Autismus & BDSM

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      Autismus & BDSM

      Ausgehend von diesem Thema: BDSM und Psychologie vor/während/nach dem Spiel möchte ich nun Auslagern um das Thema nicht zu OT zu machen und zitiere von dort:

      Jemand mit einer Form von Autismus ist in der Lage einen Dominanten Part innerhalb einer zwischenmenschlichen Interaktion einzunehmen?

      Autisten sind nicht behindert, sie sind anders. Das eigentliche Problem hat nicht der Autist sondern die Gesellschaft. Autisten nehmen die Welt anders war - so wie auch Männer die Welt anders wahrnehmen als Frauen - und reagieren innerhalb ihrer Parameter "normal" Bei uns haben Emotionen halt einen ganz anderen Stellenwert als bei NTs - so wie auch bei Männern und Frauen. Die Frage ob Autisten Dom sein können ist ähnlich als ob man fragte - können Frauen Dom sein?
      Also ja - natürlich geht das im Prinzip, es kommt halt auf die Person an und es wird etwas Anders sein wie bei einem NT Dom - so wie ja auch weibliche Doms (zumindest tendentiell) anders sind wie männliche Doms.
      Weiters sind Aspis keinesweges unbegabt in der sozialen Interaktion - Einige sind sogar sehr erfolgreich darin und richtige Partylöwen. Allerdings ist das INTERESSE daran meist sehr gering. Aber das kennt man aus der Schule - man kann auch eine 1 in Geschichte haben wenn es einem am A.... vorbeigeht. Kurzum man macht es nicht gern aber wenn man muss, geht es durchaus. Bitte nicht Aspis mit Kanner verwechseln - man vergleicht ja auch nicht Schnupfen mit Lungenentzündung.

      eine ganz besondere Sicht auf auf die Welt und ihr Umfeld haben, noch besonderer ist ihre Art der Kommunikation.

      Das ist teilweise richtig. Als Kinder ja, aber auch Autisten passen sich an und lernen dazu weshalb es im Erwachsenenalter sehr schwer ist Autismus zu diagnostizieren - erwachsene Asperger escheinen ihrem Umfeld vielleicht schrullig aber keinesweges "autistisch" Einstein war zum Beispiel ein Aspi - aus Biographien nimmt man auch an, dass etwa Newton oder Sokrates auch Aspis waren oder Franklin und so weiter. Alles Zeitgenossen die schrullig waren aber durchaus als "normal" angesehen wurden. Wir passen uns ja auch in der Kommunikation an und viele Aspis können Menschen durchaus in die Augen sehen - sie sehen vielleicht keinen Sinn darin, aber gehen tut es ^^

      dass mit ihrem Bruder etwas war, ohne ihn visuell wahrzunehmen oder zu hören, sie fühlten es, durch ihre Art der Kommunikation.

      Das würde ich eher dem Drillingsphänomen zuschreiben als dem Autismus. Wenn es darum geht "zu spüren" sind viele Aspis so richtige Vollpfosten. Also von denen die ich kennen gelernt habe und mir selbst, stehen wir da oft gewaltig auf dem Schlauch - Stichwort Sarkasmus. Wir nehmen Menschen generell beim Wort - auf die Idee, dass jemand etwas sagt was er nicht meint kommen wir erst gar nicht (ausser mit Erfahrung im späteren Leben)
      Also wenn ich einen Menschen sehe (oder sein Schriftbild) kann ich aufgrund von gewissen Mustern und Mimik schon merken was vorgeht, aber "spüren"...ganz selten

      Ich hätte gedacht, dass Autismus und Dominanz sich von vornherein ausschließen, eben wegen der mangelnden Empathiefähigkeit.
      Kommt auf die Definition von Dominanz an - Autisten können insofern sehr dominant sein, als dass sie wesentlich stabiler sind, sowohl emotional als auch psychisch und oft physisch (veränderte Selbstwahrnehmung) und sind meist deutlich rationaler und daher gerade in Extremsituationen sehr gute Führungskräfte. Ein Psychologe meinte mal Aspis wären die perfekten Soldaten da schwer zu erschüttern und auch im Massaker ein kühler Kopf.Dadurch sind sie auch sehr gute "starke Schultern" allerdings sind durchaus viele Aspis auch...sehr kalt nach aussen hin. Das heisst nicht, dass sie es innen drin sind aber ich hab auch von Anderen gehört, dass sie ihre Gefühle irgendwie nicht "rüberbringen" können und deshalb als eiskalt abgestempelt werden auch wenn sie eigentlich sehr bewegt sind

      Aber ist es nicht schwierig für Deinen Mann, wenn Du die ersten Tage erst mal gar kein Feedback geben kannst? Oder verläßt er sich darauf, dass eben genau das bei Dir ein gutes Zeichen ist? Du hattest ja geschrieben, wenn etwas nicht stimmt dann würdest Du sofort drüber sprechen.

      Nun, ich bekomme eine Art Feedback - ihre Gefühlsstimmung, Laune, Art zu kommunizieren, Körpersprache...das Tagebuch natürlich und auch wenn mir verbale Rückmeldung sehr recht wäre ist das nicht unbedingt nötig. Ich muss mich ja auch an sie anpassen und sie soll sich wohl fühlen in ihrer Rolle und da habe ich ihre Eigenheiten genauso zu lernen und zu respektieren.
      von M. Anne:
      Aus meinem Eindruck heraus sind Autisten alle ganz unterschiedlich in ihrem Wesen.


      Ja, wir sind Individuen ^^ Wir haben gewisse Tendenzen - so wie es "typisch Mann" und "typisch Frau" gibt gibt es halt auch "typisch Aspi" aber Aspis sind so verschieden wie es auch Männer und Frauen sind.

      Der Freund(inzwischen Ex)von unserer Ältesten ist ein echter Charmebolzen dem die Mädels Scharenweise nachlaufen!

      Hihi ja das war bei mir auch so. Manche waren richtig niedlich - eine gestand mir ihre Liebe und hat sich dann nie wieder Blicken lassen aus Angst ich könnte sie abweisen (sie schrieb n Liebesbrief den ihre beste Freundin überbracht hat das war im Fechttraining)
      Eine Andere war auch sehr niedlich und lies das über die Freundin laufen im Jiu Jutsu Training. Also man erlebt da Sachen...Ich schätze es ist einfach die "authentische" Art von Aspis die sich da auswirkt - jemand sagte mal "Asperger behandeln den Präsidenten der Vereinigten Staaten genauso wie einen Penner auf der Straße. Das macht sie sehr authentisch"


      Die beste Freundin von unserer Jüngsten ist hingegen eher kühl und reserviert.Sie hat grade mal sprechen gelernt und hat doch einen IQ von 120!!

      Meiner ist 141 und ich steh oft derb aufm Schlauch. Zwischenmenschlich hat das bei mir erst so mit 15 angefangen. Als Kind und Teenie war ich eigentlich auch sehr reserviert und verschloßen und mied soziale Kontakte wo immer möglich. Richtiges Interesse daran hab ich bis heute nicht, aber es ist nicht mehr so, dass ich mich richtig davor drücke.
      Also als Kind brauchte ich oft 4 Jahre bis ich die Namen meiner Klassenkameraden konnte hatte aber lauter 1en in allen Fächern. Im Gym wars dann n Schnitt von 1,9 aber mit den Namen klappte es immer noch nicht so richtig. Gerade die Mädels sagen für mich alle gleich aus. Das wurde dann aber mit der Zeit
      Vielen Dank für deine Erläuterungen, Arphen.

      Vieles davon kenne ich, mein Mann und mein Sohn sind beide nicht nur erschreckend intelligent (sprich hochbegabt), sondern auch "emotional eingeschränkt".

      Das Schlimmste für mich war, als mir eine Kinderärztin und Psychologin nach den Tests bei meinem Sohn mir sagte, er wisse nicht, das ich ihn liebe. Wissen im Sinn von fühlen gemeint.
      Als ich echt fertig deswegen nach Hause kam und das meinem Mann erzählte, meinte er nur: Macht nichts, er kennt es ja nicht anders...
      Wir haben dann jahrelang mit ihm trainiert, ihm Emotionen über den Intellekt nahezubringen, eine echt schwierige Sache, vor allem bei einem Kind .

      Aber wie auch bei dir, scheint Lebenserfahrung und Pubertät das etwas zu mildern. Aber gerade kürzlich, als ein bekannetr Gleichaltriger (20J) mit dem Motorad tödlich verunglückte, war das einzige Statement meines Sohen: "Tja, sterben müssen wir alle, er halt jetzt schon."
      So etwas wirkt auf die Außenwelt ganz gruselig und die Reaktionen sind dementsprechend.

      Auch das von dir beschriebene enthusiastische Lernen von Dingen, die sie interessieren, kenne ich nur zu gut.

      Bei meinem Mann ist das, zumindest nach außen hin, inzwischen immer weniger zu merken, aber auch er wirkt oft verwirrend auf seine Umwelt. ;)

      Im Kontext BDSM gibt es bei uns deswegen wenig Probleme, einzig das Schildern von Gefühlen und Emotionen ist doch ziemlich einseitig :/ . Aber nach 26 Jahren Zusammenleben kenne ich das ja und kann damit recht gut umgehen...es ist halt ein Teil der Gesamtpersönlichkeit.


      Beruflich habe ich immer mal wieder mit Aspis zu tun, ich empfinde sie aber aufgrund meiner eigenen Familie als "normal", wobei es hier natürlich auf die Ausprägung ankommt.

      Ganz spannendes Thema, danke dafür! :)
      @Pusteblume was das Gefühl angeht kann ich es dir wirklich nachfühlen. Bin ja selbst Mutter. Und bei meinem jüngsten ist noch nicht raus, ob er von seinem Vater den Autismus "geerbt" hat.

      Manche Äußerungen von Arphen klingen für mich echt hart und gerade wenn er deutlich macht, das seine emotionale Bindung anders ist, trifft das in manchem Momenten sehr. Aber man lernt damit umzugehen und nicht alles so heiß zu essen wie er es serviert. Denn wenn es WIRKLICH drauf ankommt, zeigt er mir deutlich, das er eben nicht so kalt fühlt, wie es scheinen mag durch die Äußerungen.
      Jeder neue Tag ist eine neue Chance, sich zu finden, in sich fündig zu werden, aus sich heraus zu gehen.
      Erst einmal danke für die Offenheit Pusteblume =)

      Als ich echt fertig deswegen nach Hause kam und das meinem Mann erzählte, meinte er nur: Macht nichts, er kennt es ja nicht anders...

      Ich weiß nicht ob ich da hilfeich bin aber bei mir ist das auch so. Mein Vater ist ein sehr guter Mensch den ich mag und sympathisch finde aber LIEBEN tu ich ihn nicht. Würd er morgen sterben würde mich das emotional nicht berühren. Eigentlich wäre der einzige Mensch dessen Tod mir wirklich nahe gehen würde, der meiner Frau. Also auch bei den eigenen Kindern ist meine Einstellung mittelalterlich - passiert halt.
      Mein Großvater zog mich groß die ersten Lebensjahre und war meine Bezugsperson - als er starb war mir das auch recht egal. Wirklich geweint hab ich beim Tod von Boromir im 1. Teil von HDR. Generell nehmen mich fiktive Figuren mehr mit als reale Menschen - vielleicht weil ich, durch die aufgeschriebenen Hintergründe, besser mit ihnen in "Kontakt" treten kann, sie besser verstehe als reale Menschen deren Hintergründe ich ja quasi nie kenne.
      Also das ist nicht böse gemeint und ich mag meinen Vater sehr aber der Tod ist ein Teil des Lebens und wer weg is is weg - Trauer bringt einen Menschen nicht wieder und hilft keinem sondern schadet eher.
      Jedenfalls - ich denke dein Sohn, so wie ich bei meinem Vater, mag dich sehr. So sehr wie das als Autist eben geht - also mein Vater ist einer der...eigentlich so ziemlich der einzige Mensch an den ich öfter mal denke auch wenn er nicht da ist und wo ich ein schlechtes Gewissen habe wenn ich mich ne weile nicht melde. Also in der Rangliste käme er direkt nach meiner Partnerin - mit meiner Mutter ist das ne andere Sache das liegt aber daran, dass sie, vielleicht wegen Kindbettdepression, mich sowieso nie wirklich wichtig genommen hat - was ich ihr nichtmal übel nehmen würde wären da nicht Prügel gewesen.
      Also - auch wenn das für eine Mutter sicher schwer ist aber ich glaube, deinem Sohn und deinem Mann bedeutest du mehr als alles Andere. Auch wenn das nicht unbedingt in Emotionen zum Ausdruck kommt oder eher - die Emotionen sind vermutlich sogar da aber nicht vermittelbar nach außen.

      Aber gerade kürzlich, als ein bekannetr Gleichaltriger (20J) mit dem Motorad tödlich verunglückte, war das einzige Statement meines Sohen: "Tja, sterben müssen wir alle, er halt jetzt schon."

      Ja so sind wir. Bei mir starb ein guter Freund durch nen Autounfall (damals 14) und - naja er war halt wech. und als einer unserer Lehrer starb - er war kurz vor Pensionierung und auf einem Ohr taub, zündete sich auf dem Gleis (schwer einzusehen) eine Zigarette an und wurde vom Zug überrollt schrieb ich in die Schülerzeitung: "Unser Herr Professor XY - Raucher bis zum letzten Zug" - ich fand das urkomisch...der Rest nicht so.
      Also ja den Tod nehmen wir recht locker. Ich hatte einen Bekannten - Bruder einer Klassenkameradin, der mit dem Mottorrad verunglückte - fuhr in ne Schlucht - und mein Kommentar war auch nur "Da biste platt"

      So etwas wirkt auf die Außenwelt ganz gruselig und die Reaktionen sind dementsprechend.

      das kann ich bestätigen. Aber wir denken uns nix dabei, wir meinen das nicht böse. Es trifft uns halt einfach nicht. Neulich ist eine unserer Ratten gestorben - die ich sehr mochte - und als ich die Leiche auf die Schaufel heben wollte und das wegen der Leichenstarre schlecht ging war mein Kommentar auch nur "Komm jetz mach dich halt nicht so steif"
      Auch in der Altenpflege war ich derjenige der immer die Leichen wegbringen durfte - weils mir einfach wurscht war. Ich mein die Leute waren mir teilweise sehr sympathisch und mit Frau K. hab ich sehr viel geredet aber ne Leiche ist halt ne Leiche.

      Beruflich habe ich immer mal wieder mit Aspis zu tun, ich empfinde sie aber aufgrund meiner eigenen Familie als "normal", wobei es hier natürlich auf die Ausprägung ankommt.

      Da bin ich neugierig. ich lerne immer gern dazu =) Natürlich will ich nicht, dass du was erzählst was dir unangenehm ist oder du lieber für dich behältst aber generell würden mich deine Erfahrungen mit Aspis interessieren. Vielleicht hast du aus der Praxis mit deinem Mann auch ein paar Tipps für mich und meine Frau, etwa was Problemlösungen angeht =)

      Denn wenn es WIRKLICH drauf ankommt, zeigt er mir deutlich, das er eben nicht so kalt fühlt, wie es scheinen mag durch die Äußerungen.

      Auch das ist richtig. Eine Frau sagte mir mal sie bevorzugt Aspis als Partner weil die "Kriesenfest" sind - gerade in der Kriese bewähren sie sich dann. Wörtlich "Wenn das Haus brennt würde ein Aspi eher reinrennen um mich zu retten als irgendein Anderer" Ich denke die veränderte Selbstwahrnehmung die uns auch ein anderes Schmerzempfinden beschert und der Umgang mit dem Tod machen uns da wirklich...ich würd ja gern sagen heroischer wenn wir nicht im Ausgleich oft richtige Trampel wären^^

      Arphen schrieb:

      Erst einmal danke für die Offenheit Pusteblume =)

      Keine Ursache :)

      Jedenfalls - ich denke dein Sohn, so wie ich bei meinem Vater, mag dich sehr. So sehr wie das als Autist eben geht -
      Also - auch wenn das für eine Mutter sicher schwer ist aber ich glaube, deinem Sohn und deinem Mann bedeutest du mehr als alles Andere. Auch wenn das nicht unbedingt in Emotionen zum Ausdruck kommt oder eher - die Emotionen sind vermutlich sogar da aber nicht vermittelbar nach außen.

      Das weiß ich...inzwischen ;)
      Damals war unser Sohn 6 und da hat es mich auch umgehauen.
      Die Reaktion meines Mannes hat mir seltsamerweise aber dabei geholfen, das so anzunehmen. Außerdem wurde mir damals auch klar, warum Sohni so ein schwieriges Baby war...Schreikind, mögl. wenig Körperkontakt, etc.


      Ja so sind wir.
      Also ja den Tod nehmen wir recht locker. Ich hatte einen Bekannten - Bruder einer Klassenkameradin, der mit dem Mottorrad verunglückte - fuhr in ne Schlucht - und mein Kommentar war auch nur "Da biste platt"

      :D Okay...den Humor teile ich...
      Generell sind, und das ist z.T. ja eher untypisch, dass Aspis damit umgehen können, Ironie und Sarkasmus bei uns an der Tagesordnung.



      das kann ich bestätigen. Aber wir denken uns nix dabei, wir meinen das nicht böse. Es trifft uns halt einfach nicht.

      Stimmt, und wenn man das weiß und kennt, finde ich es auch nicht schlimm. Abgesehen davon finde ich "eure" Einstellung zum Tod wirklich gut, denn ändern können wir alle nichts daran.
      Hört sich vielleicht schräg an, aber einiges an "Seltsamkeiten" habe ich in den vielen Jahren sehr verinnerlicht und für mich übernehmen können....manchmal sehr befreiend.


      Da bin ich neugierig. ich lerne immer gern dazu =) Natürlich will ich nicht, dass du was erzählst was dir unangenehm ist oder du lieber für dich behältst aber generell würden mich deine Erfahrungen mit Aspis interessieren. Vielleicht hast du aus der Praxis mit deinem Mann auch ein paar Tipps für mich und meine Frau, etwa was Problemlösungen angeht =)

      Gerne, dann aber besser per PN :)
      Ich finde diesen Austausch auch sehr interessant, du scheinst ja ein "redender Aspi" zu sein, ich habe zwei Schweiger *seufz*
      Generell sind, und das ist z.T. ja eher untypisch, dass Aspis damit umgehen können, Ironie und Sarkasmus bei uns an der Tagesordnung.

      Hm....untypisch...sagen wir so Aspis haben in der Tat Probleme mit Sarkasmus und Ironie - genauso wie mit Körpersprache aber genau darum reizt uns (oder zumindest mich) das ja auch.
      Stell dir vor du lebst umzingelt von Menschen die alle etwas können was du nicht kannst - es ist doch ein Grundbedürfnis, das dann auch zu erlernen. Und so umgebe ich mich mit Sarkasmus in der Hoffnung es zu lernen.
      So war das auch mit Sprichwörtern - viele Sprichwörter ergeben an und für sich keinen Sinn. Jeder benutzt sie um was auszudrücken obwohl der Satz eigentlich was ganz anderes aussagt. Oder gewisse Wörter deren wörtliche Bedeutung eine Andere ist als der Sinn den man vermittelt - und da setze ich mich mit Linguistik auseinander und schau wo es herkommt und wie man dazu kam diesen Worten jenen Sinn zu geben - und dadurch verstehe ich es und verwende diese Dinge selber. Ein drastisches Beispiel: Als ich ca. 9 war, sagte meine Mutter zu mir "ich hau mich jetzt ne halbe Stunde aufs Ohr"
      Ich war entsetzt! Meine Mutter war eine Verrückte! Eine richtig beknackte Frau - welcher Mensch haut sich denn freiwillig 30 Minuten lang aufs Ohr? Das muss doch schweinisch weh tun, Tinitus und so...und wenns blöd läuft ist man nachher taub. Warum also macht sie es denn? Ich wurde neugierig - da muss doch was dran sein. Ging in mein Zimmer, setzte mich auf einen Stuhl holte aus und gab mir selbst eine wuchtige Ohrfeige. Mein Resume "Und das macht die jetzt 30 Minuten lang? Die spinnt...."
      Naja jetzt weiss ich ja wie das gemeint war *g*

      Hört sich vielleicht schräg an, aber einiges an "Seltsamkeiten" habe ich in den vielen Jahren sehr verinnerlicht und für mich übernehmen können....manchmal sehr befreiend.

      Für mich nicht ^^ Man passt sich an. Beispiel aus unserer Ehe - mir selbst lag nie was an meinem äusseren Erscheinungsbild. Ich trug die Frisur die ich praktisch fand und die Kleidung die bequem war in Farben die halt grade billig waren...Mein Look war also sozusagen ein richtiges Modeverbrechen aber das hat MICH nie gestört, is ja bequem und was juckts mich was Andere denken.
      Allerdings ist meiner Frau unser Ansehen durchaus wichtig, und da sie mir wichtig ist, ist es auch mir wichtig. Also darf sie mir die Frisur verpassen die sie für passend empfindet und mich einkleiden wie ihr das gefällt. Mein Modebewusstsein reicht sonst nur - schwarz, Hose, Hemd - passt scho ^^

      du scheinst ja ein "redender Aspi" zu sein, ich habe zwei Schweiger *seufz*

      Ich glaube meine Liebste sieht das Anders ^^ Zwischenmenschlich rede ich entweder quasi gar nicht oder seeeehr viel über ein Thema das Keinen interessiert. Viel reden tu ich vor allem schriftlich, da fällt mir das leichter. Ich hab auch von Aspis gelesen, dass sie überwiegend schriftlich kommunizieren - selbst mit der eigenen Familie. Also anstatt was durch die Wohnung zu rufen oder zu streiten sich im Chat treffen oder Mails schreiben obwohl alle im selben Haus sind. Vielleicht hilft euch das ja. Mir selbst fällt es jedenfalls leichter Gefühle zu verstehen und auch auszudrücken, wenn es in schriftlicher Form erfolgt
      Ein drastisches Beispiel: Als ich ca. 9 war, sagte meine Mutter zu mir "ich hau mich jetzt ne halbe Stunde aufs Ohr"
      Ich war entsetzt! Meine Mutter war eine Verrückte! Eine richtig beknackte Frau - welcher Mensch haut sich denn freiwillig 30 Minuten lang aufs Ohr? Das muss doch schweinisch weh tun, Tinitus und so...und wenns blöd läuft ist man nachher taub. Warum also macht sie es denn? Ich wurde neugierig - da muss doch was dran sein. Ging in mein Zimmer, setzte mich auf einen Stuhl holte aus und gab mir selbst eine wuchtige Ohrfeige. Mein Resume "Und das macht die jetzt 30 Minuten lang? Die spinnt...."
      Naja jetzt weiss ich ja wie das gemeint war *g*

      Ich weiß...damals war es sicher nicht lustig, aber vielen Dank dafür, ich habe gerade Tränen gelacht! :D
      Kann ich mir lebhaft vorstellen.

      mir selbst lag nie was an meinem äusseren Erscheinungsbild. Ich trug die Frisur die ich praktisch fand und die Kleidung die bequem war in Farben die halt grade billig waren...Mein Look war also sozusagen ein richtiges Modeverbrechen aber das hat MICH nie gestört, is ja bequem und was juckts mich was Andere denken.
      Allerdings ist meiner Frau unser Ansehen durchaus wichtig, und da sie mir wichtig ist, ist es auch mir wichtig. Also darf sie mir die Frisur verpassen die sie für passend empfindet und mich einkleiden wie ihr das gefällt. Mein Modebewusstsein reicht sonst nur - schwarz, Hose, Hemd - passt scho ^^

      Ach....noch so einer....
      Ist aber praktisch, so kann ich hier mehr Geld für meine Garderobe investieren. 8)


      Zwischenmenschlich rede ich entweder quasi gar nicht oder seeeehr viel über ein Thema das Keinen interessiert.

      Kenn ich von meinem Sohn.
      Der hat sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht, Wikipedia auswendig zu lernen und seine Umwelt damit zu erschlagen.
      Ich weiß...damals war es sicher nicht lustig, aber vielen Dank dafür, ich habe gerade Tränen gelacht!

      Gern geschehen. Inwischen find ich es selber lustig^^ Und es ist sehr lustig zu schauen wo diverse Redewendungen eigentlich her kommen^^

      Der hat sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht, Wikipedia auswendig zu lernen und seine Umwelt damit zu erschlagen.

      Also dann pack ich mal aus - Wikipedia hab ich nie gelesen aber sehr viele Sach und Fachbücher und ja...ich nerve damit meine Umwelt. meine Frau hat ausser unserem BDSM Safeword noch 2 Safewords.
      "Data" ist das Safeword wenn ich wiedermal Leute mit einem Thema erschlage, das keiner hören will
      "Sheldon" ist das Safeword wenn ich gerade etwas tue das für die Situation sehr unangebracht ist

      Und zusammen Filme gucken...also...manche Filmkategorien guckt meine Frau nicht mehr mit mir weil ich die Filme zerlege und mich kleine Sachen aufregen. Etwa Schwertkampftechniken in diversen Mittelalterfilmen die absolut lächerlich und unrealistisch sind. Oder wenn in "historischen" Filmen die Kostüme in eine ganz andere Ära gehören oder völlig frei erfundener Schwachsinn sind. Oder wenn oberpeinliche Grammatikfehler in Fremdsprachen gemacht werden wo in einem Film die siegreichen Römer ausrufen "Roma Victa" anstatt "Roma Victor" oder "Roma Invicta" - so wurde aus dem siegreichen Rom nämlich das Besiegte Rom...also stehen da ein Haufen Soldaten auf einem Schlachtfeld und jubeln "Wohooo wir haben verloren. Gut das fällt vermutlich nicht großartig auf aber...schon peinlich. oder wenn Templer die Kleidung von Johannitern tragen und die Johanniter die von Templern...das sind Fehler die kann man leicht vermeiden
      Hast Recht...wir sollten auf PN umsteigen ;)

      Andererseits finde ich, geht dieses Thema mit BDSM nicht ohne Autismus ohne BDSM. 8|


      Also btt: Hier ist die so vielgerühmte Kommunikation vor und nach Sessions nahezu unmöglich, bzw. sehr einseitig, da mein Mann wenig dazu beiträgt.
      Originalkommentar: Ich würde es wohl kaum machen, wenn ich keinen Spaß daran habe. Thema durch.

      Aber gut, das nehm ich so hin und vertraue darauf, dass er schon aus seiner Höhle kommt, wenn er etwas zu sagen hat.
      Ich selbst rede trotzdem über meine Empfindungen, wenn ich merke, es "nervt" ihn zu sehr, schreibe ich Mails, da kann er dann in Ruhe nachlesen und weiß Bescheid.
      Na ich finde das in Ordnung - ich sagte ja im Thema ich würde generell auf Autismusfragen eingehen. Und es geht hier um Autismus und um BDSM und Autisumus und BDSM ^^

      Naja was meine Kommunikation angeht wird meine Sub das formulieren müssen aber ich glaube, da ist bei mir schon eher zuviel Kommunikation und Neugier da ^^
      Ich will alles Wissen - um zu lernen und besser zu werden. Und gerade wenn ihr was nicht gepasst hat, will ich das genau wissen um es in Zukunft besser vermeiden zu können.

      Früher haben mich emotionale Sachen von ihr auch genervt - aber seit BDSM interessiert mich wahnsinnig was in ihr vorgeht

      Arphen schrieb:

      Die Frage ob Autisten Dom sein können ist ähnlich als ob man fragte - können Frauen Dom sein?


      Hierzu muss ich wohl den Gedankengang ergänzen, der dahinter steckte bei der Fragestellung.
      Zum einen sind sehr häufig Autisten hoch intelligente Menschen, sei es ein unglaubliches Zahlenverständnis, oder ein sehr gutes Speichergedächtnis, wie es bei dir ja der Fall ist, da du wohl Unmengen an Wissen mit dir trägst und der Durst danach sicher auch nie satt werden kann.
      Auch haben viele Künstler hatten eine mehr oder weniger ausgeprägte Form von Autismus, somit glaube ich absolut, dass nicht selten ein Autist einem NT in entsprechenden Ebenen weit voraus sind, wodurch jedoch andere Eigenschaften auch häufig weniger oder gar nicht ausgeprägt sein dürften.
      Du hattest in meinem Thread ja auch davon geschrieben, dass es dir schwer fällt am Ende das Landen und ggf. Auffangen über Instinkte zu bewältigen (sinngemäß) sondern eher über das Wissen darum.

      Der genauere Hintergrund dieser Fragestellung basiert eher darauf, dass auch nicht selten Menschen mit Autismus introvertiert sind, und ein introvertiertes Verhalten und Dominanz wieder eines dieser Paradoxons sind, von denen ich sprach.
      Oder habe ich hier einen Denkfehler was den Gedankengang angeht? ?(
      Wobei dieses Zitat den Gedankengang schon etwas unterstreicht, hoffe ich zumindest, nicht das ich in den Gedankengängen noch als Vollhonk ankomme

      Arphen schrieb:

      Als Kind und Teenie war ich eigentlich auch sehr reserviert und verschloßen und mied soziale Kontakte wo immer möglich.



      Arphen schrieb:

      Also wenn ich einen Menschen sehe (oder sein Schriftbild) kann ich aufgrund von gewissen Mustern und Mimik schon merken was vorgeht


      Also bei meiner Schrift, denke ich, würdest du sicher häufig denken, "ohne Worte" da diese echt schwierig zu lesen ist, obwohl ich Stenographie nie gelernt habe, so kommt mein Schriftbild häufig dem sehr nahe. 8)

      Arphen schrieb:

      Wenn es darum geht "zu spüren" sind viele Aspis so richtige Vollpfosten


      Davon habe ich auch gelesen, jedoch eher unter dem Gesichtspunkt schwarz oder weiß, dazwischen gibt es kein grau.
      So sollen Autisten auf der einen Seite überhaupt keine Gefühle in der großen Summe haben, sozusagen die Nuancen dazwischen, sondern, ganz oder gar nicht. Auf der anderen Seite extrem auf bestimmte Gefühlsregungen ansprechen, die dann auch sehr intensiv nicht nur nach außen, sondern insbesondere nach innen wirken.

      Pusteblume schrieb:

      das einzige Statement meines Sohen: "Tja, sterben müssen wir alle, er halt jetzt schon.



      Ich denke, gerade hier, sind Autisten den NTs weit voraus. Auch wenn das nun härter klingt als ich es meine, doch es ist schlicht und einfach rational.


      Großes Dankeschön hier diesen Teilbereich, der sehr groß ist, mit einem extra Thread zu würdigen, finde es sehr spannend darüber so viel zu erfahren.
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Hallo Arphen,

      ich danke dir für dieses hochinteressante Thema.
      Zum einen, weil ich auch ohne Autist zu sein, schon immer Spaß daran hatte, Lexika und alles andere Interessante zu lesen -
      und du schreibst so ehrlich, dass ich vor dir da nur den Hut ziehen kann ... danke!
      Und zum anderen, weil ich wegen deiner Äußerungen im Halsband - Thread dir gegenüber in manchen Punkten sehr skeptisch eingestellt war.
      Ich weiß, dass das hier komplett off topic ist, aber ich bitte bei diesem Thread da ganz allgemein um ein bisschen Gnade ... einfach weil er echt helfen kann, dass wir alle ein bisschen mehr Verständnis für eine andere Wahrnehmung bekommen.
      Ich empfinde dieses Forum als mehr als nur ein Forum zum Gedankenaustausch, und ich denke, dass gerade dieser Thread vielleicht ein bisschen dazu beitragen kann, unser Miteinander zu bereichern.
      Für mich ist es jedenfalls so.
      Ich weiß, dass ich vieles, was du schreibst, jetzt wohl in einem anderen Licht sehen kann, auch wenn ich ganz bestimmt weiterhin an vielen Punkten sehr anderer Meinung sein werde :) ...
      Zum einen sind sehr häufig Autisten hoch intelligente Menschen

      da möchte ich unterscheiden - die meisten Autisten haben Inselbegabungen - das heisst sie sind in einzelnen Gebieten echte Genies, ansonsten aber Durchschnittlich oder sogar ziemlich blöd. Ich hab selbst meine Themenbereiche wo ich mitunter ein ziemlicher Trottel bin. Die Spezialgebiete da sind Autisten wirklich oft hochbegabt aber das heisst nicht, dass sie generell intelligent sind. Es stimmt zwar, dass Asperger überwiegend einen höheren IQ haben (Bei NTs ist der Schnitt um die 100 bei Aspis um die 120) ABER es gibt durchaus auch Aspis die einen IQ von 90 haben. Das ist also keine Vorraussetzung - die Hochbegabung ist dagegen wirklich typisch, auch wenn das nicht immer was "sinnvolles" ist - der Eine ist ein Zahlengenie, der Andere ein Merkgenie, der Nächste ein toller Maler wieder einer ein Musiker...und einer sammelt Kennzeichen oder studierte verschiedene Atlanten oder ist ganz fasziniert von Ameisen. Aspis haben in normalen Schulen oft auch ziemliche Probleme sozialer Natur was ihnen oft schlechte Noten beschert weil Lehrer eben nicht immer so neutral sind wie sie sein sollten oder sie fliegen gar von der Schule wegen Verhaltensauffälligkeiten. Zugegeben Aspis sind normalerweise schwer zu erzürnen, aber wenn, dann krachts gewaltig. Ok sollte man nicht pauschalisieren aber die paar die ich kenne und bei mir ist es so. WENN wir mal an die Decke gehen dann richtig - so wie auch bei Emotionen. "Ein bisschen" diese oder jene Emotion haben wir nicht. Wir haben entweder "keine" Emotion oder richtig Emotion. "Freude" kenne ich nicht ich bin entweder neutral oder euphorisch. Ich kann auch nicht ein bisschen gern haben. Entweder ein Mensch ist mir emotional völlig wurscht oder er bedeutet mir mehr als alles Andere - ist eh nur bei einer Person der Fall.
      Intelektuell kann ich gut unterscheiden - also es gibt Menschen die sind mir auf...intelektueller Ebene sehr sympathisch oder unsympathisch aber emotional hab ich da gar keinen Bezug

      oder ein sehr gutes Speichergedächtnis, wie es bei dir ja der Fall ist, da du wohl Unmengen an Wissen mit dir trägst und der Durst danach sicher auch nie satt werden kann.

      Sehr zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Meine Frau kam mal von der Uni nach Hause und hatte so einen kleinen Ausbruch weil ich zu Hause den ganzen Tag, auch beim Abwasch etc. Uni Vorlesungen laufen hatte..."Ich bin schon den ganzen Tag auf der Uni kannst du nicht irgendwas anderes gucken was nicht Universitätsgelaber ist?" "Klar" und jetzt beschwert sie sich über meine Schwertkampf und historischen Videos...^^

      wodurch jedoch andere Eigenschaften auch häufig weniger oder gar nicht ausgeprägt sein dürften.

      Die Wissenschaft ist da am Streiten - viele Experten sind sich einig, Asperger Autismus ist keine Krankheit sondern eine andere Form der Normalität. Eine Krankheit definiert sich normalerweise aus einem Leidensdruck den Asperger ja nicht haben - die fühlen sich in ihrem Zustand pudelwohl und wollen nicht tauschen. Der Aspi selber leidet auch selten unter den Auswirkungen des Zustandes - das ist meist eher ein Problem des Umfeldes als des Betroffenen (ok sicher "leidet" man auch drunter aber...ich sag so mich hat es nie gejuckt Aussenseiter zu sein oder wenn man über mich tratscht weil es MIR egal ist was Andere von mir denken ist ja nicht mein Problem sondern deren)
      Asperger haben eine andere Hirnstruktur - daher spricht man vom "normalen" Menschen von NEUROtypisch - ein Standardgehirn. Asperger haben ein Anderes Gehirn - es ist anders aufgebaut als bei NTs.
      Genauer, die Verzweigungen der Hirnregionen untereinander sind viel schwächer ausgeprägt.
      Der Vergleich Mann² trifft es da gut - Frauen sind generell besser vernetzt als Männer, deswegen nehmen sie die Welt viel komplexer wahr als Männer und machen sich entsprechend viel mehr Sorgen und können schlechter abschalten. Männliche Gehirne sind deutlich schlechter vernetzt. Evolutionstechnisch hat das einen guten Grund - ein Mann muss fähig sein vom blutrünstigen Krieger der den Stamm verteidigt plötzlich zum liebevollen Vater zu werden und beim jagen weiter zu machen auch wenn das Mammut den Freund zermatscht. Er muss sich auf die Beute fokussieren und sich auf eine Tätigkeit konzentrieren können.
      Frauen dagegen brauchen den Überblick - sie müssen die Bedürfnisse der Gemeinschaft im Auge haben, sie müssen bei einem Baby das sich noch nicht verständlich machen kann "wissen" was es braucht, und auch beim Sammeln ist es von Vorteil nicht fokussiert zu sein sondern das große Ganze im Auge zu haben.
      Daher haben sich Geschlechter unterschiedlich entwickelt und darum haben sie verschiedene Gehirne.
      Jetzt gibt es 2 Extremformen die selten auftreten (etwa einer von 1000) die im Prinzip diese Geschlechtspezifischen Gehirne ins Extrem treiben - die Hypersensiblen Persönlichkeiten haben extrem weibliche Gehirne (also sehr stark vernetzt was dazu führt, dass sie quasi nie abschalten können und so gut wie alles wahrnehmen müssen auch wenn sie nicht wollen) und die Asperger Autisten die ein extrem männliches Gehirn haben und so gut wie gar keine emotionalen Bindungen zu irgendwas haben und völlig in ihrer Welt versinken können ohne sich drum zu scheren was um sie herum los ist.

      Ein Asperger hat keine bzw. sehr wenige "Spiegelneuronen" - der Teil des Gehirns der dafür verantwortlich ist, dass wir mitfühlen - ein NT sieht einen traurigen Menschen und die Spiegelneuronen rufen das Selbe Gefühl in ihm hervor - er wird traurig. Er sieht jemanden lachen und lacht mit. Der Asperger sieht einen traurigen Menschen und...naja sieht einen traurigen Menschen und merkt oft nichtmal, dass der traurig ist. es fehlt quasi die Rückkoppelung vom Zustand Anderer zum eigenen Zustand.
      Das heisst nicht, dass Asperger Gefühlskalt sind - Aspis haben, wenn sie dann emotionale Empfindungen haben, sehr extreme und starke Gefühle die auch erschreckend für NTs sein können. Und Aspis sind auch nicht mitfühlend aber haben oft sehr hohe moralische Ansprüche und sind - obwohl sie nicht mitfühlen - oft die hilfsbereiteren und selbstloseren Menschen - einfach aus dem intelektuellen Bedürfnis nach Moral und Gerechtigkeit heraus. Das heisst nicht, Aspis wären generell nettere Menschen - sie sind einfach anders. Und können auch ziemliche Trampel und Arschlöcher sein - sie sagen meist ihre Meinung und das ungeschönt. Und das kann sehr verletzend sein.

      Nachteile von Aspis gibt es auch so Einige - die allermeisten sind gesellschaftlicher Natur. Manche vergleichen Asperger mit Vulkaniern oder ähnlichen Wesen - sie sind nunmal sehr logisch und verstehen viele Dinge nicht die in der Gesellschaft gemacht werden weil sie für jemanden der Emotionen keinen so hohen Stellenwert beimisst irrational sind.
      Nehmen wir Trauer - Trauer ist logisch betrachtet Unfug - es bringt den Toten nicht zurück, hilft ihm nicht, hilft den Angehörigen nicht und einem Selbst auch nicht. Im Gegenteil, Trauer schränkt unsere Funktionalität ein - wir fühlen uns schlapp, schlafen schlecht, sind dauernd abgelenkt, wir fühlen uns schlecht - und mitunter kriegen wir das Leben nicht mehr auf die Reihe. Für jemanden der zu Emotionen ein distanziertes Verhältnis hat ist Trauer also eigentlich bescheuert. ABER wenn man eben "normal" ist macht Trauer sehr viel Sinn - sie hilft bei der Bewältigung eines Erlebnisses das einen sehr mitgenommen hat - den Aspi nimmt das erst gar nicht mit.
      Aspis verstehen also vieles nicht was normal ist und Normale verstehen vieles nicht was Aspis ausmacht. Weil die Schwerpunkte unterschiedlich liegen - das gleiche Problem haben Männer und Frauen. Frauen sind durchwegs rationale, logische Wesen. Sie leben nur in einer anderen Welt als Männer und daher verhalten sie sich anders.

      - Ich gehe da vom "Schnitt" aus - Es gibt natürlich auch Frauen mit Männerhirn und Männer mit Frauenhirn es ist nur seltener. Darum ist auch nur etwa jeder 10. Aspi weiblich und nur etwa jede 10. HSP männlich. Und Gehirne sind nie identisch - aber es gibt halt einen Rahmen wo man sagt "Männerhirn" oder "Frauenhirn" je nach Ausprägung einiger Bereiche.

      Aspis sind also neurologisch anders - das kann man, was auch ein Kriterium von Krankheit wäre - nicht behandeln, therapieren oder wegoperieren. Die sind so - man kann ihnen nur beibringen sich damit besser zu integrieren.
      wieder 2 geteilt:

      Für mich wären Nachteile die ich als Aspi so erlebe...ich bin oft ein echter emotionaler Trampel - wenn ich jemanden trösten und helfen möchte mache ich es oft schlimmer als es war (kommt aufs Thema an, bei Manchen bin ich gut^^) und worunter ich selber Leide - ich kann die emotionalen Bedürfnisse meiner Frau nicht so erfüllen wie sie das bräuchte und das trifft mich schon sehr - ich will ja, dass sie glücklich ist und für sie da sein - es dann nicht zu können ist wie...emotionale Impotenz und das ist für uns Männer immer schlimm ^^ Auch wenn ich brav lerne - so richtig klappen tut es halt nicht und das verletzt mich schon, also das ist ein Nachteil den ich auch so empfinde.
      Im sozialen Bereich habe ich auch einige Nachteile - etwa nicht zu merken, wann man zu weit oder jemandem auf die Nerven geht, nicht zu bemerken, wenn etwas nicht so gemeint ist, Anfälligkeit für Manipulation und Intrigen etc. allerdings empfinde ich das nicht als Nachteil - weil mir der Bereich egal ist. Ich empfinde meine sozialen Pobleme nicht mehr als ein Nachteil, als ein NT es als Nachteil empfindet nicht wie eine Spinne an der Decke krabbeln zu können - ja man kann es nicht, es wäre vielleicht cool es zu können aber es stört einen jetzt nicht wirklich, dass man es nicht kann.
      Für Aspis ist ihr Zustand eben "normal" wir kennen ja nix Anderes und vermissen das daher auch nicht.
      Die Interessengebiete sind mitunter Nachteile - ich interessiere mich für einen Haufen Dinge die mir im Leben einen Dreck nutzen - und viele haben schon gejammert was aus mir werden könnte wenn ich mich mal für was nützliches interessieren würde...tu ich aber nicht. Und es stört mich auch nicht wirklich. ich bin recht bescheiden und leide da auch nicht. Ich würde mir nur manchmal mehr Geld wünschen um meiner Frau ihre Wünsche erfüllen zu können und so hab ich schonmal einen Designermantel im Laden kräftig runtergehandelt (um 80%) um meiner Frau ne Freude zu machen. Aber so das bieten was ich gerne würde kann ich halt nicht.

      Vorteile...naja die Welt nimmt einen weniger mit. Ich bin emotional sehr stabil und nach diversen Tests zu urteilen psychisch extrem belastbar. Auch physisch sind meine Grenzen einfach Andere weil der Geist auch den kaputten Körper antreibt und ich finde Schmerz nicht "schmerzhaft" sondern interessant - ich hab mal mit bloßer Faust Mauerwerk bearbeitet mir einen Gelenkskapselriss und blutende Wunden eingehandelt weil ich mir vm Körper nicht sagen lassen wollte wann ich aufzuhören habe. Und mir mal aus interesse ne Warze rausgeschnitten um zu sehen wie das aussieht.
      Im Kampfsport empfinde ich diese...Rauheit durchaus als großen Vorteil.
      Intelligenz...joah die ist oft sehr praktisch aber auch oft...wenn man Hollywoodproduktionen nicht mehr genießen kann weil es einem weh tut welcher Schwachsinn da verzapft wird, wenn man täglich seine Facepalms der Verzweiflung ablässt wie unglaublich blöd manche Menschen sind und man als extrem arrogant gilt weil man unbeabsichtigt Leute dazu bringt sich selber für dumm zu halten...das kann ein Nachteil sein. Besonders im Berufsleben ist Klugscheisserei selten gern gesehen. Oder in Foren ^^

      Der genauere Hintergrund dieser Fragestellung basiert eher darauf, dass auch nicht selten Menschen mit Autismus introvertiert sind, und ein introvertiertes Verhalten und Dominanz wieder eines dieser Paradoxons sind

      Es kommt drauf an. Aspis sind nicht zwingend introvertiert - viele gehen durchaus recht offen in die Welt hinaus. Manche hören irgendwann damit auf weil die Welt ihnen dauernd das Gefühl gibt alles falsch zu machen. Da zieht man sich zurück, wenn man nicht verstanden wird bzw. dauernd falsch verstanden wird und sich fühlt wie ein fremdes Wesen auf dem Planeten.
      Andere sehen keinen SINN in der Kommunikation weil Leute meist über Dinge sprechen die Aspis nicht interessieren - Small Talk eben. Wozu 3 Stunden verschwenden mit Gelaber über Sachen die uninteressant sind?
      Als Vergleich - wer geht denn bitte freiwillig 3 Stunden in ein Museum wenn ihn das so gar nicht interessiert? Wer Kinofilme liebt und sich einen schönen abend machen will, der geht ins Kino und nicht auf einen Berg. Das ist bei Aspis auch so ;)
      Wirklich introvertiert sind Aspis nach meiner Erfahrung nicht öfter als NTs - sie wirken nur so aufgrund ihrer Art. Schriftlich schreiben Aspis oft sehr viel ^^ Ist auch so ne Sache - das Gespräch von Gesicht zu Gesicht bringt den Aspi in eine Lage in welcher er klar im Nachteil ist - es ist kein Gespräch auf "Augenhöhe" da der NT 2 Fremdsprachen benutzt und erwartet, dass sie verstanden werden, die der Aspi nicht kennt - Mimik und Gestik. Es ist als würde ein Deutscher der in seinem Leben kaum Sprachunterricht hatte plötzlich mit einem Engländer auf spanisch reden sollen - da wäre der NT auch sehr wortkarg und distanziert - vielleicht mal blöd grinsen um Sympathie zu zeigen aber hilflos - deswegen ist man nicht introvertiert. Natürlich gibt es auch introvertierte Aspis - aber auch extrovertierte Solche.

      Aber auch jemand der introvertiert ist, KANN dominant sein. Es kommt halt auf den Kontext an und bei wem. Ich habe einen Onkel der privat eigentlich sehr introvertiert ist und sich kaum unter Leuten bewegt, sehr schüchtern ist und ungern redet, er ist privat noch weniger unter Leuten als ich - beruflich ist er Ausbilder in der Armee.
      Ich denke es ist eher was man daraus macht. ich würde auch sagen, tendentiell sind introvertierte Menschen nicht dominant - gehen tuts aber wohl irgendwie.
      Dominanz ist halt auf viele Arten möglich - Aspis wie gesagt können dominant sein durch etwa geistige und emotionale Überlegenheit und Stabilität. Und auch moralisch sind Aspis oft recht überlegen - damit gleichen sie dann Nachteile in etwa mitfühlen und Empfindsamkeit aus.
      ich Vergleiche es mal mit Frauenärzten. ich kenne viele Frauen die lieber zu einem männlichen Frauenarzt gehen weil der "mehr Verständnis" hat EBEN WEIL er nicht weiß wie sich das anfühlt, während weibliche Frauenärzte eher das Gefühl geben "Regelbeschwerden? Jetzt stell dich nicht so an du Heulsuse die hab ich auch und jammer ned rum!"
      ich denke also Aspis sind "einfühlsamer" weil sie Zustände ernster nehmen als NTs die das ja selber auch haben. ist nicht allgemeingültig ich glaube aber es ist eine Tendenz.

      hoffe ich zumindest, nicht das ich in den Gedankengängen noch als Vollhonk ankomme

      Nein nein keinesweges. Ich finde die Frage gut. Introvertierte Menschen haben durchaus Probleme dominant rüberzukommen aber gehen wird es wohl. Ich wirke wohl dominant weil ich einfach "über den Dingen stehe" - weil es mich nicht juckt was andere Denken oder so passiert. GLAUBE ich mal^^

      So sollen Autisten auf der einen Seite überhaupt keine Gefühle in der großen Summe haben, sozusagen die Nuancen dazwischen, sondern, ganz oder gar nicht. Auf der anderen Seite extrem auf bestimmte Gefühlsregungen ansprechen, die dann auch sehr intensiv nicht nur nach außen, sondern insbesondere nach innen wirken.

      Kann ich so unterschreiben. WENN mich mal was mitnimmt, dann richtig

      Ich denke, gerade hier, sind Autisten den NTs weit voraus. Auch wenn das nun härter klingt als ich es meine, doch es ist schlicht und einfach rational.

      Trauer auch - Trauer ist die Bewältigung eines Schmerzes den Aspis gar nicht erst haben. Trauer ist also rational. Im Vergleich - Trauer ist ein Pflaster. Es ist rational sich ein Pflaster aufzukleben wenn man verletzt ist. Sich ein Pflaster aufzukleben wenn alles in bester Ordnung ist, wäre ziemlich seltsam. So gesehen haben Aspis den Vorteil, nicht trauern zu müssen weil sie der Tod gar nicht erst belastet. Nicht zu trauern wenn man stark mitgenommen ist, das wäre blöd.
      und du schreibst so ehrlich, dass ich vor dir da nur den Hut ziehen kann ... danke!

      Gern geschehen aber kein Ding ^^ Für mich ist Ehrlichkeit und Offenheit normal - und ich muss mich oft bremsen weil Beides nicht immer erwünscht ist.

      Ich weiß, dass ich vieles, was du schreibst, jetzt wohl in einem anderen Licht sehen kann, auch wenn ich ganz bestimmt weiterhin an vielen Punkten sehr anderer Meinung sein werde

      Das ist auch sehr gut so. Nur von verschiedenen Meinungen kann man was lernen. Und ich diskutiere sehr gern - viele Leute empfinden das als anstrengend bis bösartig - dabei ist das nicht so gemeint sondern meine Art dazu zu lernen. Ich werfe quasi meine Meinung in den Ring gegen die Andere und wenn man mich argumentativ überzeugen kann, dass ich im Unrecht bin lerne ich was dazu. Aber der Prozess mich zu überzeugen kann sehr anstrengend sein weil ich da kämpfe bis die Argumente alle widerlegt oder bestätigt sind.

      Ich bin in meiner Wortwahl auch oft Extrem weil...naja die Schwarz und Weiß Sache ist so ne Sache bei mir. Ich würde nicht sagen, dass ich gar keine Grauzonen kenne aber für mich ist die Welt da recht klar. Wenn Mord eine Straftat ist, müsste man auch Menschen einbuchten die Mord fördern - sei es durch soziale Ungerechtigkeiten, Waffenexport in Kriesengebiete, Kriegshandlungen etc. Meine Beispiele sind oft entsprechend extrem und rufen passende Empörung hervor dabei ist das nicht meine Intention ich will damit nur meinen Standpunkt verdeutlichen der oft gar nicht so extrem ist wie er klingt. Für MICH ist das Halsband wie ein Ehering, sogar mehr, weil...naja Halsband ist was besonderes, Ehering hat jeder. Und da meine Eltern geschieden sind und Eheversprechen heute nicht mehr viel gelten (oft) hat der Ehering für mich weniger emotionale Bedeutung als das Halsband

      Ich weiß, dass das hier komplett off topic ist, aber ich bitte bei diesem Thread da ganz allgemein um ein bisschen Gnade ... einfach weil er echt helfen kann, dass wir alle ein bisschen mehr Verständnis für eine andere Wahrnehmung bekommen.

      Ich finde es nicht OT und Autisten sind schon aus moralischen Gründen oft gnädig ^^ Ich weiß, ich bin schwierig und ein komischer Kauz und es dauert bis man mich gut genug kennt, dass man weiss wie ich Dinge meine auch wenn sie extrem klingen. Für mich sind Worte einfach Worte und nicht emotional besetzt und dann verwende ich unbeabsichtigt emotional besetzte Worte und löse eine Katastrophe aus.
      Und da bitte ich um Gnade ^^ Ich bin nicht so schlimm wie ich rüberkomme *g*
      @Arphen, ich finde Deine Ausführungen äußerst faszinierend und im übrigen auch keinesfalls off topic. Sie zeigen mir mal wieder warum ich dieses Forum so mag: es liefert "food for thought" und beseitigt außerdem ganz nebenbei Vorurteile, von denen man vorher gar nicht wußte, dass man sie überhaupt hat. Ich hätte zum Beispiel ganz selbstverständlich gedacht "ein Autist als Dom? Kann nicht funktionieren."

      Nun lese ich Deine Ausführungen und begreife, es geht sogar verdammt gut. In manchen Punkten sicher schlechter (Auffangen...), in manchen aber vielleicht sogar besser (eben wie Du beschrieben hast, dass Dir sofort jegliche körperliche Veränderungen während der Session auffallen, oder Deine rasche Auffassungsgabe wenn Du z.B. Bondageknoten siehst). Unterm Strich geht das ganze dann aber wohl genau genommen weder besser noch schlechter, sondern schlicht und ergreifend anders.

      Du hast meinen Horizont erweitert und mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben, und so etwas liebe ich und bin stets auf der Suche danach, deshalb danke ich Dir sehr herzlich für diesen Thread :blumen: - so informativ wie er jetzt schon ist und ja womöglich auch noch eine Weile weiter geht.