FLR (Femal Led Relationship) - das unbekannte Wesen?

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      FLR (Femal Led Relationship) - das unbekannte Wesen?

      Da ich für eine Themensammlung zum Thema FLR nicht allzu viel hier im Forum finde, dachte ich mir getreu dem Berg-Prophet-Motto generier ich doch mal ein wenig Content…

      Mich würde generell mal interessieren, inwiefern ihr schon Kontaktpunkte zum Thema FLR (Female -led relationsship) hattet.
      Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr diesen Begriff hört?
      Habt ihr bereits ein Bild davon, was eine FLR Beziehung beinhaltet?
      Und für diejenigen unter euch, die es bereits leben oder gelebt haben:
      Nutzt oder meidet ihr eher diesen Begriff als solches?
      Mit welchen Vorurteilen seht ihr euch konfrontiert, sei es in der normalen Umgebung oder auch in BDSM Kreisen.
      Seht ihr andere Herausforderungen als bei Mann/frau D/s Beziehungen?
      Ich freu mich auf eure Beiträge!

      A_Greedy_Princess schrieb:

      Seid wann ist es normal dass nur Männer die Beziehung führen und seid wann wird davon ausgegangen dass eine Beziehung nur aus Mann und Frau bestehen kann...
      Wer tut das denn?


      Aber gut, dann mal kurz zum Thema:
      FLR ist für mich nur ein grober Begriff für eine 24/7 Beziehung, wobei die Abkürzung hervorheben soll, dass eine Frau die (/eine) dominante Person ist.
      Das war auch schon irgendwo der ganze Zauber des Wortes für mich.
      Generell denke ich, dass es auf der einen Seite Sinn ergibt, mit dem Begriff zu betonen, dass die Beziehung nicht (wie meinem Emfpinden nach die mehrheit der D/s Beziehungen) die Rollenverteilung "Mann ist Dom, Frau ist Sub" hat. Auf der anderen Seite wird dadurch die Unterteilung "FLR vs. die 'normalen' D/s Beziehungen" weiter getragen, was natürlich unvorteilhaft ist, wenn man als Normalität betrachtet werden will.
      So, dann will ich mal auch Etwas in den Raum werfen.
      Grundsätzlich ist es noch gar nicht so lange her, dass mir der Begriff über den Weg gelaufen ist, vielleicht 2 oder 3 Jahre und ich reagierte relativ entspannt,weil ich aus einer Frau/Frau Beziehung kam und für mich somit eine weiblich geführte Beziehung mit deutlichem Machtgefälle das normalste der Welt war :pardon:
      Ich wühlte mich also durch die Tiefen des Internets und war mehr und mehr eher abgestossen von dem ,was dort propagiert wurde, da es eher um Umsetzungen von quasipornographischen Klischees geht als um eine realistische 24/7 Beziehung. Nur wenige Seiten (eher britische) zeigten ein alltagstaugliches Bild von FLR.
      Warum nutze ich den Begriff nun weiterhin?
      Erstmal finde ich es grundsätzlich nicht schlecht eindeutig zu benennen,was ich suche , das bedeutet bei FLR eine Femdom/malesub 24/7 Beziehung bis hin zum EPE bzw. TPE. Ich glaube zudem, dass F/m Beziehungen im Gegensatz zu M/f schon auch noch mit besonderen Herausforderungen in der Gesellschaft konfrontiert werden. Es ist einfach eine Beziehungskonstellation mit Geschlechterrollen, die es so in der näheren Geschichte in unserem Kulturkreis nicht gab. Der Malesub kann sich auf keine grossen Rolemodels beziehen bzw zurückziehen.
      Zusätzlich benutze ich den Begriff auch um immer wieder mal um das Bewusstsein für Femdoms und malesubs in unseren Kreise zu "schärfen" , eine Form der Sichtbarmachung quasi.

      Viva schrieb:

      Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr diesen Begriff hört?
      Habt ihr bereits ein Bild davon, was eine FLR Beziehung beinhaltet?
      so als erstes sehe ich da immer eine Beziehung wo zwar nach Aussen der Mann das Oberhaupt der Familie sein soll - in Wirklichkeit aber die Frau die Hosen an hat und sagt wo es lang geht...... :D so ganz Klischeehaft.......hatte ich als Kind irgendwie ständig in meiner Umgebung.

      In Bezug auf BDSM ist es für mich eine 24/7 Beziehung FemDom/MaleSub
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      heute mittag hatte ich leidr keine zeit zu antworten ...

      ich bin vor gut einem jahr auf den begriff flr gestossen und zwar genau hier. ich weiß nicht mehr genau, wer mich darauf gestoßen hat, aber ich hatte damals das problem (weswegen ich mich hier auch überhaupt angemeldet habe), dass ich mich als frau in der dominanten rolle im gesellschaftlichen spiegel nicht wiedergefunden habe. ich hatte d netz gequält und bin einfach nur auf dinge gestpßen, die von mir massiv entfent sind, insbesondere in einem angloamerikanischen netzwerk, das vorrangig mit bildern arbeitet :D völlig verwirrt bin ich hier gelandet und jmd brachte mich auf die idee mit dem thema flr und das deutschsprachige forum, das es dazu gibt. es hat etwas zeit gebraucht, bis ich mich mit jener seite beschäftigt habe, aber dann war mir im spätherbst letzten jahres endlich klar, dass das kind einen namen hat: mein partner und ich haben eine flr. ich bin ein freund von benennungen, denn es nimmt dingen aus meiner sicht den schrecken, wenn man ihnen einen namen geben kann. :yes:

      ich hatte den begriff zuvor nie gehört, heute ist er für mich das sinnbild dessen, was wir zusammen haben. ich habe auch den eindruck, dass der trend in den usa deutlich stärker ist, das leute ich aber ausschließlich aus jenem sozialen netzwek ab, das ich auch heute noch gerne mal frequentiere ) - stets mit einem lächeln im gesicht, eben weil sich die realität zumindest bei uns ganz anders darstellt. ich denke viele bilder sind extra so gestylt, dass sie bestimmte fantasien befriedigen. und damit meine ich nicht unbedingt die der frauen...

      wir leben unsere flr 24/7. das bedeutet nicht, dass ich meinen partner permanent dominiere - aber ich könnte, wenn ich wollte. mittlerweile habe ich mich mit dem gefühl, dr führende part zu sein, gut angefreundet. ich habe meinen frieden gemacht.

      wie es sich für @Schwarze_Motte anfühlt, muss er selbst sagen. ich habe aber nicht den eindruck, dass es ihn sonderlich stört. im gegenteil. :love:

      reicht das @Viva oder brauchst du noch mehr?
      Vielen lieben Dank empire! Ich denke übrigens nur, dass es einem so vorkommt, dass es im angloamerikanischen mehr flr gibt einfach weil an sich das Becken in dem gefischt würd größer ist und es demzufolge mehr Infos gibt.

      Empire-of-the-sun schrieb:

      wie es sich für @Schwarze_Motte anfühlt, muss er selbst sagen. ich habe aber nicht den eindruck, dass es ihn sonderlich stört. im gegenteil.
      Dann will ich mal den Willen meiner Herrin erfüllen :knien:
      Ich habe den Begriff erstmals von @Empire-of-the-sun gehört, nachdem sie auf Suche nach diesem Thema gegangen ist und muss sagen, dass dieser Begriff tatsächlich voll und ganz unsere Beziehung beschreibt. Von Anfang an lebten wir in dieser Art, ohne dem Kind einen Namen gegeben zu haben. Und mir gefällt es sehr gut so. In meiner vorherigen Beziehung musste ich für meinen Geschmack viel zu oft die Entscheidungen selbst treffen, ohne das Gefühl zu haben, wirklich den Wunsch meiner damaligen Partnerin zu erfüllen. Bei @Empire-of-the-sun hingegen kann ich ganz meine Leidenschaft ausleben, ihre Wünsche zu erfüllen :yes: .
      Was unterscheidet es von einer anderen, vielleicht typischeren D/S-Beziehung? Vielleicht, dass es bei uns durchaus Momente gibt, in der meine Herrin nicht mehr ganz so herrisch ist, sondern sich an mich ankuschelt, ohne dass dabei der Beziehungsstatus irgendwie geändert wird. Mittendrin dann die freundliche Bitte, ihr einen Kuss zu geben oder sonst etwas zu tun, und schon mache ich es :saint: .
      Gerade im Alltag, wenn wir über Problemchen und dergleichen diskutieren und ich durchaus meine Meinung dazu äußere, ist sie es aber, die dann die weitere Richtung vorgibt.
      F.LR. Ist die logische Konsequenz.
      Der Evolution.....
      Naja - vorläufig !
      Dann werden Roboter herrschen- ob die auch unterschiedliche Geschlechter haben...?
      Egal es geht um das hier und jetzt..!
      Meine Freundin ist einfach der bessere Mensch, sie sagt- lass uns spazieren gehen..
      Hätte ich das sagen würde ich einfach auf der Couch liegen und Fernsehen schauen.
      Will damit sagen weibliche Dominanz- heißt nicht vor ihr zu kriechen..
      Eher für sie da zu sein- Sport zu machen.
      Alles was Sie will ist meist weniger als Mann denkt.
      Dennoch schwierig

      Viva schrieb:

      Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr diesen Begriff hört?
      Habt ihr bereits ein Bild davon, was eine FLR Beziehung beinhaltet?
      Mir ist nicht so ganz klar, ob das jetzt alle Beziehungen mit Machtgefälle bezeichnen soll, bei denen der dominante Part weiblich ist, oder ob es eine spezielle Unterart ist, mit ganz spezifischen Ritualen (Stufen?) oder ob es vielleicht eher eine 50s-Houshold-Variante mit getauchten Rollenmustern ist. Das jedenfalls sind so die drei Ideen zwischen denen ich gedanklich schwanke.

      Wie man merkt, richtig viel Ahnung hab ich nicht. :pardon:
      Das erste, was mir in den Sinn kommt:

      D/s an sich ist ja ein geschlechtsneutraler Begriff, unabhängig von den Assoziationen einzelner.
      Dann gibt es FemDom und MaleDom, um zu beschreiben, wer das Sagen hat.
      Dann kommt jetzt noch FLR dazu... Gibt es dann auch MLR? Oder (um es bewusst kontrovers auszudrücken, ich habe nichts gegen Frauen ;) ) haben FemDoms es tatsächlich nötig noch einen zusätzlichen Begriff für sich zu haben um zu zeigen, dass sie das Sagen haben?
      Sorry, aber mir erschließt sich der Sinn dahinter nicht so ganz...
      Mich muss nicht jeder mögen. Es reicht, wenn es die richtigen tun.
      @EinfachIch vielleicht ist es hilfreich zu wissen, dass FLR halt ganz oft mit einer Art rigiden 10 Stufen Plan der Unterwerfung verbunden wird, ich kann Dir nicht beantworten, ob dieser Stufenplan schon immer mit FLR verknüpft war oder nicht. Es ist demzufolge schon nochmal etwas Besonderes im Vergleich zum allgemeinen D/s aber deine Frage ist nicht unberechtigt.
      Servus Viva,


      Mit welchen Vorurteilen seht ihr euch konfrontiert, sei es in der normalen Umgebung oder auch in BDSM Kreisen. Seht ihr andere Herausforderungen als bei Mann/frau D/s Beziehungen?
      Mein Eindruck ist, dass die Konstellation unter anderen Ds-ern, insbesondere bei den subs, eher akzeptiert wird, unabhängig davon wie ausgeprägt das Machtgefälle demonstriert wird. Mir scheint das daran zu liegen, dass Männer nunmal weniger beziehungsneidig reagieren und sich von anderen male subs weniger vorgeführt fühlen als wenn man es mit weiblichen subs zu tun hat.

      Ob ich als submissive Frau von anderen Menschen eher akzeptiert werde als ein Mann, der (s)einer Frau folgt bezweifle ich sehr. Viele Menschen propagieren die vielgelobte Pseudogleichberechtigung ohne sich mit den bis zur Absurdität verzerrten Folgen auseinander zu setzen oder auch nur annähernd im Klaren zu sein was wäre wenn es denn so wäre. :)

      Da aber nicht sein kann was nicht sein darf - wie soll die Masse der Menschen zurecht kommen mit einem Lebenskonstrukt, welches für sie auf ganzer Linie nicht erstrebenswert zu sein scheint, obwohl sie meistenteils ein solches selbst erleben, es nur nicht erkennen?

      Gruß
      triangel
      <<<Toleranz sollte nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.>>>
      Johann Wolfgang von Goethe

      triangel schrieb:

      Servus Viva,

      Mit welchen Vorurteilen seht ihr euch konfrontiert, sei es in der normalen Umgebung oder auch in BDSM Kreisen. Seht ihr andere Herausforderungen als bei Mann/frau D/s Beziehungen?
      Mein Eindruck ist, dass die Konstellation unter anderen Ds-ern, insbesondere bei den subs, eher akzeptiert wird, unabhängig davon wie ausgeprägt das Machtgefälle demonstriert wird. Mir scheint das daran zu liegen, dass Männer nunmal weniger beziehungsneidig reagieren und sich von anderen male subs weniger vorgeführt fühlen als wenn man es mit weiblichen subs zu tun hat.
      interessant . Hast Du denn das Gefühl,dass Männer da sich sicherer in ihren Beziehungen fühlen als Frauen oder einfach "ignoranter" sind?

      Viva schrieb:

      Mich würde generell mal interessieren, inwiefern ihr schon Kontaktpunkte zum Thema FLR (Female -led relationsship) hattet.

      Erstmal was lustiges vor weg, aber nicht so ernst nehmen. ;) :D
      Das erste mal kam ich mit dem Begriff in Berührung, als ich selbst meine Neigung noch gar nicht ausgelebt habe. Damals erzählte mir eine Arbeitskollegin dass sie mit ihrem Mann eine FLR lebt. Völlig zusammenhangslos, ich weiß bis heute nicht warum sie mir das erzählt hat :S . Bei ihren Erzählungen kam mir immer der Gedanke "Warum ist sie mit ihrem Mann zusammen, wenn sie ihn hasst und warum macht der das mit". :D

      Viva schrieb:

      Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr diesen Begriff hört?
      OMG schnell weg! :D


      :LA2:

      Viva schrieb:

      Habt ihr bereits ein Bild davon, was eine FLR Beziehung beinhaltet?

      Ich weiß nicht warum, ob es die Stories von der Kollegin waren oder die tausenden Webseiten die eine FLR Beziehung immer auf eine ganz bestimmte Art und Weise darstellen. Für mich bleibt der Begriff einfach negativ behaftet :pardon: . Ich weiß von mir dass ich keine 24/7 Beziehung leben möchte. Wenn mir aber jemand von seiner TPE, 24/7 oder was auch immer Beziehung berichtet. Bin ich positive interessiert, auch wenn ich weiß dass dies nichts für mich ist. Höre ich den Begriff FLR zieht sich bei mir ehrlich gesagt alles zusammen 8| , obwohl mir natürlich bewusst ist das 90% der Webseiten von irgendwelchen Tastaturerotiker geschrieben wurden und die vermeintlich wenig mit der Realität zu tun haben.
      Vielleicht sind es aber auch die Stufen und Ebenen die du @Viva bereits erwähnt hast die immer dogmatisch fast indoktriniert werden, die mir einen Pelz auf der Zunge wachsen lassen :S .
      Es kommt mir immer so vor als wollte man einen Business Plan für eine solche FLR Beziehung schreiben. Und genau das funktioniert für mich nicht in einer Beziehung die zwischen und auf Basis zweier Menschen als individuelle Individuen basieren. Die sich von einander aber alleine und zusammen von andern Menschen unterscheiden.
      Mir ist auch gar nicht klar warum es denn Begriff geben muss, um ehrlich zu sein :pardon: . Denn allgemeinen Inhalt einer solchen Beziehung kann man nun mögen oder nicht. Jedem auch das seine, aber mir ist nicht ganz klar war rum man sich nicht den herkömmlichen Begriffen TPE, 24/7 oder was auch immer bedient. Liegt dass nur an dem dogmatischen beten der Stufen und Ebenen? Warum kann man nicht sagen wir führen eine TPE Beziehung mit Inhalt A, B, C...
      Ich kann nicht nachvollziehen wie man sich in ein so, und so scheint es mir persönlich, starres Konstrukt stecken lassen möchte. ?(
      Don't tell me what I can and can not do.
      I'd hate to have to make a fool out of you.

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