Wenn euch die Geschichte gefallen hat, dann freut sich die Autorin über eure Likes und Kommentare!
Bitte liked jedoch nicht diesen Beitrag, da er nicht von der Autorin eingestellt wurde, sondern im Rahmen des Geschichtenadventskalenders.
Die Autorin wird, sofern sie es möchte, zeitnah hier eine Antwort posten. Diese dann bitte liken, so dass eure Likes auch bei ihr ankommen.
✵ 01. Dezember ✵
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Was für eine Granate...
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von Isegrim_w_devot
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von Isegrim_w_devot
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Soooo, Wochenende, genauer gesagt, das Wochenende nach Ostern, der Hausputz war geschafft, nun Füße hochlegen. Mal schauen, ob in ihrem Lieblings-Internetportal jemand war, mit dem sie schreiben konnte. Britta stöberte neugierig in den Profilen, die gerade online waren und einen interessanten Nick hatten. Bei einem blieb sie etwas länger hängen. Das kam ihr doch bekannt vor. Diese Geschichte, in der es um Zeitplanung und Prioritäten ging. Man nehme ein Gefäß und fülle Steine hinein, in der Annahme, dass es nun voll sei. Aber es passten noch Kies, Sand und zum Schluss Wasser hinein. Wichtig dabei sei, dass die großen Teile zuerst eingefüllt werden müssen, damit sie Platz fänden. Je feiner das sei, was danach käme, umso mehr fülle es die Lücken zwischen den wirklich wichtigen Dingen. Nur, dass es in dieser Geschichte nicht Wasser war, sondern Ebbler. Ebbler?
Wieder so ein regnerischer und stürmischer Tag, an dem Ralf und seine Frau draußen nichts unternehmen konnten, außer den Pflicht-Gassigängen mit dem nun schon in die Jahre gekommenen Familienhund. Normalerweise waren sie am Wochenende gern in der Natur unterwegs, aber nicht bei einem so scheußlichen Wetter. So saß sie nach dem gemeinsamen Mittagessen vor dem Fernseher und er schaute auf dem Laptop in seinem Lieblingsportal vorbei, wo er mit seinen Internetfreunden ab und an Skat spielte. Da flatterte eine Nachricht in sein Postfach: „Das Gleichnis kenne ich, aber nur mit Wasser. Was ist denn Ebbler?“ Er freute sich über die Abwechslung und antwortete freundlich: „Das ist hessisch für Apfelwein.“ Es entstand ein locker flockiges Gespräch, vor allem, als er auf ihrem Profil entdeckte, dass sie, genau wie er, Dinge mochte, die zwischen Himmel und Erde geschehen, aber nicht erklärbar sind. Nach etlichen Stunden des Hin- und Herschreibens verabschiedeten sie sich voneinander.
So gut hatte Britta sich schon lange nicht mehr unterhalten. Keine blöde Anmache, sondern ein echt interessantes Gespräch. Die Zeit war wie im Flug vergangen. Entspannt machte sie sich etwas zum Abendessen, bevor sie sich ein gutes Buch schnappte, um noch etwas zu lesen, bevor sie schlafen ging.
Am nächsten Tag hielt sie nach dem Mittagessen wieder Ausschau nach ihrem neuen Gesprächspartner und freute sich, ihn wiederzuentdecken. In der Zwischenzeit hatte er ihr Profil gründlicher gelesen und noch mehr Gemeinsamkeiten entdeckt. Sie versuchte sich mit Hilfe eines Online-Wörterbuches im hessischen Dialekt, was viel Gelächter auf beiden Seiten hervorrief.
Plötzlich, mitten in einer interessanten Diskussion, kam ihr Laptop auf die Idee, ein Update machen zu müssen und dafür den Browser zu schließen. Britta fluchte leise vor sich hin und wartete ungeduldig, dass sie sich wieder einloggen konnte. Das war ihr schon des Öfteren passiert, bisher nie beim Chatten, wohl aber schon bei Bestellvorgängen. Nur dass diesmal auch nach 15 Minuten noch kein Ende in Sicht war. Sie griff zu ihrem Handy und schrieb einem alten Bekannten, von dem sie wusste, dass er sich täglich auf dem Portal herumtrieb, eine SMS.
Warum klingelte denn das Telefon nicht? Ihr Bekannter versicherte, dass er ihre Telefonnummer weitergegeben hatte. Ralf sollte nicht denken, sie wäre so eine, die plötzlich verschwindet, nachdem sie sich interessant gemacht hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren die Updates endlich fertig, sie kam wieder ins Internet. Rasch meldet sie sich wieder an und durfte erstmal lesen, dass er sich zwar für ihr Vertrauen bedankte, er die Nummer aber nicht benutzen würde. Okay, das sprach ja für ihn. Sie setzten ihr Gespräch fort, bis es wieder Zeit fürs Abendessen war. In den nächsten Wochen begegneten sie sich ab und an auch abends im Chat und auch am nächsten verregneten Wochenende tagsüber.
Brittas Vertrauen in ihn hatte Ralf echt gerührt und nun überraschte sie ihn auch noch mit der Frage, ob sie sich mal zum Essen treffen würden, wenn sie bei ihm in der Nähe Urlaub machen würde im August. Er sah auf seinem Kalender nach und sagte für das spätere der Wochenenden zu, welches sie vorgeschlagen hatte. Er war dann zwar gerade erst einen Tag vorher von seinem Wanderurlaub mit Frau und Hund zurück, aber das Kennenlernen würde er sich nicht nehmen lassen. „Bist du immer am Wochenende hier?“, las er. „Manchmal bin ich auch im Ero-Bereich“, antwortete er. „Wieso das denn? Du bist doch verheiratet!“, kam als Antwort. „Ich hab Neigungen, die ich in meiner Ehe nicht ausleben kann“, schrieb er ehrlich zurück.
„Jetzt sag nicht, du bist ein Dom?????“ Britta fasste es nicht, als sie sein „Ja, wieso?“ las. Wieso lief ihr denn das Thema BDSM immer und immer wieder über den Weg? Erst erzählte ihr eine Arbeitskollegin davon und zeigte ihr stolz Fotos von ihrem blau gestriemten Hintern, dann dieser Hype mit dem Film im Kino und Männer, die sie anschrieben, weil sie sie aufgrund ihres Nicks für dominant hielten. Sie hatte sich im Ero-Bereich mit dominanten Männern ausgetauscht und 2x schon hatte sie sich bei einem Date auf BDSM eingelassen, nur um das Thema dann endgültig - wie sie dachte - ad acta zu legen, weil es nichts für sie war. Was also sollte das jetzt schon wieder?
Ab diesem Moment hatten sie ein weiteres Thema, über das sie sich austauschten, zunächst nur rein sachlich. Britta stellte viele Fragen und bekam genauso viele Antworten. Sie hatte das Thema BDSM, wie wahrscheinlich viele Menschen, in die Schublade „Demütigung und Schmerzen“ gesteckt und war erstaunt, wieviel mehr sich doch dahinter verbarg.
Als sie irgendwann äußerte, sie sei froh, dass er nicht in ihrer Nähe wohnen würde, da er ihr dann doch gefährlich werden könnte, wurde er mutiger. Er begann ein virtuelles Rollenspiel mit ihr, in dem er sie, nur mit einer virtuellen Korsage und einem virtuellen Slip bekleidet, vor einen virtuellen Spiegel stellte und sie beschreiben ließ, was sie dort sah.
Im weiteren Verlauf des Abends versuchte er herauszufinden, wie sie auf Dominanz und leichten Sadismus und auch auf sexuelle Handlungen reagierte. Sie ließ sich voll darauf ein und fühlte sich so, als ob sie sich tatsächlich mit ihm in einem Raum aufhalten würde.
Als er ihr ein paar Tage später schrieb, er habe das Gefühl, sie würde momentan mehr von seiner Dominanz angezogen als von ihm als Mensch, kam sie ins Grübeln und musste sich eingestehen, dass er recht hatte und sie tatsächlich, wenn auch nicht besonders stark ausgeprägt, eine devote Ader in sich hatte. Sollte das Thema BDSM ihr dazu verhelfen, endlich mal die Kontrolle abgeben und sich fallenlassen zu können? Zur Belohnung dafür, dass sie es sich eingestanden hatte, schenkte er ihr im nächsten Rollenspiel ein virtuelles Halsband. Dieses Spiel brannte sich in ihr Gedächtnis ein und erreichte das, was er erreichen wollte: Die Sehnsucht nach seiner Anerkennung und nach einem Halsband entstand, etwas, das vorher unvorstellbar für sie gewesen war.
Eines Tages flirteten sie so heftig, dass sie es kaum erwarten konnte, ihn endlich real zu treffen. Ohne weiter nachzudenken, tippte sie es in den PC und erschrak dann. Hatte sie das wirklich geschrieben? Er grinste auf seiner Seite des Laptops vor sich hin und schrieb: „Sollte ich ein Hotel buchen?“ Sie zögerte kurz, da einer ihrer Grundsätze war, sich nicht mit vergebenen Männern einzulassen. Und eigentlich hatte sie ja mit dem Thema BDSM ganz abgeschlossen (dachte sie). Und außerdem war sie gerade nicht auf Partnersuche. Alles nur Ausreden? Hatte sie Schiss? Ach was soll’s, sie gab das Okay. Im Hotel war sie ja einigermaßen geschützt durch Nachbargäste und wenn es doch schiefging, würde wenigstens die Putzfrau sie hinterher finden.
Eines Morgens klingelte ihr Telefon, eine ihr unbekannte Handynummer stand auf dem Display. Sie meldete sich und hörte eine männliche Stimme, die „Rhode“ sagte. „Rhode? Ich kenne keinen Herrn Rhode, Sie haben sich scheinbar verwählt“, sagte sie und hörte ein leises Lachen am anderen Ende. „G u u d e !“, sagte der Anrufer extrem langsam und betont und es kam Licht ins Dunkel. Das war Ralf! Der Schlingel hatte ihre Telefonnummer doch nicht gelöscht. Nach diesem Telefonat beschlossen beide, nicht bis August zu warten, sondern ihr erstes Treffen auf den Mai vorzuverlegen.
Sie betonte immer wieder, dass sie NICHT auf Schmerzen stehen würde. Lange überlegte er, was er wohl an Spielzeug mitbringen könne und entschied sich für einen Baumwollflogger für Anfänger, ein Vib-Ei und ein einfaches Seil. Als Aufgabe bekam sie die Anweisung, sich ein Kleid oder einen Rock für die Restaurantbesuche zu besorgen. Sie versuchte, zu verhandeln, dass sie sich fürs Hotel schicke Dessous anziehen würde und ansonsten, wie sie es seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten, gewohnt war, in Jeans und Sweat-Shirt rumlaufen dürfe. Er blieb hartnäckig und wiederholte gebetsmühlenartig auf jedes ihrer Gegenargumente: „Kleid oder Rock!“
Die nächsten Abende berichtete sie ihm von ihren Versuchen, ein annehmbares Kleid zu finden. Es war gar nicht so einfach, bei der von ihr gebrauchten Größe war die Auswahl nicht besonders groß. Sie kamen beide überein, dass, wenn die Chemie nicht stimmen würde, sie nichts erzwingen würden, Gesprächsthemen hätten sie dann aber wohl genug für die zwei Tage.
Aha, damit kriegt man also die Subfrauen: mit Gürtel und mit ... äh ... Äppler?