Treffen sich zwei im Hotel

      Treffen sich zwei im Hotel

      Hier im Forum liest man des öfteren, dass Hotelzimmer geeignete Orte für BDSM Sessions wären.

      Da ich aus beruflichen Gründen ziemlich oft in Hotels übernachte kann ich dies nicht ganz nachvollziehen. Die Geräuschkulisse einer Session überfordert doch die Schallisolation der meisten Hotelzimmer. Und gerade in Hotels habe ich keinen Einfluss auf meine Nachbarn. Sollte sich nebenan z.B. eine Familie mit Kindern befinden, so ist das angrenzende Zimmer sicherlich nicht der Beste Ort für eine Session.

      Klar besteht immer mal die Möglichkeit, dass die Umstände günstig sind und sich eine Session auch im Urlaubshotel durchführen lässt. Allerdings extra für eine Session ein normales Hotelzimmer zu beziehen in der Hoffnung, dass die Umstände eine Session erlauben halte ich doch für nicht wirklich zielführend.

      Jetzt würden mich eure Meinungen oder Erfahrungen bezüglich Sessions in Hotels interessieren.

      Würdet ihr ein Hotelzimmer für eine Session gezielt nutzen und dann am nächsten Morgen gemütlich mit den anderen Hotelgästen Frühstücken?

      Aus welchem Grund wird ein Hotelzimmer den eigenen vier Wände vorgezogen?

      Außnahmen wie BDSM Apartments (deren Lage wohl eine ungestörte Session gewährleisten?) und BDSM Hotels während einer BDSM Messe mal ausgenommen.
      Ich kann deine Bedenken / Fragen gut nachvollziehen und habe mich manches Mal ebenfalls über solche Aussagen gewundert. Denn auch ich muss des Öfteren in Hotels übernachten und als optimaler Ort für eine Session erschienen sie mir selten. Aber: Auch ich hatte schon Sessions in Hotels. Diese waren aber nie wirklich geplant, sondern haben sich mit meinem damaligen Partner einfach so ergeben. Es waren dann natürlich eher ruhigere Sessions. ^^

      Eine Session muss ja nicht zwingend laut sein. Es kommt ganz darauf an, was zwischen den Partnern stattfindet. Eine Session kann sehr DS-lastig sein und dafür weniger SM-Anteile haben. Dom sexuell zu Diensten zu sein, ist auch nicht unbedingt laut. Schmerzen zufügen kann man auch anders als mit knallenden Peitschen. Und manche Sub, so wie ich z. B., erträgt Schmerzen auch eher still anstatt zu schreien, zu jammern und zu winseln. Ich verarbeite den Schmerz meistens eher über die Atmung und über Entspannung als über Laute.

      Für mich ist ein Hotel dennoch kein geeigneter Ort für eine Session, weil ich dort nie wirklich loslassen kann. Ich möchte mich nicht beherrschen müssen, weil mich sonst jemand hören könnte. Und ich fände es auch schade, auf bestimmte Schlagwerkzeuge verzichten zu müssen, wenn wir gerade eigentlich beide Lust darauf hätten. Ich möchte auf solche Dinge einfach nicht achten müssen, denn dann kann ich mich nicht so fallen lassen, wie es für eine erfüllende Session 'nötig' ist.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.
      Hotelzimmer sind oft alles andere als geeignet für Sessions. Abhängig von der persönlichen Situation manchmal aber ganz praktisch. Anonym, kurzfristig verfügbar, üblicherweise beheizt und mit Dach über dem Kopf. Betten gibt es auch. Grade tagsüber ist die Problematik mit der Geräuschkulisse auch nicht so ausgeprägt…
      Geht schon, ist meine Erfahrung aber ideal ist anders…
      Meine Erfahrungen wie die von @Mr. Cane decken sich.
      Wir hatten im Hotel in fast allen Fällen immer den Impuls, leise zu sein und zu flüstern.
      Die akustischen Auswirkungen der Sub kann man ja etwas abstellen, aber bereits das Auftreffen von Rohrstock, Paddel oder der bloßen Hand ist aus meiner Sicht bereits zu laut.
      Wenn wir heute im Urlaub sind, Städtereisen machen, ist meine Art sie zu diszipliniert eine komplett andere, als zuhause.
      Irgendwie mit gebremstem Schaum...
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Man kann durchaus die Art des Spieles dem räumlichen Setting anpassen. Auf dem Lande hab ich , die damals die Buchungen und Auswahl für Zimmer
      übernommen hat, die Erfahrung gemacht, dass es nicht so einfach ist, überhaupt [/b]ein Tageszimmer zu bekommen.

      Warum ein Hotelzimmer?
      Weil es erstmal die einzige Wahl war... ZUHAUSE war keine sturmfreie Bude und im noch " Ehebett" verweilen, macht sich nicht so gut :sofa: und auf der anderen Seite war zu dieser Zeit auch eine symbiotische Verbindung ganz besonderer Natur.

      Daher war es erstmal die erste Wahl bis wir im Gutshof ein flexibeles Paradies auf Zeit fanden. :thumbup:

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      Ich für mich kann mir auch für die Zukunft vorstellen, dass mindestens das erste Treffen im Hotel stattfindet.
      Zu einem mir noch relativ Fremden würde ich ungern fahren und zu mir nach Hause würde ich diesen ebenso ungern lassen.
      Das Hotel bietet da doch die scheinbare Sicherheit, dass mich die Reinigungskraft nach dem geplanten Auschecken finden würde.
      Das Vertrauen wächst ja erst mit der Zeit.

      Bei Fernbeziehungen wäre es eine Alternative, wenn Ferienhäuser ausgebucht sind.
      Und gerade das Leise-sein-müssen hat für mich einen Reiz.

      Ich habe bisher aber auch keine stundenlangen Sessions kennengelernt, es waren eher kurze Sequenzen, dafür öfters.
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Also ich wurde in einem Hotel gross, und ich lebe mittlerweile wieder in einem Hotel. Wir haben im Dachgeschoss ne Wohnung. Mein Haus ist mehr als 200 Jahre alt und ich kann nur sagen, Sessions habe ich bisher hier nicht erlebt und das liegt nicht daran dass die Zimmer so schallisoliert sind, sondern vielmehr daran, dass hier ausser unseren in unserer Wohnung keine stattfinden. Ich achte allerdings auch darauf wann ich die Zimmer unter uns besetze.
      Beschwerden über zu lauten Sex habe ich schon öfter gehabt, von daher wüsste ich es wenn hier anderes stattfinden würde in meinen 4 Wänden. Ich denke vieles was man über solche Sessions liest, kommt aus dem Land der Träume.
      Ich bin beruflich oft unterwegs und habe viele Hotels gesehen. Gelegentlich waren welche dabei, wo ich mir eine Session sehr gut vorstellen könnte. Dicke Türen, Räumen die hinter einer Ecke/Flur sind, also nicht direkt an die Zimmertüre grenzen.

      Erstaunlich finde ich, dass ich regelmässig BDSM-kompatible Möbel und Inneneinrichtung finde. Der Klassiker sind Garderoben, oft mit Seil- oder Kettenkonstruktionen an der Decke befestigt.

      So ganz könnte ich mich vermutlich nicht Fallen lassen in einem Hotelzimmer. Es würde aber für mich einen grossen Reiz ausmachen, leise sein zu müssen um "nicht erwischt zu werden".

      Meine Herrin weiss, das eine Session im Hotelzimmer ein sehnlicher Wunsch von mir ist, es kam aber noch nie dazu. Wenn ich alleine reise, verbringe ich oft schöne Stunden auf dem Zimmer, heisse Badewanne und private time mit Mastrubatoren und Plugs (das Einverständnis der Herrin vorausgesetzt).
      Es kommt auch ganz sicher auf Lage und Art des Hotels an. Wer mitten in der Stadt, womöglich an einer Hauptstraße, in einem günstigen Hotel nächtigt, hat womöglich weniger Probleme mit Geräuschen als derjenige der das 5-Sterne-Hotel mit Alpenpanorama bucht.
      Und es ist natürlich auch abhängig von der Art und Weise, was die Spielgefährten von einer Session "erwarten". Wenn es nur gut ist wenn es laut klatscht und die Lustschreie jedem Rockkonzert Konkurrenz machen, dann wird es in jedem Hotel schwierig. Es gibt aber sicherlich viele leise Spielarten, die auch gerade von vielen Paaren mit Kindern ohnehin das größere Repertoire stellen werden.

      Und anderenfalls gilt es kreativ zu sein, ein eingeschalteter Fernseher in Kombination mit der Dusche und dem Fön nehmen sicherlich so manchem Lustschrei und Paddelklatscher die Aufmerksamkeit... :dusche: :paddel: :peitsche1:
      Dominanz und Arroganz sind nur auf den ersten Blick artverwandt
      Ich halte Hotels auch nicht per se für geeignet, auch wenn ich selbst schon Sessions in einem Hotelzimmer und einer Ferienwohnung hatte. Es kommt halt darauf an was man tut, wie man es tut...

      Aber mal als Gegenfrage: stellen wir uns vor Dom und Sub leben zusammen in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder getrennt, aber eben auch Wand an Wand mit den Nachbarn. Wenn jetzt beide hellhöriger wohnen und die Nachbarn Familien mit kleinen Kindern sind, ist dann zuhause generell Knebelpflicht und Impact Play-Verbot, wenn Nachbars nicht gerade im Urlaub sind? ;) (scherzhaft gemeint).

      Ich habe bei Hotelzimmern gelauscht ob ich Nachbarn 'höre' bzw. wie hellhörig es ist und man kann ja das Spiel daran anpassen.

      Mr. Cane schrieb:



      Jetzt würden mich eure Meinungen oder Erfahrungen bezüglich Sessions in Hotels interessieren.

      Würdet ihr ein Hotelzimmer für eine Session gezielt nutzen und dann am nächsten Morgen gemütlich mit den anderen Hotelgästen Frühstücken?

      Aus welchem Grund wird ein Hotelzimmer den eigenen vier Wände vorgezogen?
      Meine Sessions fanden bisher hauptsächlich in Hotelzimmern statt.

      Wenn man in den eigenen vier Wänden nicht spielen kann, weil Kinder da sind, dann muss man Sessions auslagern.
      Und wenn Spielpartner weiter auseinander wohnen, dann kann man sich in der Mitte treffen.
      Ich habe mich schon in Ferienwohnungen getroffen, aber noch öfters in Hotels.
      Denn für Treffen, die nur wenige Stunden dauern, lohnt sich eine Ferienwohnung nicht.
      Ja, man sollte leise sein. Aber meine Sessions waren noch nie laut.
      Ein paar Mal wurde Musik im Hintergrund angestellt.
      Ein einziges Mal bleiben wir eine ganze Nacht und frühstückten morgens mit den (wenigen) anderen Gästen. Das war überhaupt kein Problem.
      Es waren, wie @KrisDom schrieb, immer eher anonyme Stadthotels, deswegen gab es auch nie Probleme.
      Übrigens kann man die Hotels, die Tagesbuchungen annehmen, unter "Get a dayroom" suchen.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      Da zu einer unangenehmen Situation immer mind. 2 Parteien gehören, muss schon viel zusammenkommen damit aus einer Session in einem Hotelzimmer ein Drama mit anderen Gästen wird. Gerade von Menschen die BDSM praktizieren glaube ich da mehr auf eine Rücksichtnahme, als bei Menschen die sich zum Seitensprung treffen. Ich glaube auch, dass gerade moderne Hotels trotz Modulbauweise eine gute Schallisolation bieten.
      Die Eingangsfrage war aber ja auch, ob man sich gezielt ein Hotelzimmer für eine Session sucht. Ich würde dies unter bestimmten Voraussetzungen auf jeden Fall in Betracht ziehen, die da unter anderem wären:
      • Eine neue Beziehung ist im Aufbau, und es besteht schon der Wunsch zu einer Session ohne das private Umfeld preiszugeben
      • Die häuslichen Begebenheiten lassen eine Session einfach nicht zu (Erdgeschosswohnung ohne Rollläden in der Fußgängerzone, Zimmer in einer WG, Wohnheim)
      • Familiäre Gründe die nicht "auslagerbar" sind, wie etwa pflegebedürftige Angehörige
      • Einfach der Reiz an der Sache :D
      Wenn dann kein spezielles BDSM-Appartement zur Verfügung steht, oder vielleicht preislich nicht in Frage kommt, dann würde ich ein Hotelzimmer dem Verzicht allemal vorziehen.
      Dominanz und Arroganz sind nur auf den ersten Blick artverwandt
      Naja, da müssten aber schon viele Umstände zusammen kommen um ein Hotel als einzigste Ausweichmöglichkeit zu sehen.
      Und dies auch noch bei allen Beteiligten.

      Ich bin überrascht, dass dies doch so verbreitet zu sein scheint.

      Kinder können auch mal abgegeben werden (Familie, Freunde usw.) Und dies auch unabhängig ob eine Session ansteht oder nicht.

      Wohnungen können so hergerichtet werden, dass eine Session möglich ist. In den meisten Studentenwohnheimen interessiert dies sowieso niemanden.

      Die Wahrscheinlichkeit meine Nachbarn richtig einschätzen zu können ist wohl etwas höher, als diese bei unbekannten Hotelgästen.

      Im übrigen finde Ich, dass es einen Unterschied macht, ob ich eine Wohnung besitze (auch als Mieter) oder zu Gast in einem Hotel bin.

      Wenn ich einer Person nicht soweit vertraue, um sie zu mir nach Hause einladen zu wollen, würde für mich persönlich auch keine Session in einem Hotel in Frage kommen.

      Solche spontane Aktionen könnte ich mir höchstens in einem BDSM Club vorstellen und da würde ich nicht von einer Session sprechen.

      Desweiteren bringt meiner Meinung nach ein erstes Treffen in einem Hotel nicht mehr Sicherheit, als ein Treffen bei jemandens Zuhause. Zumal ein Hotelzimmer nicht eine Person als Cover ersetzt.

      Aber am Ende kommt es ja nur darauf an, einen für sich persönlich gangbaren Weg zu finden.



      Bitte lasst aber nicht das Wasser die ganze Zeit laufen, in der ihr euch um eure/euren Sub kümmert :old: .
      @Lieschen^^ Naja, wenn das Kind zu jung ist, um alleine etwas mit Freunden zu unternehmen. Und kein soziales Netzwerk besteht, kann ich ja auch keine Zeit (ohne das Kind) in einem Hotel verbringen.

      Und bei dem meisten Studentenbuden, die ich kenne juckt dies sowieso niemanden.

      Aber ja, Ich bezweifle nicht, dass es Konstellation gibt, in denen ein Hotel eine adequate Lösung darstellt.

      Mr. Cane schrieb:

      Wenn ich einer Person nicht soweit vertraue, um sie zu mir nach Hause einladen zu wollen, würde für mich persönlich auch keine Session in einem Hotel in Frage kommen.
      Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Vertrauen und eine gewisse Vertrautheit sind für mich Grundvoraussetzungen für eine Session. Ich muss mein Gegenüber bereits kennen. Ohne emotionale Nähe würde bei mir überhaupt keine Session stattfinden.

      Davon abgesehen fühle ich mich während einer Session am wohlsten und sichersten, wenn mir die Umgebung vertraut ist, weil ich mich dann einfach am besten fallen lassen kann. In Hotels bin ich nur ein Gast in einem fremden Zimmer und kann nicht 'tun und lassen, was ich will'. Dort wäre mir eine Session wahrscheinlich wirklich nur mit einem festen Partner möglich, den ich schon lange und eben wirklich gut kenne.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.