässt mich wieder runter kommen. In dieser Zeit zieht er aus weiteren Aktionen keine Befriedigung mehr. Anschließend geht es weiter.

      Wäre er Sadist, so meine Überlegung, würde er auch an einem Punkt weitermachen, an dem von mir keine positive Rückmeldung mehr kommt. Das würde seine Lust aber schmälern, nicht fördern.
      Ja, so sehe ich das auch, ein Sadist setzt sich seine Grenzen selbst ohne Rücksicht!
      Bei uns wird auch ein Strafmass festgelegt, welches einen gewissen Rahmen aus Erfahrung umfasst!
      Dabei geht es je nach Konstitution auch über das Erträgliche hinaus, aber ist das dann schon Sadismus?
      Also, dann bis auf weiteres!

      Norbert schrieb:

      ein Sadist setzt sich seine Grenzen selbst ohne Rücksicht!
      Das ist dann aber ein Sadist im krankhaften Sinne und kein Sadist, wie man ihn im BDSM-Kontext versteht.
      Ohne Rücksicht klingt für mich jedenfalls nicht nach Einvernehmlichkeit.

      Ein Sadist im Sinne von BDSM will sein (masochistisches) Gegenüber nicht kaputtmachen.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.
      Ich glaube, ein Unterschied ist auch:
      Ein Sadist im BDSM-Kontext weiß es zu schätzen, dass er seinem Gegenüber Schmerzen zufügen darf - und geht dementsprechend mit ihm um.
      Ein Sadist im pathologischen Sinne findet hingegen findet keine Befriedigung darin, wenn es ihm erlaubt ist, sein Gegenüber zu quälen.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.

      Zofe schrieb:

      Ich glaube, ein Unterschied ist auch:
      Ein Sadist im BDSM-Kontext weiß es zu schätzen, dass er seinem Gegenüber Schmerzen zufügen darf - und geht dementsprechend mit ihm um.
      Ein Sadist im pathologischen Sinne findet hingegen findet keine Befriedigung darin, wenn es ihm erlaubt ist, sein Gegenüber zu quälen.
      Fakt ist aber: beide fügen Schmerzen zu, die das Gegenüber aushält und daraus rein körperlich oder emotional (bei psychischer Spielerei) keine Befriedigung zieht.
      Die Wertschätzung, den Schmerz geben zu dürfen, ändert ja nichts an der Situation, dass persönliche Grenzen in irgendeinem Ausmaß überschritten werden.
      (Und bitte nicht falsch verstehen: das ist immer noch alles ohne Wertung kommentiert!)

      Da kommt natürlich wieder der Konsens zum Tragen und die Tatsache, dass der Sadist beim Ausüben von BDSM einen Partner hat, der, aus welchen Gründen auch immer, daraus auch selbst etwas mitnimmt und wenn nur das innere Bedürfnis befriedigt wird, dem anderen Gutes zu tun und/oder gefügig zu sein.

      MalinaLina schrieb:

      Fakt ist aber: beide fügen Schmerzen zu, die das Gegenüber aushält und daraus rein körperlich oder emotional (bei psychischer Spielerei) keine Befriedigung zieht.

      MalinaLina schrieb:

      daraus auch selbst etwas mitnimmt und wenn nur das innere Bedürfnis befriedigt wird, dem anderen Gutes zu tun und/oder gefügig zu sein.
      Hmmm, das widerspricht sich für mich im BDSM-Kontext schreibst Du ja selbst, wird auch ein Bedürfnis des Gegenübers befriedigt.

      Können wir bitte beim BDSM-Kontext bleiben und nicht immer wieder ins pathologische Abdriften.
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall