BDSM im Alter... was denkt ihr ?

      @Feuerpferd.....ich habe da andere Erfahrungen gemacht. In meinem Bekanntenkreis ab 60 + ist Sex bei den meisten durchaus ein Thema und manche gehen sehr offen damit um.

      Und meine beiden Kinder wissen auch, dass ihre Mutter noch ein reges Sexualleben hat, meine Tochter weiß auch um mein BDSM, und das ist für sie beide völlig normal und in Ordnung.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Ich schreibe jetzt mal was als junger Mensch dazu und bittet steinigt mich nicht:
      Als ich so zwischen 12-15 Jahre alt war, hatten ältere Menschen (beginnend ab 40) keinen Sex.
      Je älter ich wurde, umso weiter verschob sich die Grenze. Heute ist es im Denken so, dass Menschen ab 70 keinen Sex mehr haben.
      Allerdings spreche ich dabei niemandem seine Sexualität ab und dieses Denken hört auch sofort auf, sobald ich diese Person kenne. Nur bei fremden ist es weiterhin so.
      Ich habe mich mal gefragt warum ich so denke und das einzige was mir als Erklärung eingefallen ist, dass es mich schlicht und ergreifend nicht interessiert was andere Menschen tun. Viele gucken sich Menschen in Uniform an und sexualisieren das ganze. Ich denke schlicht und ergreifend nicht an die Sexualität mir fremder Menschen. Dadurch erscheint es mir, aber so als "hätten sie keinen Sex mehr".
      Keine Ahnung ob das ganze jetzt verständlich ausgedrückt ist.

      Ganz wichtig: Ich habe absolut keine Abneigung gegen Menschen die Sexualität leben auch nicht im Alter. Ganz im Gegenteil, ich freue mich für jeden der glücklich ist.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      BD

      gizmo schrieb:

      Wie stellt ihr euch, euer Alter mit BDSM, SM und DS so vor ?
      Sehr, sehr positiv :yes:

      Zum einen erlebe ich (aktuell 60 Jahre jung) die Möglichkeit, zusammen mit meiner serva meine Neigung voll und ganz genießen und ausleben zu können, als wahren Jungbrunnen!

      Zum andern gibts nach neuesten Forschungsergebnissen ganz konkrete Möglichkeiten, mit bereits vorhandenen Medikamenten das Altern aufzuhalten, wie es heute auf Zeit Online berichtet wird - Stichwort Thymusdrüse...Es ist sogar von einer Zeitenwende die Rede :thumbup:

      zeit.de/wissen/gesundheit/2019-07/verjuengung-biologie-trim-studie-gregory-fahy
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)

      Liebelein schrieb:

      In meinem Bekanntenkreis ab 60 + ist Sex bei den meisten durchaus ein Thema und manche gehen sehr offen damit um.
      Also in den Kreisen der Älteren unter sich mag das durchaus sein. Kommt aber wohl auch darauf an, wie offen diese sind. Meine Mutter hat noch nie und würde nie darüber mit irgedjemandem reden.
      Meine Erfahrung ist: In unserer Gesellschaft allgemein ist Sex unter Älteren (egal, ob mit oder ohne BDSM) kein Thema. Alles, was man vielleicht mal nebenbei erfährt, sind schlüpfrige Andeutungen von männlichen Senioren in Altenheimen und/oder Krankenhäusern.
      Obwohl sich da durchaus etwas tut.
      Meiner Meinung nach wird das Thema viel zu wenig angesprochen. Dabei geht es nicht so sehr um GV, sondern insbesondere auch um Körperkontakt und Zärtlichkeiten allgemein. Das Bedürfnis nimmt im Alter doch eher zu als ab.
      Und ja, auch BDSM, solange es körperlich und geistig geht.
      Gewisse Praktiken sind wohl immer möglich. Andere muß man dann irgendwann wohl lassen.
      Ich hoffe, ich schaffe es sehr lange, Genuß am BDSM zu haben. Denn das würde auch bedeuten, ich bin nicht einsam im Alter.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Gedanken gemacht habe ich mir durchaus schon, nicht nur über BDSM im Alter sondern auch generell über Sex(ualität) ab einem bestimmten Alter.
      Ausgelöst eigentlich durch zwei Aussagen in meinem Umfeld. Einerseits meine Mutter, welche 66 Jahre alt ist und immer mit ihrer Sexualität sehr offen umgegangen ist (ob ich das wissen wollte oder nicht, war egal). Irgendwann kam mal das Gespräch auf Sex, weil mich interessierte, ob ihr nichts fehlt, da ihr Partner bereits sehr lange und sehr schwer erkrankt ist. Die Antwort war sehr ernüchternd. So sinngemäß, dass einem in dem Alter sowieso alles weh tut und man froh ist, wenn man "damit" in Ruhe gelassen wird.
      Und meine Freundin erklärte mir wenige Tage nach ihrem 50 Geburtstag, dass Sex absolut kein Thema mehr sei, denn seit sie in der Menopause sei, habe sie überhaupt kein Bedürfnis mehr dahingehend.

      Das stimmte mich sehr nachdenklich, denn für mich ist Sexualität sehr wichtig. Vielleicht ist man da aber als Mensch mit BDSM-Neigung auch ein bisschen im Vorteil. Für mich ist Sexualität ja nicht nur die reine/ausschließliche Penetration, sondern umfasst vielfältigere Praktiken und die damit verbundenen Emotionen.

      Trotzdem bleibt manchmal so ein bisschen "Angst", dass durch hormonelle Veränderungen die Lust nachlässt.
      Und ich bin ehrlich immer wieder froh, wenn ich hier von Menschen jenseits 50, 60 oder 70 lese, die ihre Sexualität weiterhin genießen. Das beruhigt. :)
      "Erfahrung ist das, was man hat, kurz nachdem man es gebraucht hätte."
      Sexualität ist für mich keine Frage des biologischen Alters, viel mehr eine Frage meiner Lebenseinstellung, meiner Neugier, meiner mentalen Beweglichkeit und meinem Hunger nach neuen Erfahrungen, Austausch.

      Mit Sicherheit ist man ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr so beweglich, oder auch belastbar. Doch mit Phantasie, Kreativität und der Lust, seinem Gegenüber zu begegnen ist doch für alle in ihrem Rahmen ganz viel möglich.

      Auch gibt es Raum für völlig neue Qualitäten, Entschleunigung...und diese sind der Intensität definitiv förderlich.
      Ich denke Sex ist Lebensfreude...schon mal grundsätzlich.
      Lebensfrohen Menschen sieht man ihr biologisches Alter oft nicht so stark an. Und selbst wenn...was soll's?

      Ich denke, was ich mit 20 über meinen Körper wusste, hat nicht ausgereicht um ein erfülltes Sexualleben zu haben. Klar, da spielen auch andere Komponenten mit aber hier sind doch vorwiegend Menschen mit Lebenserfahrung, die ihr BDSM erst spät auszuleben begonnen haben. Wär doch schade drum, jetzt die Moralkeule zu schwingen. Solange medizinisch nichts dagegen spricht, wozu die Bremse ziehen?

      Gerade BDSM hat doch sooo viele Spielarten...da findet sich sicher was zum Ausweichen, wenn auf irgendwas verzichtet werden muss.

      Mein Großvater war bis weit über 80 sehr aktiv und als Teenager hab ich ihn mal erwischt...inflagranti....tja...erst war's ihm peinlich, mich hat die Tatsache, dass er "sowas" noch macht nicht sonderlich überrascht...wir haben später noch oft über diese Dinge geredet und gelacht.

      Ich bin gerade "zarte" 40...aber auch ich hab Kinder....die sehr cool mit meiner Sexualität umgehen. Ohne allzuviele Details zu kennen.

      Im Übrigen...Erfahrung im richtigen Umgang mit dem anderen Geschlecht sammelt sich durch bewusste Beschäftigung und Auseinandersetzung damit und mit sich selbst...kann doch sein, dass es da von Vorteil ist, nicht mehr 20 zu sein und einfach drauflos konsumieren zu können.
      Viele sind erst im vorgerückten Alter dem BDSM auf die Spur gekommen... haben herausgefunden, was ihnen so gefehlt hat.

      So ging es mir auch.
      Mein Mann kannte BDSM aus seinen jungen Jahren, aber aus einer Szene, in der es eher um Sadismus ging - was so gar nicht sein Ding ist und was er deshalb rundweg abgelehnt.
      Erst auf mein Drängen hin hat er sich mit fast 60 wieder damit befasst und es hat einen Ruck gegeben, der unsere brach liegende Sexualität wieder zum Leben erweckt.

      Heute überrascht er mich immer mal wieder mit kleinen Aktionen, und auch wenn hart gesottene BDSM-ler darüber lächeln.... für UNS passt es und ich freue mich über jede Überraschung in der Richtung.

      .
      ..
      ...

      Ich muss aber auch zugeben, dass meine Wünsche, Vorstellungen, Träume weiter gehen, als das was mit meinem Mann möglich ist.
      Und das frustriert auch und besonders, wenn einem bewusst wird: verdammt, die Zeit wird knapp.

      Promise schrieb:




      Trotzdem bleibt manchmal so ein bisschen "Angst", dass durch hormonelle Veränderungen die Lust nachlässt.
      Und ich bin ehrlich immer wieder froh, wenn ich hier von Menschen jenseits 50, 60 oder 70 lese, die ihre Sexualität weiterhin genießen. Das beruhigt. :)
      Ich glaube, ich kann Dich beruhigen. Mit Beginn der Wechseljahre, ziemlich genau zu meinem 50. Geburtstag, kamen zwar die üblichen Beschwerden (bei mir zum Beispiel Hitzewallungen), aber meine Lust auf Sex (mit BDSM) ist bis heute ungebrochen bzw. Hat seitdem sogar deutlich zugenommen, vielleicht auch, weil ich mich regelrecht befreit fühlte und fühle. Befreit von der blöden Monatsblutung und auch der Sorge wegen möglicher Schwangerschaft. Ich kann heute viel mehr zu meiner Sexualität und meinen höchst eigenen Bedürfnissen stehen, fühle mich also auch weitgehend befreit von Hemmungen. Und ich stelle fest, daß mein Körper in vielerlei Hinsicht auch eher besser „funktioniert“ als vor der Menopause, wenn man von einer abnehmenden Beweglichkeit und Elastizität der Gelenke absieht.
      Wir brauchen dringend einige Verrückte. Guckt Euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben! (G.B. Shaw)
      Subbie und ich nähern uns beide rapide dem 60er. Ja, und?
      Wir genießen unser BDSM und den Sex. Wir können unsere Erfahrungen einfließen lassen und sind neugierig auf neue.
      Ich stimme @Trotzkopf zu: keine Menstruation, keine Verhütungssorgen. Ich stehe zu dem was ich bin und genieße es, es auszuleben.
      Wenn die körperlichen Einschränkungen zunehmen, werden wir halt unsere Spiele anpassen müssen. Aber das macht mir keine Kopfweh.
      Wir lassen es so richtig krachen und ich hoffe, das bleibt noch lange so.
      Beim Lesen ist mir aufgefallen wieviel Glaubensätze hier in diesem Thema stecken.
      Diese sollte man alle mal hinterfragen, welche Gültigkeit diese für das eigene Leben eigentlich haben und aus welcher Denke heraus diese Sätze entstanden sind.

      Sexualität ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Thema über das man nicht spricht, vorgegeben wird, so was hat man nicht oder wenn dann nur heimlich ...ja, es gibt sogar Menschen die tatsächlich Sexualität nur monogam und bestenfalls nur in einer Beziehung mit dem eigene Partner und trauschein gut heissen.

      Sexualität im Alter ?
      Hier höre ich ganz oft das die Altersgrenze "keinen" Sex mehr zu haben bereits ab Mitte 40 liegt ....da hört man dann so Sätze wie " das brauche ich nicht mehr" .....ich bin froh das das bei uns kein Thema mehr ist" ....ach das ist doch viel zu anstrengend ...keine Lust mehr, Libido gestorben.

      Sexualität ist kein Hobby oder die schönste Nebensache der Welt.
      Sexualität ist ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken.

      Zurück zu den Glaubenssätzen. Wer sagt so was? Menschen die ich kennengelernt habe, die sexuell enttäusch wurden, die sexuell völlig frustriert sind, die Sex für etwas schmutziges, etwas verbotenes und illegales halten. Ganz oft auch Sexualität mit Liebe und Verbundenheit verwechseltn bzw. das dies die Bedingungen sind Sexualität überhaupt leben zu dürfen.

      Hier liegt meiner Meinung nach der Hase im Peffer, es fehlt einfach daran das diese Menschen sich nie mit ihrer eigenen Sexualität, ihren Bedürfnissen und Wünschen auseinander gesetzt haben. Nie erfahren durften was Erfüllung ist. Es fehlt auch am Wissen, das gelebte Sexualität zum eigenen körperlichen Gesundheitssystem gehört. Das gelebte Sexualität so viele körperliche Prozesse in Gang setzt, das Körper und Seele davon enorm profitieren.

      Viele hier wissen das ich neben BDSMlerin auch Tantrikerin bin ...Tantra wird sehr häufig in Gruppen praktiziert ...in einer dieser Gruppen bin ich mal einem sehr sehr jungen Mann begegnet der auf die Frage hin "warum er Interesse am Tantra hat" sagte ...alles was er über Sexualität weiss ist aus dem Aufklärungsunterricht in der Schule ...da wird aber nur erklärt wie es mechanisch abläuft und kurz zusammen gefasse, das man davon ein Kind bekommen kann. Niemand spricht von Gefühlen, wie Sexualität zwischen Mann und Frau sich unterscheidet, wie ein Mann eine Frau erforschen sollte ....das will er für sich in seinem Leben ändern.
      Hut ab vor diesem jungen Mann.
      Hier sehe ich auch die Aufgabe von Eltern, mit jungen Menschen Sexualität offen zu thematisieren.

      Zurück zur Altersfrage.
      Wenn also Sexualität etwas mit Grundbedürfnissen zu tun hat.
      Wenn Sexualität etwas mit Gefühlen und Emotionen zu tun hat.
      Wenn Sexualität etwas mit Gesundheit an Körper und Seele zu tun hat.
      Tja, dann frage ich mich, wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, das Sexualität im Alter aufhört oder im Kopf eine altersbedingte Grenze festzulegen?

      Ich bin 61 und ich werde meine Sexualität und meine Neigung bis zum letzten Atemzug leben.
      Natürlich, so wie der Körper altert wird auch die Sexualität sich verändern ....vielleicht werde ich mit 83 nur noch kuscheln wollen ...aber weg wird Sexualität niemals sein.

      ...und in Bezug auf BDSM stelle ich mir vor, das mein Dom mich noch im Altersheim mit Rollator und der Gerte in der Hand durch die Gänge treibt. ;)
      @'againstallodds‘ Ich hatte mir auch mal vorgenommen, meine Söhne so weit wie möglich über die weibliche Sexualität, die weiblichen Bedürfnisse aufzuklären, weil mir auf meinem Weg einfach viel zu viele männliche sexuelle Stümper begegnet waren, die es wahrscheinlich nicht besser wussten. Was war? Sie wollten es von ihrer Mama gar nicht hören! :evil: Ich war enttäuscht. :( Ich hoffe und glaube einfach mal, sie haben sich inzwischen auch ohne Mamas Ratschläge dahingehend gut fortgebildet.
      Wir brauchen dringend einige Verrückte. Guckt Euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben! (G.B. Shaw)
      Genau @Trotzkopf

      "TMI - TMI - TMI" (Too Much Information) laut ausgerufen und die Ohren zugehalten <- Das war die Reaktion meiner Tochter z.B.
      Und mein Sohn winkte nur ab, wenn man auf das Thema zu sprechen kam.

      Ich hab keine Ahnung, ob eines meiner Kinder ähnlich tickt. Das ist auch nicht wichtig.
      Sie haben das Glück, dass ihnen über das WWW ganz andere Informationswege offen stehen, als uns "Alten" in deren Alter.
      Das sie eher Begriffe für evtl. Bedürfnisse und Empfindungen haben.

      Aber was die Sexualität ihrer Eltern angeht, ich bin mir sicher, dass sie sich darüber keine Gedanken machen... wollen.
      Sexualität im Alter??? Egal ob mit BDSM oder ohne....
      Für mich waren Menschen, die über 30 Jahre waren, alt. Solange ich unter 20 war.
      Aus meiner Sicht hat sich aber das Bewußtsein geändert.

      Heutzutage sind 40jährige Frauen nicht mehr "alt".Auch 50 und 60jährige Menschen erscheinen einem nicht mehr als Großmütter und Großväter.

      Aufgrund unserer Lebensweise (ich meine jetzt nicht die Möglichkeit, mich künstlich jünger zu machen), altern wir anders.

      Das die eigenen Kinder es nach wie vor abstrakt finden, das die eigenen Eltern Sex haben, ist irgendwie normal.

      Für mich hat Sex oder BDSM nichts mit Alter zu tun.
      Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi.
      interessantes Thema... ich bin jetzt 50 und kann für mich jetzt erst sagen, dass ich am Ziel bin; ...
      Schon sehr früh entdeckte ich die Sexualität Zum BDSM allerdings kam ich sehr spät und genieße es mit meinem Partner in vollen Zügen. Wir sind beide sehr aktiv und probieren ständig was Neues aus und erweitern unser Spektrum ::drool::

      Ich, für mich kann sagen, ich hatte nie so viel Erfüllung, wie jetzt in meinem Alter. Und das wird auch die nächsten Jahrzehnte sicher so bleiben :yes:
      Ich bin wohl noch 'zu jung', um hier mitreden und es wirklich für mich beurteilen zu können, aber meinen persönlichen Eindruck möchte ich trotzdem kurz zusammenfassen:

      Je älter ich werde, desto mehr Erfahrungen sammle ich - auch was Sex betrifft.
      Je mehr Erfahrungen ich gemacht habe, desto neugieriger und offener werde ich dafür.
      Je neugieriger und offener ich bin, desto mehr Freude habe ich daran, es auszuleben.
      Je mehr Freude ich daran habe, desto freier fühle ich mich dabei (geistig/emotional).
      Je freier ich mich fühle, desto erfüllender ist der Sex.
      Und:
      Je älter ich werde, desto reifer werde ich.
      Je reifer ich bin, desto gelassener gehe ich mit dem Thema um.

      Schlussfolgerung: Ich glaube, je älter ich werde, desto erfüllender wird meine Sexualität.

      Körperliche Einschränkungen, die mit dem Alter nun mal kommen (bzgl. Beweglichkeit, Schmerzen, evtl. geringere Ausdauer usw.) sehe ich nicht wirklich als Einschränkung meiner sexuellen Möglichkeiten. Vielleicht wird es gerade dann nochmal besonders spannend, weil man sich eben andere 'Spielereien' ausdenkt, die man bis dahin noch gar nicht kannte, die aber ebenso reizvoll, erregend und erfüllend sein können. BDSM ist so vielseitig und facettenreich, dass ich mir überhaupt keine Sorgen mache, dass uns jemals die Ideen ausgehen könnten. ^^

      Ich habe recht häufig mit Schmerzen zu tun und kann körperlich leider nicht immer so wie ich will. In solchen Phasen müssen wir auch mal einen Gang zurückschalten. Weniger geil und erfüllend ist es deshalb keineswegs, wirklich nicht!

      Die Hauptsache ist, dass wir uns beide wohl damit fühlen, was wir machen. Egal ob es heftig zur Sache geht oder wir mal ein wenig auf die Bremse treten müssen. Ich glaube, dass es viel mit der inneren Haltung und der Reife zu tun hat. Würde ich noch so denken wie mit 18, hätte ich heute wahrscheinlich gar keinen Sex mehr, weil ich gedanklich ständig damit beschäftigt wäre, vermeintlichen Erwartungen gerecht werden zu müssen und Sorge hätte, nicht perfekt zu sein (allein schon optisch...). Das wäre mir viel zu anstrengend. Dieses Denken musste ich erstmal ablegen, um guten, freien, erfüllenden Sex haben und genießen zu können. Und ehe ich mich auf BDSM einlassen konnte (auch gedanklich, also dass es überhaupt in diese Richtung gehen konnte), musste ich noch ganz viel anderes 'ablegen', was mich gehemmt und im Denken sowie Fühlen eingeschränkt hat. Je älter ich werde, desto besser geht's. Man entwickelt sich halt stetig weiter... ^^
      Was @Zofe mit Gelassenheit und Erfahrenheit sagt, stimmt für mich.
      Ich sagte anfangs zu der Meinen, das ich in der Zeit vor ihr was das Sexualleben anging, ein ausgesprochener Glücksspilz gewesen war und mir nichts gefehlt hat.
      Die Frage drängt sich dann aber auf, warum ich zwei Ehen und eine langjährige Beziehung beendet habe?
      Hier spielt meine Sexualität eine große Rolle.
      Ich wusste nicht was mir fehlt, aber das es mir fehlt!
      Ich bin zwischenzeitlich über 60, habe 2 Hosengrössen zu viel, was mich aber nicht stört, habe keine mich behinderten Zipperlein und bin ziemlich aktiv.
      Meine Sexualität hat sich mit der Entdeckung von BDSM für mich als genau das entwickelt, was mir 40Jahre unbewusst gefehlt hat.
      HEUTE bin ich der Glückspilz!
      Im Alter ist für mich alles besser. Wenn ich vom Sofa meine angekettete Sklavin unterm Tisch sehe, genieße ich das und falle nicht sofort über sie her!
      Ich bin gelassener und die im Laufe des Lebens erhaltenen Erfahrungen und Missgeschicke sind im Kopf und wurden verarbeitet.
      Ich weiß, das sich mit meiner Partnerin diese Sexualität in jüngeren Jahren anders angefühlt hätte, aber mit Sicherheit nicht besser.
      Ich möchte keinen Tag jünger sein! Es ist alles genau so, wie sich erfüllte Sexualität anfühlt. Und das hat für mich und für sie entscheidend mit dem Alter zu tun!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Mal eine kleine Anekdote in einer für uns eigentlich schwierigen Zeit, die aber zum Thema passt.

      Momentan sind wir dabei den Haushalt meiner Schwiegermutter aufzulösen, die ganz überraschend verstorben ist.
      Mit großen Augen kam mein Schatz aus ihrem Schlafzimmer mit den Worten: „Das will ich alles gar nicht über meine Mutter wissen … !“.
      Im Kleiderschrank hatte sie die Bücher von SoG und diverse Spielsachen „die 1:1aus unserer Spielzeugkiste hätten sein können.“ gefunden.
      Bleiben zwei Fragen. Mit wem hat sie das ausgelebt? Mein Schwiegervater ist schon mehrere Jahre verstorben und offiziell gab es niemanden in ihrem Leben. Und welche Rolle hatte sie dabei inne? Da ich ob ihrer Dominanz im Alltag regelmäßig mit ihr aneinandergeraten bin, habe ich öfter mal im Spaß gesagt, dass sie am besten als Lady S. ein Studio eröffnen solle.

      Naja, lange Rede, kurzer Sinn auch im Alter von Mitte 60scheint das wohl noch funktioniert zu haben.

      Mit Ende 40 fühle ich mich übrigens alles andere als alt. Dafür bin ich noch viel zu sehr Kindskopf, aber das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
      I'm not the hero, you wanted - I'm the monster, you needed.
      Ich habe mein BDSM erst mit 46 angefangen auszuleben. Vorher lag meine Sexualität brach. In einer sehr schlechten Ehe gefangen, hab ich sie komplett verdrängt.
      Seit ich es auslebe, fühle ich mich lebendig und endlich "richtig". Nun bin ich 51. So lange ich mich körperlich dazu in der Lage sehe, werde ich es ausleben. Allerdings brauche ich jetzt erst mal eine sehr lange Pause nach der Trennung. Ich denke jedoch, dass die Sehnsucht irgendwann wieder durchbricht.

      Vanilla geht nicht mehr. Ich bin maso, ich möchte Sub sein, daran wird das Alter nichts ändern. :)
      Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den Weg.

      Vincent van Gogh

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