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Bitte liked jedoch nicht diesen Beitrag, da er nicht von der Autorin eingestellt wurde, sondern im Rahmen des Geschichtenadventskalenders.
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✵ 03. Dezember ✵
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Was wir zu wagen bereit sind
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von Herzel
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Zu dieser Geschichte gibt es einen ersten Teil
Das Bier, das so schön geprickelt hat in meinem Bauchnabel...
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Es waren Monate vergangen, seit sie zuletzt wirklich hier gewesen war. Die Zeit hatte sich gezogen, still und schwer, wie ruhiges Wasser unter der gefrorenen Oberfläche.Bitte liked jedoch nicht diesen Beitrag, da er nicht von der Autorin eingestellt wurde, sondern im Rahmen des Geschichtenadventskalenders.
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✵ 03. Dezember ✵
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Was wir zu wagen bereit sind
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von Herzel
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Zu dieser Geschichte gibt es einen ersten Teil
Das Bier, das so schön geprickelt hat in meinem Bauchnabel...
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Der Kontakt war geblieben, ja, aber es war kaum mehr als ein Flüstern in einem leeren Raum.
Nachrichten, die kaum die Oberfläche streiften. Manchmal eine kurze Begegnung, ohne den Mut zur Tiefe. Fragmente, verstreut und brüchig. Er hatte sich auf ihre Fragen hin etwas geöffnet, wie ein Fenster, das selten genutzt wurde und meistens geschlossen blieb. Doch ohne große Nachfrage hatte er nie gezeigt, dass da mehr war als Kontrolle und Zurückhaltung. Das zwischen ihnen war mehr diffuser Schatten als gleißendes Licht. Kein Zurück, kein Vorwärts. Nur ein Zögern, das sich wie feiner Nebel über die Erinnerung legte und so alles sanfter, aber weiter weg erscheinen ließ.
Doch dann kam dieser Umschlag. Kein Paket diesmal. Kein Gewicht in den Händen, das Bedeutung ausstrahlte und ihr sein Ausmaß in Größe zeigen konnte. Nur ein schlichtes, schwarzes Blatt, verschlossen mit rotem Wachs. Ein stummer Bote, schlicht und klein, schwer von Bedeutung, die nur sie kannte.
Darin ein Satz. Nicht mehr als acht Worte. „In der Stille der Nacht verschwinden die Jahreszeiten.“ Für andere belanglos. Etwas poetisch, schwer, leicht verstaubt. Wie der Auszug aus einem alten Gedicht. Für sie hingegen ein Schlüssel, der leise eine Tür aufsperrte. Sie wusste, worauf er anspielen wollte. In der Stille zwischen Dämmerung und Sonnenaufgang verlor jede Zeit ihr Gewicht. Fortschritt und Wandel traten zurück, und was blieb, war ein Raum, der frei von allem war, was sonst die Tage prägte. Die Nacht nahm alle Unterschiede mit sich und öffnete eine Tür zu zeitloser Ruhe.
Es war sein Weg, zu sagen: Es ist viel zu lang her, aber lass uns nicht die Monate zählen. Nur das zwischen uns hat Bedeutung.
Der Dezemberabend war kalt, feucht. Der erste Schnee fiel in zarten Flocken, die kaum auf dem nassen Pflaster liegenblieben. Straßenlaternen spiegelten sich in Pfützen, warfen lange Schatten, die langsam über das Grau krochen.
Sie stand schon zu lange vor seiner Tür, umhüllt von einem schweren Wollmantel, die Hände in den Taschen, der Atem ein feiner Nebel, der sich in der Luft verlor. Ihr Herz schlug unregelmäßig, ein dumpfes Pochen unter der Stille. Die Welt schien gleichzeitig unfassbar weit und unheimlich eng.
Innerlich war sie noch gefangen im Kampf zwischen der Angst, dass sich in den letzten Wochen vieles verändert hatte, und der Sorge, dass alles beim Alten geblieben war.
Er öffnete ohne Worte. Nichts musste gesagt werden, sah er doch, dass sie noch im Zwiespalt mit sich selbst steckte. Sein Blick durchdrang sie wie ein leises Versprechen. Nicht laut, nicht fordernd. Doch so klar wie der frostige Abend.
Sie setzte die ersten Schritte in sein Reich und atmete leise aus. Nicht vieles hatte sich verändert. Nur die dünnen Übergangsjacken hatte er gegen dicke Winterjacken getauscht. Ein Schal lag unordentlich auf der Kommode. Die Schuhe standen fein säuberlich aufgereiht auf einer Tropfmatte. Dieser kleine Anker von Beständigkeit half ihr etwas, auch wenn sie eigentlich gar nicht wusste, wovor sie sich fürchtete. Vor dem Wandel oder vor der Kontinuität.
Der Duft von Sandelholz lag in der Luft. Ein warmer Hauch von samtigem Holz, der sanft wie eine Umarmung ihre Seele berührte und stille Geborgenheit schenkte. Sie sog ihn ein, wie einen Atemzug Sicherheit. Sein Griff war leicht, als er ihr den Mantel abnahm. Die Berührung kaum spürbar, trotzdem zog sie eine Linie vom Nacken zur Schulter. Kein Wort, nur eine Einladung.
„Komm!“, seine Stimme fast schon zu leise für einen Befehl und doch ließ sein Tonfall keinen Zweifel daran. Ein Wort, weich und trotzdem bestimmt. Sie folgte ihm, Schritt für Schritt, in das Ungewisse hinein.
Er öffnete die Tür, ein kleiner Raum hinter dem Wohnzimmer. Das Zimmer war erfüllt von einem sanften, warmen Licht. Kerzen flackerten leise, warfen tanzende Schatten an die Wände. Er führte sie zum Zentrum des Raumes. Die Decke trug den Haken, den er heimlich wieder installiert hatte. Die Seile lagen bereit, ordentlich aufgerollt, ihre Enden glänzten im Kerzenlicht. „Stell dich hier hin“, sagte er ruhig, seine Stimme ein leises Kommando. Sie positionierte sich in die Mitte des Raumes, ihre Füße berührten den kalten Boden. Ihre Hände lagen ruhig an den Seiten, der Atem gleichmäßig, doch innerlich spürte sie die aufkommende Spannung.
Er trat hinter sie, seine Bewegungen präzise und bedacht. Seine Finger griffen nach dem Saum ihres Pullovers. Zogen ihn langsam, fast zärtlich, über ihren Kopf. Der Stoff glitt schwerfällig, umschmeichelte ihre Schultern, gab ihre Haut frei. Kühle Luft strich über den Rücken, der nun offen dalag. Sie blieb reglos, die Augen halb geschlossen. Er ließ die Hände sinken, umfasste ihre Schultern, strich leicht darüber. „Du frierst.“ Seine Stimme war leise, sachlich. Kein Mitleid, eher Feststellung.
Sein Blick glitt über die Haut, die feinen Härchen am Nacken, das matte Glänzen der Poren. Seine Finger tasteten nach dem Lederband, das noch locker lag. Der D-Ring schimmerte matt im Kerzenschein, als wolle er sagen: „Ich war nie weg.“
Der erste Knopf ihrer Hose war warm von ihrer Haut. Er öffnete ihn mit ruhiger Präzision. Einen nach dem anderen, als würde er ein kompliziertes Rätsel lösen. Sie spürte seinen Atem am Ohr, warm, kontrolliert. Dann zögerte er, zog behutsam die Hose tiefer, Stück für Stück. Ihre Beine wurden frei, kalte Luft krabbelte über die Oberschenkel. Mit derselben Selbstverständlichkeit streifte er ihr den Slip und die Socken ab – beiläufig, ohne innezuhalten. Sie stellte die Füße fest auf den Parkettboden, spürte die feinen Unebenheiten, unnachgiebig, aber angenehm an ihrer Haut. Die Kälte des Raums mischte sich mit der Wärme, die von ihm ausging.
Seine Hände griffen nach dem Hanfseil, das erste Mal seit Monaten. Der grobe Strick war überraschend weich, beinahe nachgiebig. Das Licht reflektierte matt auf der gewachsten Oberfläche.
Er legte das erste Band um ihren Brustkorb, knapp unter dem Schlüsselbein. Der Druck war sanft, aber bestimmt. Ein feines Ziehen, das sich in ihren Rippen niederließ. Sie atmete ein, fühlte den Rhythmus des Festziehens. Er prüfte die Spannung, zog leicht, löste kleine Unebenheiten.
Langsam spannte sich das Netz aus Seilen. Es kreuzte sich über ihrem Bauch, wand sich unter den Brüsten, zog sanft die Schultern zurück. Die Linien bildeten ein Muster, geometrisch, streng, aber elegant. Jeder Knoten war eine kleine Skulptur, fest, aber nicht hart. Es fühlte sich an wie eine zweite Haut, schwer und schützend zugleich.
Er führte ihre Arme nach hinten, ihre Hände glitten ineinander. Mit ruhigen Bewegungen band er sie, ein doppelter Knoten, fest, aber ohne zu schneiden. Der Knoten an ihrem Handgelenk war mehr als ein Halt – er war Anker und Versprechen. Die Fesselung wurde komplexer, kunstvoll. Seine Finger arbeiteten präzise, banden sie so, dass ihr Körper sich öffnete und zugleich sicher fixiert war. Sie kniete nun. Die Seile spannten von den Handgelenken zum Deckenhaken, paradox elegant für so eine massive Fixierung.
Die Stille senkte sich tiefer ins Zimmer, wurde schwer und greifbar. Sein Blick ruhte auf ihr, während er den Seilzug überprüfte. Er zog an der Leine, so dass sie sich leicht straffte, doch er hielt sie nicht fest. Ein winziger Moment, in dem er ihr ganzes Gewicht balancierte. Die Spannung blieb in der Luft, ein stilles Band zwischen ihnen, spürbar, ohne zu zwingen. Es war, als könnte er sie mit einer einzigen Bewegung aus dem Gleichgewicht bringen – doch genau das tat er nicht. Er wollte nur präsent sein, wie eine unsichtbare Kraft, die alles hielt und doch nichts bedrängt. Ihr Atem wurde ruhiger, kontrollierter. Jeder Muskel angespannt, dennoch bereit, zu fallen und gehalten zu werden.
Sie spürte, wie der Druck der Seile den Atem einengte. Gleichzeitig eine Ruhe, eine tiefe, unerwartete Freiheit. Sein Blick glitt langsam über ihren Körper. Er verweilte an den feinen Linien der Seile, die kunstvoll ihre Haut umschlangen, an der samtigen Oberfläche des schwarzen Leders, welches ihren Hals umschloss. Dort, wo das flackernde Licht der Kerzen sanft die Haut streifte, zeichnete sich ein leises Zittern ab, kaum sichtbar, doch für ihn spürbar unter seinen Fingerspitzen, wenn sie sich bewegte oder stillhielt. Er rückte näher, ließ seine Finger über ihren Nacken gleiten, dann über die Seile. Warm, prüfend. Seine Augen sprachen leiser und doch deutlicher als Worte: Wertschätzung, Fürsorge, Kontrolle.