Fernbeziehung

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      Fernbeziehung

      Moin Moin,

      ich hoffe ich habe für meine Frage das richtige Unterforum erwischt.

      Um den Hintergrund meiner Frage vielleicht etwas besser verständlich zu machen, schreibe ich erstmal etwas zu den Umständen aus welchen meine Frage gewachsen ist.
      Ich bin absoluter Neuling im D/S Bereich und BDSM generell. Klar, es gab immer Fantasien und ja über die Jahre hab ich auch immer mal wieder Filmchen angeschaut die ich ansprechend fand. Real gab es keinerlei Berührungspunkte. Ich war gut 23 Jahre in einer Beziehung (davon jetzt knapp 8 Jahre Ehe) und lebe seit einem Jahr in Trennung.

      Vor ein paar Monaten lernte ich online eine Frau kennen. Es passte vom ersten Moment an. Der gleiche Humor, die gleiche Faszination füreinander, wir haben uns einfach richtig gut verstanden. Erste Gefühle entstanden...von beiden Seiten. Es wurde mehr und mehr, stundenlanges Schreiben, dann stundenlange Telefonate. Wir merkten, dass wir gut zueinander passten. Dann erzählte sie, dass sie devot ist, jahrelang einen Herrn hatte und wollte wissen wie ich das finde. Nunja, leicht überfordert...aber sehr interessiert. Und so wurde dies sehr oft ein Thema beim Schreiben. Es machte Spaß, sehr viel Spaß...mir und auch ihr. Und es wuchs. Und es erregte uns beide.

      Aufgrund der Entfernung und ihrer familiären Situation konnten wir uns nicht einfach so treffen. Es gab 3 Treffen "auf neutralem" Boden, die alle sehr schön, sehr romantisch und sehr prickelnd waren. Allerdings, da es jeweils nur ein paar Stunden waren gab es zwar leichte D/S Momente aber nichts tiefergehendes. Im Laufe der Zeit merkte ich eine Veränderung bei ihr und wir sprachen darüber. Sie liebte das liebevolle, das romantische, die Tatsache, dass sie bei mir sein konnte, wie sie wollte (ein Mädchen, eine Frau die sorglos macht was sie möchte) und für mich im Mittelpunkt stand. ABER sie sagte mir auch, das Spiel, das devote, das D/S, die Kontrolle...es fehlt ihr sehr. Und sie sagte mir auch, sie tut sich immer schwerer ins Spiel einzusteigen, weil zum einen ihr alter Herr noch zu tief in ihren Gedanken ist und zum anderen, weil ihr eben das Reale fehlt...was wir so zurzeit noch nicht umsetzen konnten.

      Ebenso war es für sie ein Problem, das Spiel und dann den romantischen, liebevollen Teil zu trennen. Klar, mir fiel das nicht wirklich schwer. Eben noch flirten wir am Telefon miteinander und im nächsten Augenblick habe ich ihr eine Aufgabe gegeben (nur ein Beispiel...). Ich konnte hin und her springen. Sie konnte das nicht. Es wurde immer schwerer für uns. Naja lange Rede, kurzer Sinn...es zerbrach...

      Und um nun endlich zu meiner Frage zu kommen (wahrscheinlich sind es mehrere).
      Kann diese Art der Beziehung den funktionieren, also eine Fernbeziehung in der beide Seiten vorhanden sind. Das Spiel und das romantische?

      Sicherlich...wenn beide Seiten etwas wollen, dann schafft man alles. Aber gibt es Fehler, die ich, die wir hätten vermeiden können? Dinge die wir hätten beachten sollen. Ein wenig habe ich mich schon belesen. Stichwort "Keyword", um zu signalisieren, dass das Spiel startet. Ja hatten wir anfangs im Chat, aber irgendwann startet es (von beiden Seiten) einfach so, ohne dieses Keyword.

      Und etwas, dass ich so gar nicht beurteilen kann. Ist es wirklich so, dass irgendwann eine Grenze erreicht ist, bei der die Fernbeziehung nicht mehr ausreicht OHNE die reale Bindung zu stärken (vor dem Hintergrund, dass sie von sich sagte sie ist sehr devot und braucht Strenge und Kontrolle)? Ein großes Thema waren KONSEQUENZEN für sie. Ja wir hatten Regeln, Aufgaben und kleine Strafen. Aber im Endeffekt sagte sie...es hat ja eigentlich keine Konsequenzen für sie...nichts Körperliches. Es kam einmal soweit, dass sie eine Strafe bekam, sie konnte sie (für mich absolut nachvollziehbar) aus familiären Gründen für mehrere Tage nicht ausführen. Tja...und nun...eine Strafe wegen Nichterfüllung der Strafe? Das Problem der fehlenden Konsequenzen. Ich sehe das Problem selbst, aber hatte zu dem Zeitpunkt keinerlei Ahnung, was ich tun kann. Aus der Ferne, ohne die Nähe, ohne den körperlichen Kontakt.


      So, ich höre an dieser Stelle mal auf :/ Ich komme von hundertsten ins tausendste. Wer bis hierhin durchgehalten hat...sorry, wenn ich geschwafelt habe oder wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Aber ich gebe zu, das ganze Thema ist für mich noch so neu, dass es nicht leicht ist, es in Worte zu fassen. Und...es ist nicht sooo leicht für mich, mich "fremden" Menschen in dieser Art und Weise zu öffnen :rot: Aber mich bewegt dieses Thema sehr und ich fand die ersten Berührungspunkte viel zu schön, als dass ich aufgeben möchte. Irgendwann wird ein neues Kapitel kommen und ich möchte mögliche Fehler, die ich machte, vermeiden...

      Shaldrim schrieb:



      Kann diese Art der Beziehung den funktionieren, also eine Fernbeziehung in der beide Seiten vorhanden sind. Das Spiel und das romantische?
      Ja, das geht. Es kostet halt Zeit und Aufmerksamkeit und geht deswegen besser, je offener es daheim ausgelebt werden kann.
      Wenn Sub sich für Aufgaben, Regeln und Strafen immer extra verstecken muss, damit es der Ehepartner nicht mitbekommt oder Zeit und Aufmerksamkeit wegen kleiner Kinder oder schwer pflegebedürftiger Angehöriger knapp sind, gehts eher schlecht.


      Shaldrim schrieb:



      Ebenso war es für sie ein Problem, das Spiel und dann den romantischen, liebevollen Teil zu trennen. Klar, mir fiel das nicht wirklich schwer. Eben noch flirten wir am Telefon miteinander und im nächsten Augenblick habe ich ihr eine Aufgabe gegeben (nur ein Beispiel...). Ich konnte hin und her springen. Sie konnte das nicht. Es wurde immer schwerer für uns. Naja lange Rede, kurzer Sinn...es zerbrach..
      Ich verstehe diese Trennung auch nicht ganz. Meine Herren der Vergangenheit waren auch im Machtgefälle liebevoll und auch immer mal wieder romantisch dazwischen. Ich wüsste gar nicht wie man das trennen soll.
      Was man trennen kann, ist Machtgefälle und Augenhöhe und auch das liegt nicht jedem. Ich zB kann auch nicht von Augenhöhe ins Machtgefälle und wieder zurück springen. Das ist eine Spielart des BDSM. Man nennt dieses Springen EPE. Wenn du Machtgefälle nur manchmal in bestimmten Sitautionen möchtest, brauchst du eine Partnerin, der es ebenso geht.

      Shaldrim schrieb:



      Und etwas, dass ich so gar nicht beurteilen kann. Ist es wirklich so, dass irgendwann eine Grenze erreicht ist, bei der die Fernbeziehung nicht mehr ausreicht OHNE die reale Bindung zu stärken (vor dem Hintergrund, dass sie von sich sagte sie ist sehr devot und braucht Strenge und Kontrolle)?
      Das ist auch wieder eine Typsache. Manche suchen reine Online-Beziehungen, mir wäre das zu wenig, ich will es wenigstens ab und an auch real erleben. Du brauchst den passenden Gegenpart.

      Zum Thema Konsequenzen:
      Man kann auch online sehr effektiv strafen. Wenn sie die Strafe tagelang nicht ausführen konnte, verliert sie etwas die Wirkung, das stimmt, aber dann ist erstens die Familiensituation bei ihr zu Hause dem BDSM abträglich. Und zweitens war die Strafe nicht darauf abgestimmt. Es wäre also vielleicht eine gute Idee, einfach eine andere Form des Strafens zu wählen.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      @Shaldrim für Neulinge gibt es hier auch Paten.
      Fehler: Sei nicht so streng mit dir. Jede/r stand mal am Anfang. Das braucht seine Zeit.
      Und ja, Fernbeziehungen können funktionieren, aber beide sollten dann kommunizieren, was sie brauchen und wie sie sich das vorstellen.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin

      Amarena schrieb:

      Ich verstehe diese Trennung auch nicht ganz. Meine Herren der Vergangenheit waren auch im Machtgefälle liebevoll und auch immer mal wieder romantisch dazwischen. Ich wüsste gar nicht wie man das trennen soll.
      Was man trennen kann, ist Machtgefälle und Augenhöhe und auch das liegt nicht jedem. Ich zB kann auch nicht von Augenhöhe ins Machtgefälle und wieder zurück springen. Das ist eine Spielart des BDSM. Man nennt dieses Springen EPE. Wenn du Machtgefälle nur manchmal in bestimmten Sitautionen möchtest, brauchst du eine Partnerin, der es ebenso geht.
      Erst einmal vielen Dank für Deine Antwort.
      Ihr Problem war, nach ihrer aussage hat sie in ihren Beziehungen nie wirklich sowas wie dauerhaft liebevoll, zärtlich, romantisch erlebt. In ihrer Ehe (15 Jahre jetzt glaub ich) gar nicht, bis auf den Anfang. Und der Herr den sie hatte, da war es halt nur das D/S...mit ein wenig Alltag und nach den Sessions ein wenig Zuwendung. Das hat sie wohl sehr geprägt. Täglicher Kontakt, 1 x die Woche gesehen zu Sessions.


      Amarena schrieb:

      Ja, das geht. Es kostet halt Zeit und Aufmerksamkeit und geht deswegen besser, je offener es daheim ausgelebt werden kann.
      Wenn Sub sich für Aufgaben, Regeln und Strafen immer extra verstecken muss, damit es der Ehepartner nicht mitbekommt oder Zeit und Aufmerksamkeit wegen kleiner Kinder oder schwer pflegebedürftiger Angehöriger knapp sind, gehts eher schlecht.
      Ja, ihr privates Umfeld ist definitiv ein Problem gewesen, ein riesiges. Ich habe es wahrgenommen, aber war mir über die Tragweite nicht bewusst.



      Amarena schrieb:

      Das ist auch wieder eine Typsache. Manche suchen reine Online-Beziehungen, mir wäre das zu wenig, ich will es wenigstens ab und an auch real erleben. Du brauchst den passenden Gegenpart.
      Naja wir wollten beide KEINE reine Onlinebeziehung, nur ließ es sich in den Monaten nicht anders realisieren und im Endeffekt war es auch zu kurz als das es hätte richtig wachsen können.



      Amarena schrieb:

      Zum Thema Konsequenzen:
      Man kann auch online sehr effektiv strafen. Wenn sie die Strafe tagelang nicht ausführen konnte, verliert sie etwas die Wirkung, das stimmt, aber dann ist erstens die Familiensituation bei ihr zu Hause dem BDSM abträglich. Und zweitens war die Strafe nicht darauf abgestimmt. Es wäre also vielleicht eine gute Idee, einfach eine andere Form des Strafens zu wählen.
      Ja, definitiv. Und da war zum einen meine Unerfahrenheit das Problem...was sind "sinnvolle" Strafen. Zum anderen war das Problem, dass es für sie zu dem Zeitpunkt schon immer weniger greifbar wurde.

      newblackshaddow schrieb:

      @Shaldrim für Neulinge gibt es hier auch Paten.
      Fehler: Sei nicht so streng mit dir. Jede/r stand mal am Anfang. Das braucht seine Zeit.
      Dankeschön :)

      Ja nicht so streng mit mir selbst sein, ich gebe zu das fällt mir manchmal schwer. Und im Gegenzug, das weiß ich mittlerweile, hätte ich strenger zu ihr sein müssen. Ich habe zu oft nachgegeben wenn es um irgendwas ging, sie meinte "och nö jetzt nicht" und von mir dann kam "ok, na gut, aber später"

      Zum Thema Paten...öhm, ich habe das hier zwar schon gelesen. Aber was genau steckt dahinter? Wie kann ich mir das vorstellen. Und wie bekomme ich einen Paten?

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      Du klickst den Reiter Forum an und scrollst ganz nach unten zum Thema Organisation, da findest du das Unterthema Paten.

      Strafen gleich erledigen: das ist immer so eine Sache und hängt von den Umständen ab, in denen man lebt.
      Bei uns ist es zum Beispiel so, dass mein Dom und ich verheiratet sind, aber nicht miteinander. Während mein Mann mit dieser Beziehung einverstanden ist, weiß seine Frau nichts von mir.(Seine Sache). Jeder hat Kinder und Enkel, da klappt das nicht immer Aufgaben sofort zu erledigen. Die werden aber so schnell wie möglich umgesetzt und es wird kommuniziert. Ein „och nö“ ist allerdings kein Grund, dass hätte Konsequenzen.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      Danke @newblackshaddow da werde ich nachher mal schauen.

      Mit den Strafen, ja "leichter" besser umzusetzen, kreativer sein. Aber die Konsquenzen, da muss ich zugeben habe ich auch jetzt keine Ahnung, welche das hätten sein können ohne dass wir uns sehen. Das einzige was mir einfällt...ich hätte sie damit "strafen" können nen Tag lang nicht zu schreiben oder ans Telefon zu gehen. Hmmm ja, ich fürchte damit hätte ich mir fast mehr weh getan als ihr :rot:

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      Man kann Strafen auch in ein Strafbuch eintragen, dann werden sie beim nächsten Treffen „abgearbeitet“. Aber da können dir die anderen Doms hier sicher Tipps geben.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin

      Shaldrim schrieb:

      . Das einzige was mir einfällt...
      Ich musste zB knien und über meinen Fehler nachdenken, manchmal 10 Minuten, manchmal kürzer.
      Einmal musste ich mir seine Initialen auf die Fußsohlen schreiben und eine Stunde bei jedem Schritt daran denken, dass ich seine Regeln mit Füßen trete.
      Einmal musste ich eine Woche lang eine recht demütigende Sprachnachricht schicken.
      Meistens war es schon eine große Strafe, ihn enttäuscht zu haben.
      Strafen müssen ja nicht immer nur Schläge sein.
      Manche Doms lassen ihre Subs einen Aufsatz zum Thema schreiben oder andere Dinge.
      Da eine online-Beziehung hauptsächlich den Kopf fixxt, sind auch Strafen, die hauptsächlich den Kopf mitnehmen sehr wirkungsvoll. Kontaktabbruch ist aber eine Strafe, die bei mir ein Tabu ist und generell viele Subs überfordert.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      Danke sehr, es sind durchaus Anregungen, die mir nicht in den Kopf gekommen sind.
      Ja und der Kontaktabbruch...das wäre schon an mir gescheitert. Dafür gab es auch viel zu viel Alltag, Romantik, liebevolles...

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      Shaldrim schrieb:

      Kann diese Art der Beziehung den funktionieren, also eine Fernbeziehung in der beide Seiten vorhanden sind. Das Spiel und das romantische?
      Meiner Erfahrung nach ja. Natürlich kann eine D/s-Beziehung auch "romantische" Anteile haben - mir selbst würde etwas sehr Wichtiges fehlen, wenn es unerwünscht wäre, mich meiner sub liebevoll und einfühlsam zu widmen.

      Shaldrim schrieb:

      Aber gibt es Fehler, die ich, die wir hätten vermeiden können? Dinge die wir hätten beachten sollen. Ein wenig habe ich mich schon belesen. Stichwort "Keyword", um zu signalisieren, dass das Spiel startet. Ja hatten wir anfangs im Chat, aber irgendwann startet es (von beiden Seiten) einfach so, ohne dieses Keyword.
      Ein Kardinalfehler bei der Beziehungsanbahnung ist es aus meiner subjektiven Sicht, direkt mit BDSM - Inhalten loszulegen, anstatt sich erstmal die Mühe zu machen, mein Gegenüber als ganzen Menschen kennenzulernen, z. B. über ein externes Thema, für das sich beide interessieren. Bei meiner sub und mir wars das Tanzen - über diesen vermeintlichen Umweg sind wir uns dann näher gekommen und konnten dann on the dancefloor unsern ersten D/s-Kontakt miteinander genießen!

      Ein weiterer Fehler könnte die künstliche Trennung von Spiel und Romantik sein, die du oben beschrieben hast @Shaldrim - Strenge und Konsequenz schließt Güte und liebevolle Zuwendung nicht aus. Natürlich ist es ein Problem, wenn deine sub noch ihren alten Herrn und seine Raffinesse im Kopf hat und deine noch frische Dominanz - vielleicht auch unbewusst - damit vergleicht. Ich kann dir aus meiner Sicht nur den Rat geben, bei deinen zukünftigen Kontakten diese künstliche Trennung von Spiel und Romantik nicht mehr zuzulassen.

      Shaldrim schrieb:

      Ein großes Thema waren KONSEQUENZEN für sie. Ja wir hatten Regeln, Aufgaben und kleine Strafen. Aber im Endeffekt sagte sie...es hat ja eigentlich keine Konsequenzen für sie...nichts Körperliches. Es kam einmal soweit, dass sie eine Strafe bekam, sie konnte sie (für mich absolut nachvollziehbar) aus familiären Gründen für mehrere Tage nicht ausführen. Tja...und nun...eine Strafe wegen Nichterfüllung der Strafe? Das Problem der fehlenden Konsequenzen. Ich sehe das Problem selbst, aber hatte zu dem Zeitpunkt keinerlei Ahnung, was ich tun kann. Aus der Ferne, ohne die Nähe, ohne den körperlichen Kontakt.
      Konsequenzen aus der Ferne zu kontrollieren ist ein grundsätzliches Problem von Fernbeziehungen - davon kann so manche/r hier ein Liedchen singen. Mit meiner sub war es in den ersten drei Jahren unserer Liebesbeziehung auch so. Geholfen hat uns
      - das tägliche Miteinander Telefonieren,
      - ein zeitlich festgelegtes Klammertraining zu absolvieren,
      - meine Bekleidungsvorschriften einzuhalten.
      - in ihrem Online Tagebuch die korrekte Ausführung ihrer täglichen Aufgaben zu dokumentieren.
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)

      Carmantus schrieb:

      Ein Kardinalfehler bei der Beziehungsanbahnung ist es aus meiner subjektiven Sicht, direkt mit BDSM - Inhalten loszulegen, anstatt sich erstmal die Mühe zu machen, mein Gegenüber als ganzen Menschen kennenzulernen, z. B. über ein externes Thema, für das sich beide interessieren. Bei meiner sub und mir wars das Tanzen - über diesen vermeintlichen Umweg sind wir uns dann näher gekommen und konnten dann on the dancefloor unsern ersten D/s-Kontakt miteinander genießen!
      Zuerst einmal vielen Dank für Deine Antwort.
      Und ja das sehe ich mittlerweile auch als Fehler an, es ging alles viel zu schnell und wurde zu schnell vermischt und dann wieder getrennt.
      Und dann ich mit 0 Erfahrung der nicht mal ansatzweise beurteilen konnte was richtig oder falsch ist.



      Carmantus schrieb:

      Konsequenzen aus der Ferne zu kontrollieren ist ein grundsätzliches Problem von Fernbeziehungen - davon kann so manche/r hier ein Liedchen singen. Mit meiner sub war es in den ersten drei Jahren unserer Liebesbeziehung auch so. Geholfen hat uns
      - das tägliche Miteinander Telefonieren,
      - ein zeitlich festgelegtes Klammertraining zu absolvieren,
      - meine Bekleidungsvorschriften einzuhalten.
      - in ihrem Online Tagebuch die korrekte Ausführung ihrer täglichen Aufgaben zu dokumentieren.
      Danke, sind Anregungen, die ich mir merken werde. Eine Art Online Tagebuch hatten wir auch. Nur leider war es so, dass sie meinte sie hat nicht einmal dafür die Zeit. Zum Teil konnte ich es nachvollziehen, zum Teil blieb ein bitterer Nachgeschmack.

      Carmantus schrieb:

      Meiner Erfahrung nach ja. Natürlich kann eine D/s-Beziehung auch "romantische" Anteile haben - mir selbst würde etwas sehr Wichtiges fehlen, wenn es unerwünscht wäre, mich meiner sub liebevoll und einfühlsam zu widmen.
      Definitiv würde es mir auch fehlen, zumal wir uns auf einem "normalen" Portal kennengelernt haben. Ich ich ja "nur" auf er Suche war nach einer Partnerin zum Schreiben, zum Verlieben, zum Kennenlernen und im besten Falle einer Beziehung. Was ich bekam war zwar wahnsinnig schön...aber wenn man unvorbereitet ist, zu viel.
      Wenn Sie nicht mal Zeit hat das online Tagebuch zu schreiben, hat sie dann Zeit für eure Beziehung? Nur mal so naiv gefragt.

      Es gibt auch Strafen, die man nebenbei machen kann, auch wenn die Familie da ist.

      Z. B. wann immer moglich, soll sie auf Zehenspitzen gehen. Oder ein Geldstück in den Schuh legen und damit 1 Stunde rumlaufen. Tut nicht weh, nervt aber ungemein. Und keiner merkt was. Da ist halt dann die Kreativität des Doms gefragt.

      Ich denke, gerade als Anfänger Dom ist online sehr schwierig. Du bekommst gar nicht wirklich die Reaktion deines Gegenüber mit, sondern nur was er schreibt oder sagt. Aber die ganzen Korperreaktionen nicht. Dabei sind die so wichtig,
      Meiner sieht mir sofort an, wenn ich bei einer Aufgabe innerlich mit mir kämpfe und weiss daher, ob mir das leicht fällt oder triggert.

      Das kannst du nicht wissen, wenn ich im Messenger nur schreibe "ja, Herr".

      Ich würde dir also raten reale Erfahrungen zu machen. Und sei es vielleicht erstmal durch Gespräche mit anderen, z. B. bei Stammtischen oder Forentreffen. Dort weisst du dann auch sicher, dass das keine erfundenen Geschichten sind, wie so oft m Internet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Matrea ()

      Danke @Matrea
      Die Frage der fehlenden Zeit habe ich mir auch mehr und mehr gestellt. Ein stückweit nahm ich sie immer in Schutz, weil ich das Chaos über Stunden am Telefon mitbekommen habe. Auf der anderen Seite...ja wir haben stundenlang telefoniert. Vielleicht hätte ich sie "verdonnern" sollen, dass wir 30 min aufhören zu telefonieren damit sie Zeit für DAS hat. Aber da kam dann wieder zu sehr das romantische durch bei mir...und ihre Worte, dass es ihr so gut tut mit mir zu reden...dass ich ihr Anker in dem chaos bin. Und ja ich war es gerne und ich habe es ja auch genossen. Aber ich sehe ja wohin es führte...

      Und die realen Treffen die wir hatten, ja sie haben uns einander näher gebracht, aber sie haben nicht ausgereicht um all das zu vertiefen und zu festigen.
      @Shaldrim Statt zu telefonieren, kann man auch skypen. Da kann man Aufgaben stellen und sieht die Umsetzung gleich. So machen wir das auch gelegentlich, wenn die Zeit zwischen den Treffen zu lang wird.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      Ja in der Theorie wäre es sicherlich einfach gewesen. Aber in der Praxis nicht. Sie hat keinen Bereich gehabt der nur "ihr" gehört. Nach der Schule war ihr Sohn zuhause und aufgrund seiner Erkrankung ständig um sie. Wenn er in der Schule war, war ihr Mann entweder zuhause, sie hat gearbeitet.

      Es gab in diesen 3 Monaten genau...hmmm 2 Telefonate wo niemand in ihrer Nähe war und jederzeit hätte zu ihr kommen können oder mithören können. Das dem so war, habe ich ja am Telefon mitbekommen. Ich war halt so gesehen ein Geheimnis und teilweise wurde nur geflüstert am Telefon.

      ...und je mehr ich das schreibe und darüber nachdenke...umso krasser finde ich die Situation. Jetzt mit ein wenig Abstand. Eigentlich so, dass es zum Scheitern verurteilt war... ;(

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon () aus folgendem Grund: Langzitat gelöscht

      @Shaldrim
      Ich habe heute schon den ganzen Tag mitgelesen. Aber keine Zeit gehabt was zu schreiben. Und jetzt hast Du entscheidenden Satz selbst geschrieben.

      Shaldrim schrieb:

      ...und je mehr ich das schreibe und darüber nachdenke...umso krasser finde ich die Situation. Jetzt mit ein wenig Abstand. Eigentlich so, dass es zum Scheitern verurteilt war... ;(
      Newblackshaddow hat es schon geschrieben. Du suchst die Fehler vor allem bei Dir. Das kannst Du machen aber brauchst es nicht. Natürlich kann man immer etwas verbessern. Aber Du hast Deine Vorstellungen und Deine Partnerin hatte ihre. Und wenn Du vor allem Fehler siehst, dann habt ihr die gemeinsam gemacht. Und einen richtig üblen Fehler, sehe in dem was Du schreibst gar nicht.

      Und sieh Dir diesen Thread an. Heute hast Du auf alle Fälle etwas richtig gemacht. Finde ich.
      1:1,618
      (Kompaniestabsunterdom d.R. Man wird ja wohl mal Pause machen dürfen :coffee: .
      Morgen ist auch noch'n Tag, Mädel. Übermorgen auch, Junge. Immer mit der Ruhe, Meister.
      Setz Dich
      erstmal hin hier, Sportsfreund.)
      ^^
      Es gibt einen Ausspruch von John Pearls, dem Begründer der Gestalttherapie, der ziemlich gut zu deiner Situation passt @Shaldrim und der mir gerade in den Sinn kam, als ich den Beitrag von @Laetta las:

      "Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Vorstellungen zu leben
      und du bist nicht auf dieser Welt, um nach meinen Vorstellungen zu leben.

      Wenn wir uns treffen - wunderbar, doch wenn nicht, kann man auch nichts machen!"
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)