Wie stelle ich ein Unterbrustkorsett aus Leder her?

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      Wie stelle ich ein Unterbrustkorsett aus Leder her?

      Hallo ihr Lieben,

      seit einiger Zeit durchforste ich das Internet auf der Suche nach einer Anleitung, wie man am Besten als motivierter Nähtrottel ein Unterbrust-Korsett anfertigt, das sowohl hält als auch nicht das Auge bleidigt. Selbstnähen ist angesagt, weil mir die Low-Budget-Sachen nicht passen und die maßgefertigten Korsetts verständlicherweise ihren Preis haben....

      Da ich keine Nähkünstlerin bin, traue ich mir nicht zu, ein normales Korsett mit den üblichen drei Lagen anzufertigen. Bei einigen Blogs las ich, dass die aus Leder gefertigten Stücke nicht gefüttert werden müssen. Somit müsste, zumindest nach meiner Überlegung, eine Lage aus gutem, robusten Leder ausreichen. Das könnte ich ggf. gerade noch so hinbekommen. :D

      Nun möchte ich die geübten Näherinnen hier um ihre Unterstützung bitten. Könntet ihr mir mit bitte weiterhelfen? Ich habe zahlreiche Fragen, unter anderem:
      • Ist es richtig, dass bei Leder eine Lage ausreicht? Falls ja:
      • Welches Leder (Tier, Beschaffenheit, Dicke) muss ich nehmen, das sowohl den Belastungen (Zug sowie Druck) stand hält als auch von meiner Haushaltsnähmaschine (Brother Innovis) nähen lässt (mit Roll- oder Teflonfuß; wobei ich mir überlegt habe, dass ggf. auch einen Quiltfuß recht nützlich sein könnte).
      • Wie fertige ich am Besten das Schnittmuster dafür an?
      • Welche Maße benötige ich ganz unbedingt zum berechnen, welche wären nice to have (aber im Grunde vernachlässigbar)?
      • Wie bringe ich die Stäbe an? (ich dachte, am einfachsten ist es Lederstreifen auf die Nähte aufzubringen und in die Hohlräume die Stäbe einzuführen. Aber ich habe keine Ahnung, ob das eine so tolle Idee ist)
      • Wie integriere ich ins Vorderteil die Hakenleiste ohne dass mir das Leder reißt?
      • Welche Ösengröße verwendet ihr? Wie groß sollte der Abstand zwischen zwei Ösen sein?


      Vielen Dank vorab!
      Luna
      Liebe @Luna ,

      Als erstes brauchst du dafür natürlich eine gute Maschine, welche genug Power hat um den Stoff zu transportieren.
      Dann benötigst du eine extra Nadel für Leder. Was das Leder angeht und ob du einlagig oder zweilagig brauchst , da warte mal auf @Sasou oder @K.Baptista , die zwei können dir da eher helfen.

      Schnittmuster gibt es sogar bereits dafür, habe ich mal irgendwo gesehen :D
      Ansonsten misst du unterbrustumfang, Hüfte ab und machst dir eine Rohzeichnung - weißt ja wie sie aussehensoll..
      Bedenke bitte das du zu dem SM noch die Nahtzugabe berücksichtigen musst, heißt meistens 0,7-1cm, welche draufgerechnet werden müssen.

      Was die Stäbe angeht würde ich persönlich sagen: eine Lage Kunstleder, eine Lage dünner innenstoff, das Ganze an den Rändern zusammennähen und an den Stellen wo die Stäbe reinkommen eine Lücke lassen in der naht. (So ca 1-1,5 cm)
      Und dann an diesen Stellen in diesem Abstand entlangnähen damit du diesen "Schlauch" hast.

      Warte aber lieber nochmal was die anderen beiden sagen ( von denen weiß ich das sie wissen haben ) :)
      Ich suche nochmal rasch nach der Seite mit der Anleitung :)

      Edit: Gefunden :D
      anima.eu.com/Anleitungen_Korsetts.htm#Korsettschnitt
      Allein die Achtung voreinander , bestimmt den Umgang miteinander ..
      Hey Luna, das hast du ja schon mal angesprochen!

      Hab mich viel mit Nähen beschäftigt als ich noch an eine vernünftige Maschine kam (leider nicht meine eigene),
      aber hab immer nur taschen und kram gemacht, zwar mit eigenen mustern, aber nichts zum anziehen.
      ( vor allem weil ich so schon zu viel Geld für Stoffe ausgegeben hab...)

      Nach doppellage Stoff+Falz und Fließ dazwischen war bei drei lagen mit der maschine aber immer endgültig Schluss,
      das konnte ich immer nur noch vorsichtig per Hand durch drehen.

      Leder finde ich wahnsinnig spannend, aber deswegen hab ich nie was damit machen können.

      Könntest du den Austausch hier öffentlich halten? Ich bin seit dem Stammi echt begeistert und ziemlich angefixt von der Idee.
      Ich hab hier auch über so eine "selbstgemacht"-Seite den umweg zu einem Klasse blog gefunden,
      aber der Mann der da seine Arbeiten veröffentlicht hat total die profi Werkstatt da kann man sich wenig abgucken.

      Bin super gespannt! Hoffe jemand weis weiter, das ist ein geniale Projekt :)
      https://www.youtube.com/watch?v=88Q0RTCKw_w

      ... finde ich 'ne tolle und ambitionierte Idee! Allerdings auch nicht "ohne", so es anschließend auch tragbar, funktional und hübsch sein soll ...
      Die Filme von To.mTo (es gibt drei davon) sind zwar nicht unbedingt wegweisend, zeigen aber ein wenig, welche Arbeit da drin steckt.

      Viel Erfolg!
      Marc
      Danke euch für eure Antworten. :)

      Misses S schrieb:

      Schnittmuster gibt es sogar bereits dafür, habe ich mal irgendwo gesehen
      Ich auch. Doch auf die AutorInnen der Blogs, auf denen ich war, schrieben, es sei eigentlich einfacher, die Muster selbst herzustellen als ein bestehendes auf die eigenen Maße hin anzupassen.

      Eine sehr ausführliche Anleitung für ein Halbbrustkorsett habe ich bei sewnsushi gefunden: Korsettanleitung mit Händlerliste. Und hier: naehfabrik.forumprofi.de/works…lernen-korsett-t2476.html
      Doch diese Teile sind eindeutig zu anspruchsvoll für mich.

      Wesentlich sympathischer, weil recht simpel dargestellt, fand ich diese wohl auch unvollständige Anleitung: natronundsoda.net/klamotten/cns/zusatzpage.html?id=12

      Ausführliche Tips zum Leder nähen (allgemein) habe ich auf einem englischsprachigen Blog gefunden, der leider nicht FSK 16 ist und somit an dieser Stelle nicht verlinkt werden kann.


      Danke @Sir_MarcO für den Link. Tom.To fertigt wahnsinnig tolle Korsetts. ::drool:: Wenn ich mich an dem orientiere, was und wie sie produzieren, kann ich es mir das von vornehrein abschminken. Nicht ohne Grund sind ihre Preise so, wie sie sind.... :pardon:

      Wenn ich mich richtig entsinne, verwenden sie für die oberste Lage Lammnappa. Das ist ein zu feines Leder, wenn man auf die anderen Lagen versuchen möchte, zu verzichten.

      Luna schrieb:

      To fertigt wahnsinnig tolle Korsetts. Wenn ich mich an dem orientiere, was und wie sie produzieren, kann ich es mir das von vornehrein abschminken. Nicht ohne Grund sind ihre Preise so, wie sie sind....

      Wenn ich mich richtig entsinne, verwenden sie für die oberste Lage Lammnappa. Das ist ein zu feines Leder, wenn man auf die anderen Lagen versuchen möchte, zu verzichten.
      Sehr gerne, @Luna :)

      Ja ...- sehr aufwändig ... und zweifelsohne auch mit hochwertigen Materialien.
      Aber bedenke vielleicht: Ein Korsett ist auch nicht "irgendein Kleidungsstück" ;) Und wenn du ohnehin Arbeit und Herzblut reinsteckst, dann möchtest du ja auch was Wertiges schaffen und länger Freude daran haben ...

      Wie auch immer - das, was du schreibst, zeugt davon, dass du dich intensiv mit der Materie beschäftigst. Klasse! Würde mich freuen, wenn du uns über Fortgang und Ergebnis auf dem Laufenden hältst!

      Sir_MarcO schrieb:

      Würde mich freuen, wenn du uns über Fortgang und Ergebnis auf dem Laufenden hältst!
      Falls etwas daraus wird, selbstredend. Doch bevor ich schönes Leder verderbe, möchte ich u. a. mittels dieses Threads mich absichern, dass ich mich nicht total verrenne. ;)

      @Sasou: Ich besitze eine Brother Innovis 30. Mit vierlagigem Lammnappa ist sie noch gut zurechtgekommen, bei 6 Lagen streikte sie. Anderes Leder habe ich bisher nicht versucht mehrlagig zu verarbeiten.
      Ich sehe meine beiden helfenden Damen sind dabei ;)

      Also der zweite Link ist sehr sehr gut beschrieben !
      Damit kann selbst ich was anfangen :)
      Wichtig finde ich, das alles so gut es geht beschrieben ist.

      Mir fällt grade ein, bevor du das Korsett mit gutem Leder nähst kannst ja erstmal irgendwas altes nehmen denn da ist es nicht schlimm, wenn du dich vernähst... Denn ich denke wie auch im 2. Link beschrieben, sollten keine Fehler auftreten, da man es bei Leder echt gut sieht :)
      Allein die Achtung voreinander , bestimmt den Umgang miteinander ..
      Hallo liebe Luna,

      ganz fix vom Handy....

      Ein Schnittmuster würde ich dir für den Anfang immer empfehlen.
      Ich kaufe die Basics gern hier und wandele dann nach dem ersten nähen gerne ab:

      burdastyle.de/suche/?q=Korsett

      burdastyle.de/burda-style/hist…-mieder_pid_779_8099.html

      Die Brother ist eine solide Maschine, dennoch aber "nur" eine Haushaltsnähmaschine. Bevor du dir den Motor heiß fährst, mit dem Handrad vornähen und rückwärts mit der Maschine nähen.

      Wenn du recht weiches Leder benutzt, schau, das du dann nicht die Abdrücke im Leder hast ; -) (Nähfussdruck lockern)

      Und zum Material. In deiner Stadt gibt es vielleicht eine Schuhorthopädie. Da wird vor Ort gefertigt. Die haben ganz sicher unterschiedliche Ledersorten da. So kannst fühlen, welche Art und Dicke dir zusagt.

      Erstmal so... wenn du Fragen hast, gibt ein Zeichen ;)

      Liebe Grüße und viel Erfolg
      K.

      Ps: fast vergessen: probenähen macht nur mit dem gleichen oder zumindest recht ähnlichem Material Sinn... Anderes Material verfälscht. ..
      So, nun denn. Schauen wir uns mal die Maschinen an, die der Handel so hergibt.

      Grundsätzlich ist es so, dass man im Haushaltsnähbereich ja immer die eierlegende Wollmilchsau haben will. Bedeutet, die Maschine soll ganz dick nähen können und ganz dünn, und von elastisch bis starr möglichst alles gleich sauber und gleich gut. In der Industrie kommt pro neuer Produktion einmal der Mechaniker, stellt alle Maschinen auf das ein, was gerade genäht werden soll (zB Jeans oder Hemden oä), und dann funktionieren alle Maschinen super. Wird in der nächsten Produktionsreihe dann zB Canvas genäht, kommt erstmal der Herr Mechaniker. Das geht natürlich im Haushaltsbereich nicht, darum müssen die Maschinen möglichst alles können, und das natürlich auch noch, ohne das der Benutzer allzu viele Verstellmöglichkeiten hat. Soviel mal kurz zum Thema "Anspruch" :rolleyes:

      Der Markt für Maschinen ist relativ weit, es gibt Pfaff als gute alte deutsche Marke und Singer, ausserdem Husqvarna als alter Schwede. Asiaten wie Janome und Brother, dann gibt es Elna und Bernina, W6 als reine Internetmaschine, etc

      Ich sag mal etwas zu allen Fabrikaten. Ich versuche, mich kurz zu fassen - was mir wahrscheinlich nur so mittel gelingt. Fangen wir mal hinten an - mit der W6. W6, als reiner über Amazon vertriebener Maschinentyp wird aus ******** darf ich nicht sagen***** anderer Hersteller gefertigt - bestellt man Typ xy, sieht der noch lange nicht genauso aus wie eine eigentlich exakt baugleiche Maschine desselben Typs, die sich die Nachbarin bestellt hat. Amazon gibt hier die Testreihen in Auftrag und zahlt diese auch. Der Hersteller wirbt mit einer Garantie von 10 Jahren, was eigentlich ja ganz gut ist. Gibt es mit der Maschine ein Problem, muss sie immer an den Hersteller zurück geschickt werden, denn innerhalb der Garantiezeit nimmt keine Werkstatt diese Maschinen an - zumindest keine seriöse, die schon bei der Annahme davon aus geht, den Fehler beheben zu können.

      Von der Maschnenkraft liegen die im unteren Mittelfeld. Natürlich gibt es ganz viele, die mit ihrer W& total glücklich sind, egal ob Overlock, Nähmaschine oder Stickmaschine. Dies liegt im wesentlichen an der Tatsache, dass derjenige, der davor sitzt, keinen wirklich guten Vergleich hat. Damit ihr den letzten Satz auch richtig versteht: sitze ich als Fahranfänger in einem alten Polo, ist der grosse Klasse - denn er bringt ich von A nach B, und trocken bleibe ich auch dabei. Und daich keine Ahnung habe, wie sich die Fahrt in einem Cayenne anfühlen würde, bin ich total glücklich in meinen Polo.


      Ich splitte den Beitrag jetzt mal ein bischen auf, damit es nicht zu lang wird als einzelnes Posting.....
      An die andere Seite gesprungen - zu Pfaff, Singer und Husqvarna:

      Pfaff und Singer sind alte deutsche Marken, und noch heute sehe ich viele alte Maschinen dieser Hersteller,( lieb gemeint nennen wir sie "Eisenschweine", weil da nichts aus Plastik ist, ), die in die Werkstatt kommen und gute Nähergebnisse liefern. Husqvarna eher selten, kommt aber auch vor. Mitunter gibt es inzwischen das ein oder andere Bauteil nicht mehr und die Maschinen sind dann einfach nicht mehr reparabel (es sei denn, man findet eine andere Maschine gleicher Baurat, und kann das benötigte Teil hieraus ausbauen), aber die Maschinen nähen dickes sehr gut. Seide und diese ganzen neumodischen Metallstoffe oder Latex zB geht damit nicht oder nur mit Hilfsmitteln wie Avalon oder so, aber das liegt einfach schlicht und ergreifend daran,dass es diese Materialien früher nur für die INdustrie zum verarbeiten gab und die Haushaltsmaschinen dies nicht können mussten. Wer also die Möglichkeit hat, an eine alte Paff 360 oder 362 zu kommen, oder auch die 260er Baureihe, ist gut beraten, wenn er Leder nähen möchte. Aber: man muss sich ein bischen auskennen. Nicht jede Maschine, die von aussen poliert ist, glänzt auch von innen. Nachteil dieser Maschinen ist ganz klar die Tatsache, dass sie ihre volle Motorleistung erst dann entfalten kann, wenn sie in Höchstgeschwindigkeit fährt. Aber gerade bei den schwierigen und dicken Stellen möchte man langsam nähen. Also tut man was? Man dreht am Handrad! Und am Handrad drehen ist immer ein bischen eine Vergewaltigung der Maschine, denn man zwingt sie zu etwas, was sie nicht automatisch machen würde.
      Schaut man nun auf die neuen Maschinen von Pfaff und Singer und Husqvarna, kann man ganz klar sagen, dass der Schwede in der Versenkung verschwindet. Die Maschinen höherer Preisklasse gehen einigermaßen in der Motorkraft, allerdings gibt es da einfach zum gleichen Preis deutlich besseres, darum würde ich zu einer Hus nie raten. Eine Emerald oder so liegt preislich unten, aber auch hier: für gleiches Geld deutlich bessere Leistung bei anderen Herstellern.
      Singer ist inzwischen ja bei Aldi und Co zu haben. Ich glaube auch bei Ikea. Eine Confidence zB liegt zwar preislich in eigentlich gutem Rahmen - ist aber einfach nicht besonders toll von der Leistung und Motorkraft. Genau wie Paff bekommt man ziemlich viele Zierstiche, aber wenn man es darauf anlegt, würde ich eher zu Pfaff raten als zu Singe, denn im Vergleich dieser beiden schneidet Pfaff doch deutlich besser ab.

      Ich sage jetzt aber mal kurz ausdrücklich: Das, was ich hier schreibe, ist meine persönliche Meinung. Das basiert nicht auf Testreihen oder sonstwas. Es basiert nur auf Näherfahrung vieler Jahre und ein ziemlich breit gefächertes Wissen speziell von Maschinen.

      Pfaff: Grosses Plus von Pfaff sind die Zierstiche. Gerade die Performance 5.0 hat eine Funktion, die ich super finde. Man kann nämlich Zierstiche verdreifachen und die sehen dann aus wie ein aufgenähte Zierband. Wer eine leistungsstarke Maschine zuhause hat und Lust auf eine reine Zierstichmaschine - hin zur 5.0. Da ist die unschlagbar. Perfekt für Homedeco und so.
      Allerdings ist bei Pfaff alles aus Plastik. Greifer, Spule etc pp ist aus Plastik, und wenn ich mit dem Finger an der Spule wackeln will und ir das gelingt, dann kann sich vlt jeder selber vorstellen, wie laufruhig so eine Maschine unter Volldampf ist. Ich ziehe aber auch hier wieder die Polo-Cayennekarte. Von der Durchstichskraft liegen die unter Janome und Brother, preislich allerdings auf gleicher Höhe. Wenn es also nicht um Zierstiche geht, sondern um Materialvielfalt, würde ich auch hier zu etwas anderem raten.
      Nun ist es aber ja auch so, dass man sich beim nähen viel vom Gefühl leiten lässt. Wenn Oma und Mama schon auf Pfaff genäht haben, muss man erstmal seine eigenen Erfahrungen mit der Marke machen. Hat man allerdings auf dem Plan, Leder zu nähen, würde ich nicht die Pfaff wählen, egal welche. Auch die Creative, preislich ganz oben, hat Plastik in Greifer und Spule und keinenennenswert höhere Kraft als eine der unteren Baureihen.....
      Bleiben die Asiaten und die Schweizer.

      Die Asiaten liegen preislich deutlich unter den Schweizern. Brother hat das Problem in den unteren Reihen (Innov is 10 bis ich glaube 55), dass es relativ schnell Probleme mit Weichmachern gibt. Mit "relativ schnell" meine ich ca 6 bis 8 Jahre. Finde ich eigentlich akzeptabel für Maschinen, die unter 1000,- kosten. In den höheren Klassen, vor allem die V-Reihe, ist das nicht so. Die sticken und nähen toll. Allerdings muss relativ schnell (das erste Mal sicher schon nach 3 Jahren spätestens) die Maschine neu justiert werden, um noch sauber zu nähen und zu sticken. Außerdem gibt es ebenfalls relativ schnell bestimmte Ersatzteile nicht mehr. Relativ schnell ist immer dieselbe Zeitspanne bei mir ;o)
      Von der Durchstichskraft liegen die gut, Janome fast noch besser als Brother. Geht es ums nähen, würde ich zu Janome raten, geht es ums sticken, eher zu Brother.

      Das beste, was man sich im Haushaltsbereich antun kann, sowohl von der Qualität, als auch von der Langlebigkeit, ist Bernina. Elna gibt es zwar auch noch, aber dazu kann ich wenig sagen. Bernina ist preislich definitiv oben, sogar ganz oben. Allerdings haben wir hier auch noch die Bauart wie von den bereits oben erwähnten Eisenschweinen, wenn auch nicht in der Hülle. Bei Bernina ist Greifer und Chassis und auch die Spule aus Metall (auch in den unteren Baureihen), in den höheren Klassen aus Carbon, was wiederum das Gewicht verringert. Die Hülle ist bei allen aus Kunststoff, denn heute sollen Maschinen mit zu Kursen und in den Urlaub genommen werden, darum findet sich auch hier Plastik.

      Will man allerdings Leder nähen, würde ich mindestens eine Maschine aus der 5er-Reihe nehmen. Die 530 leistet hier sehr gute Dienste, ist Durchstichsstark auch bei langsamer Fahrweise (bitte dreht bei keiner Maschine im Idealfall am Handrad) und dabei total einfach zu bedienen - kostet aber auch stolze 2000,-
      Dafür näht sie aber auch Seide, ohne sie in den Transporteur zu stopfen. Dies liegt an einem microcomputergesteuerten Gleichstrommotor, der per Nähfussdruck (der verstellbar ist, was auch nicht bei allen Maschinen der Fall ist) erkennt, ob er viel oder wenig Kraft für das Material aufwenden muss.
      Ausserdem hat Bernina 20 Jahre Ersatzteilgarantie, dh, egal was kaputt geht, es kann mindestens 20 Jahre auch repariert werden. Und das Zubehörangebot ist riesig - es gibt nichts, was ich mit einer Bernina nicht nähen kann.... wie gesagt, solange man sich im Privatbereich aufhält.


      Fazit: Mit Bernina ab der 5er fährt man in allen Bereichen sehr gut, Preis ab 2000,- Man hat ewig lange gute Nähergebnisse, und muss sich eigentlich nur einmal für den Preis durchringen, dann braucht man sich danach nie wieder umentscheiden.
      Ist das preislich gerade nicht drin, würde ich was Leder angeht zu Janome raten, aber erst in den Reihen über der 4030 etc. Brother kommt unmittelbar danach, allerdings merkt man den Maschinen an, dass das nichts ist, was sie gerne machen.
      Wer ein bischen Ahnung hat, besorgt sich bei Ebay oder auf dem Flohmarkt eine alte Pfaff. Im Idealfall frisch generalüberholt, dann kann hier nichts schief gehen. Eine Generalüberholung kostet ca 100,- , das sollte man beim Kauf miteinplanen.

      Bei JEDER Maschine ist entscheident, dass Nadel und Garn zum Nähprojekt passen. Auch eine Bernina 780 macht mir keine Naht, wenn die Nadel zu dünn ist oder der Faden zu dick.

      Aber da helfen Euch die Videos von You Tube sicher besser als ich. Ich habe jetzt erstmal fertig, und hoffe, ich konnte ein bischen Licht ins Maschinendunkel bringen....
      Liebe @Sasou , du hast tatsächlich viel Licht ins Dunkel gebracht.

      Dennoch muss ich sagen, das wenn jemand wirklich nur im privatem Rahmen näht, lohnt es sich wohl kaum eine der oberen Maschinen zu holen, denn für private Zwecke reichen auch andere finde ich.
      Gut, ich würde mir nie wieder eine gebrauchte oder aber eine AEG zulegen, dafür ist mir mein Geld einfach zu schade. Allerdings muss ich auch sagen das meine W6 N3300 Exclusiv einfach alles bisher ohne sämtliche Probleme oder gezicke genäht hat.
      Ich denke dennoch das die Wahl der richtigen Nadel und des Garns sehr wichtig ist, ebenso wie das kennen der eigenen Maschine, sowie die regelmäßige Wartung . :)

      Du hast da nunmal mehr den Einblick in die Thematik , das ist nur meine Meinung :)
      Allein die Achtung voreinander , bestimmt den Umgang miteinander ..
      ich weiß schon, die Preise sind Wow- und es ist wirklich unglaublich, wieviele Leute sich Maschinen von 1000,- bis hin zu 5000,- kaufen... NUR für den privaten Gebrauch....! Wirklich viele!
      Hier entscheidet halt jeder für sich, was er möchte, und wofür dann am Ende sein Portemonnaie reicht ;)
      Ich hab nur einen Überblick über die Marken gegeben und darüber, womit man am besten und einfachsten Leder nähen kann :yes: und trotzdem auch eine Maschine hat, die anderen Ansprüchen gerecht wird ...
      Nochmal kurz was zur Lederverarbeitung.... quasi als Nachtrag ;)

      Wenn ihr Leder unter der Maschine habt, braucht ihr ein anderes Füßchen, da das normale Füßchen 'kleben' bleibt- was sich an viel zu kleinen Stichen zeigt, obwohl ihr die Stichlänge nicht verändert habt... die Maschine bekommt das Leder nicht wegtransportierz! Entweder einen Teflonfuss, oder ein Rollenfüsschen- beides braucht man übrigens auch für Wachstuch, bzw halt definitiv eines.
      Dann stellt man bei Leder oder Wachstuch die Stichlänge etwas hoch, also eher 3,5 bis 4, statt 2,5 oder vlt 3- damit das Material nicht perforiert wird.
      Ledernadeln: das besondere an Ledernadeln ist nicht die Spitze, die spitz ist, sondern der Schaft. Ledernadeln schneiden sich durch das Material, da nichts verdrängt werden muss. Im Ergebnis bedeutet das aber auch, dass, wenn ihr rückwärts näht ( um zu vernähen), eure gerade gemachte Naht wieder zerschnitten wird. Bei Leder hört man am letzten Stich auf, zieht die Fäden auf die Rückseite und knotet manuell zusammen.... was einer Gründe für teurere Lederverarbeitung ist! Bei Leder ist nicht nur das Material teuer, auch die Verarbeitung ist dadurch eben einfach aufwändiger...

      Das ist mir nur noch eben so auf m Rückweg vom Stammtisch so eingefallen, was beachtet werden muss
      Hallo,

      mein eigenes Korsettprojekt liegt zwar schon ne ganze Weile auf Eis... weil immer irgendwie was dazwischen gekommen ist..
      aber ich hab es damal mit dem Schnitt relativ einfach gemacht

      Ich hatte von einer Bekannten ein Korsett aus geliehen bekommen, das mir sehr gut passte.
      Davon hab ich dann mit viel Geduld und Sorgfalt das Schnittmuster abgenommen. so war ich sicher, dass das erste Stück dann auch einigermaßen sitzen würde.
      Leider bin ich dann aber nicht weiter gekommen, heute passt der Schnitt nicht mehr, es liegen über 10 kg dazwischen, die ich jetzt wieder mehr auf den Rippen habe.

      Aber ich hoffe in den nächsten Wochen, während ich krank geschrieben bin, auch da mal ein bisschen Zeit für zu finden.
      Nähmaschine und ein altes Betttuch für die Probearbeit stehen parat.
      Stille Wasser sind tief :whistling: :rot: und die Hoffnung stirbt zuletzt.
      Ich habe es bei der Korsage ganz einfach gemacht... man lasse altes T-Shirt anziehen, dann mit Panzertape fest umwickeln, die Schnittlinien einzeichnen und so das vom Körper vorgegebene Schnittmuster abnehmen... so passt es exakt... kann sogar noch einige Zentimeter weglassen.. Ich verwendete 3mm Rindsleder, sogenanntes Gürtel- oder Sattelleder, es ist sehr fest, so dass ich mit einem Zackenrad mit 4mm die Löcher vorgab und mit einer Dreml die Löcher bohrte und mit Kreuzstich von Hand vernähte. Bei der Stärke von dem Material braucht man keine Stäbchen...
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