8.12. –♥– Gefährliche Gedankenspiele

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      8.12. –♥– Gefährliche Gedankenspiele

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      .♥.— 8. Dezember —.♥.

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      Gefährliche Gedankenspiele

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      von
      @DCP-195


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      Auf Einladung eines Freundes war ich auf einer BDSM-Party als Single-Dom ohne Sub. Eher kein Vergnügen.

      Zufällig traf ich ein befreundetes Ehepaar. Rene, Dom. Maya, Sub. Wir kannten uns recht gut, aus der Zeit, als ich noch mit meiner damaligen Sub verheiratet war. Ich bin kein SM-Dom. Meine Art BDSM war schon immer das, was man heutzutage als MindFuck bezeichnen würde.

      Ich bemerkte, dass Maya mich seltsam ansah und dann leise mit ihrem Herren sprach. Danach kam er auf mich zu, begrüßte mich mit Handschlag und wir plauderten. Maya kniete neben dem Tisch ihres Herren, mit ihrer Leine am Halsband fixiert, und schaute interessiert zu uns herüber.

      Nach kurzem Smalltalk kam Rene zur Sache. „Ich habe gehört, das du dieses MindFuck machst. Funktioniert das und was genau ist das überhaupt?“ Ich schaute ihn kurz an und versuchte zu erklären: „Ich erzeuge eine Illusion bei meinem Gegenüber. Alles was passiert, findet eigentlich nur im Kopf des Gegenübers statt, ohne die dazu gehörende reale Handlung. Wenn man mit Worten umgehen kann und das Gegenüber empfänglich ist, kann man damit eine beachtliche Wirkung erzielen. Es kann aber auch wirkungslos verpuffen, wenn nicht der richtige Ton getroffen wird.“

      Mittlerweile standen einige andere Gäste um uns herum und hörten interessiert zu. Rene schaute mich auf seltsame Art an und kam dann raus mit seinem eigentlichen Anliegen. „Meine Sub glaubt nicht daran. Sie hält es eher für esoterischen Humbug.“ Er schwieg einen Augenblick und fuhr dann fort: „Aber sie würde es gern einmal probieren. Mit dir probieren. Wir kennen uns ja schon eine Weile und so bringst du doch eigentlich gute Voraussetzungen mit.“ Erstauntes Gemurmel durchlief die Runde, die sich inzwischen um uns gebildet hatte. „Ihr könntet doch hier, gleich jetzt spielen. Der öffentliche Spielbereich ist gerade frei.“

      Begeistertes Raunen um mich herum. Ich wollte eigentlich nicht. Aber ich war noch jung und irgendwie reizte es mich doch. Und bevor ich wusste, was geschah, hörte ich mich sagen: „Na gut, warum nicht.“ „Prima!", meinte Rene. „Ich hole sie. Es gibt keine Tabus, außer natürlich Geschlechtsverkehr. Der ist bei öffentlichen Spielen ja sowieso eher unüblich. Ach ja, du kannst ruhig etwas härter sein. Sie mag das. Außer Nadelspiele, da hat sie einen Horror vor und ich konnte sie noch nicht dazu bewegen, es einmal zu probieren.“ „Ok, dann weiß ich Bescheid“, sagte ich. „Bring sie zur Spielfläche, ich übernehme sie dort.“

      Ich ging langsam zum Spielbereich, hinter mir eine Menge Interessierter. Langsam wurde mir klar, worauf ich mich da gerade eingelassen habe. Ich habe noch nie vor Publikum gespielt. Aber ich war jung, ich war selbstsicher bis zur Arroganz, ich war Dom! Das würde ich schon hinbekommen.

      Der Spielbereich war mit einem weichen blauen Teppich ausgelegt. Es gab einen mobilen Strafbock und ein kleines Bett, mehr nicht. Maya stand auf dem Teppich, die Hände auf dem Rücken, den Blick gesenkt. Ihr Herr hatte sie wohl bereits eingeweiht.

      Ich ging langsam auf sie zu. Sie war eine wirklich schöne Frau. Außer einem recht massiven Lederhalsband und ein paar sehr hohen weißen High-Heels trug sie nichts. Ein schöner stolzer Schwan in demütiger Haltung. Mein Blut geriet in Wallung. „Dein Herr hat dich informiert, dass wir zusammen spielen werden?“, fragte ich sie. „Ja, Herr. Ich bin bereit“, antwortete sie mit sanfter aber fester Stimme. Ich umrundete sie langsam und ließ meine Augen über ihren Körper gleiten. Dabei bemerkte ich das eine beachtliche Anzahl Zuschauer um uns herum standen. Das beunruhigte mich dann doch etwas und ich schwor mir innerlich, nicht zu versagen.

      Ich wusste, dass sie ihr Halsband nicht selbst anlegen oder abnehmen durfte. Nur auf Befehl ihres Herren oder durch ihren Herren selbst durfte das geschehen. Darauf wollte ich unsere Session ausrichten. Ich baute mich vor ihr auf. Dann nahm ich meine graue Seidenkrawatte ab und verband ihr damit die Augen. Mein Hand streichelte kurz ihr Gesicht und ihre Brüste. „Nimm dein Halsband ab“, sagte ich zu ihr. „Für die Dauer unseres Spieles wirst du mein Halsband tragen.“ „Verzeih, das ist mir nicht erlaubt. Nur mein Herr kann das verfügen“, hörte ich sie mit ihrer sanften Stimme sagen. Das war der Punkt an dem ich einhaken konnte. Das Spiel hatte begonnen. „Auf die Knie“, herrschte ich sie an. Maya folgte sofort, ohne zu zögern. Mit unglaublicher Eleganz, die langes Üben verriet, kniete sie nieder.

      „Ich bin jetzt dein Herr und ich befehle dir, das Halsband abzunehmen“, befahl ich ihr mit leiser Stimme. Ich versuchte so kalt und emotionslos zu sprechen, wie es ging und ich hatte Erfolg. Sie wurde unruhig. „Verzeih, aber nur mein richtiger Herr darf das. Ich bin nicht in der Lage das zu tun“, antwortete sie, noch leiser. Die Umstehenden wurde unruhig und schauten mich an, wie ich darauf reagieren würde. Nicht wenige waren erstaunt, dass ich lächelte. Ich wusste, ich hatte sie. Maya würde erleben, was MindFuck ist und welche Wirkung damit erzielt werden kann.

      Da sie die Augen verbunden hatte, konnte sie die Situation nicht wirklich einschätzen. Aber meine Stimme und die Worte, die sie hörte, ließen sie glauben, dass ich ernsthaft ärgerlich war. Vermutlich kein schönes Gefühl für eine Sub. Ich sah einen Moment auf sie herab, ehe ich sie wieder ansprach. „Du wagst es“, sagte ich mit gefährlich leiser Stimme, „einen direkten Befehl deines Herren zu verweigern? Noch dazu hier in aller Öffentlichkeit?“ Ich wurde lauter: „Mich vor all den Leuten hier bloß zu stellen und zu blamieren? Nimm das Halsband ab!“ Die letzte Worte sprach ich mit schneidender Stimme. Maya war deutlich beunruhigt. Sie wusste nicht wirklich wie sie mit der für sie ungewohnten und sichtlich unangenehmen Situation umgehen sollte. Ich schaute kurz zu Rene, ihrem Herren. Auch er wirkte irritiert.

      „Herr...“, begann Maya. „Stopp!“, unterbrach ich sie. „Diese klare Verweigerung wird für dich nicht ohne Konsequenzen bleiben. Das ist dir hoffentlich klar.“ Sie wurde noch kleiner und unruhiger. „Ja, Herr“, antwortete sie sehr leise. „Du versuchst, meine Autorität zu untergraben. Das muss und werde ich bestrafen und diese Strafe wird nicht amüsant sein sondern eine wirkliche Strafe“, herrschte ich sie weiter an. Ich ging langsam in die Hocke, mein Gesicht auf gleicher Höhe mit ihrem. Mit zwei Fingern hob ich ihren gesenkten Kopf. Mit ruhiger Stimme erklärte ich ihr „Eine Strafe hat für mich genau vier Aufgaben. Sie soll erstens das Fehlverhalten bestrafen, sie soll zweitens weiterem Fehlverhalten in der Zukunft vorbeugen, drittens soll sie dich daran erinnern, dass du die Sub und ich der Dom bin, sie soll dich also auf deinen Platz verweisen. Und Viertens soll sie dich optimaler Weise voranbringen. Sie soll dir helfen, Grenzen auszudehnen oder zu überwinden.“

      Ich bekam keine Antwort, sah aber, dass sie zu schwitzen begann. „Ich weiß“, fuhr ich fort, „dass du keine Nadelspiele magst und dein richtiger Herr damit unzufrieden ist.“ Ein Schauer durchfuhr sie. „Deine Strafe wird also in einem einfachen kleinen Nadelspiel bestehen. Du wirst erkennen, dass das nicht so schlimm ist und deinem Herren später eine bessere Sub sein und seine Wünsche erfüllen können.“ „Herr...“, stammelte sie, „... bitte ...“ Ich ignorierte sie. „Ich werde die Innenseite deiner Oberschenkel für das kleine Nadelspiel nutzen.“ Tränen quollen unter ihrer Augenbinde hervor. Die Seide färbte sich dunkel vor Feuchtigkeit. Ich hörte sie leise schluchzen.

      Rene sah mich mit hochgezogenen Brauen an. Keiner von beiden wusste, dass ich überhaupt kein Spielzeug dabei hatte und schon gar keine Nadeln. Ich beugte mich noch etwas zu Maya vor und baute ihr eine vermeintliche goldene Brücke. „Ich verstehe, warum du das Halsband tragen musst. Aber im Moment bin ich dein Herr und ich will das du meines trägst. Ich wäre aber einverstanden, dass du dein Halsband abmachst und um einen Oberschenkel wieder anlegst. So trägst du es weiter und verstößt nicht gegen den Befehl deines richtigen Herren und wir alle sind zufrieden.“

      Sie schien einen Moment nachzudenken. Dann ging plötzlich eine Wandlung in ihr vor. Sie straffte sich, richtet sich etwas auf und sprach mit zittriger, aber verständlicher Stimme: „Verzeih, Herr, aber dieses Halsband hat mein richtiger Herr mir gegeben und ich bin stolz es zu tragen. Ich werde es nicht ohne seinen Befehl abnehmen. Ich bin bereit, dafür die Konsequenzen zu tragen und nehme die Strafe an.“ Da war sie wieder, die erfahrene, stolze, selbstbewusste Sub. Ich stand auf und befahl auch Maya, sich zu erheben. Ruhig, gelassen und mit gewohnter Eleganz erhob sie sich. Ihr Gesicht war weiß, aber gefasst. Sie weinte auch nicht mehr. Ich nahm ihr die Augenbinde ab und trat einen Schritt zurück. Ich sah Angst in ihren Augen, aber auch unbändigen Stolz.

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      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es bisweilen.
      - Oscar Wilde -
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      Aber noch immer war mir nicht bewusst, was ich ihr antat. Ich verbeugte mich leicht vor ihr und sagte: „Maya, für deine unverbrüchliche Treue zu deinem Herren sowie deinen Mut spreche ich dir meinen tief empfundenen Respekt aus. Trage das Halsband weiter mit Stolz, ich bestehe nicht mehr darauf, dass du es abnimmst. Und natürlich ist auch die Strafe hinfällig.“ Das Gemurmel der Umstehenden wurde lauter. Sogar Applaus kam auf. Maya sah mich mit weit aufgerissenen Augen an und sackte dann schluchzend auf ihre Knie. Ich trat einen Schritt vor und zog sie wieder hoch. Ihr Körper begann plötzlich unkontrolliert zu zittern. Sie wand sich und stöhnte und mit ungläubigen Erstaunen bemerkte ich, dass sie einen Orgasmus hatte. Kein von Lust getriebener, guter Orgasmus, sondern eher eine körperlich Befreiungsreaktion auf die seelischen Leiden, die sie durchlitten hatte.

      Mir wurde plötzlich klar, dass ich in meiner Arroganz mindestens einen Schritt zu weit gegangen war. Solche reale Angst, auch wenn sie „nur“ auf einer Illusion beruht, hat in einem Spiel nichts zu suchen. Ein Spiel soll Lust bereiten, keine Angst. Es war, als zöge mir jemand den Boden unter den Füßen weg. Mir war unsagbar Übel und alles drehte sich um mich. Ich war wie paralysiert. Heute weiß ich, dass ich wohl kurz vor einem klassischen Absturz war, aber damals fühlte ich mich einfach nur elend. Und was macht diese unglaubliche Sub? Sie strafft sich erneut, lächelt ein wenig, neigt den Kopf und fragt leise: „Herr, bitte, darf ich dir für dieses Spiel danken?“ Ich sage mechanisch: „Ja.“ Sie kniete nieder, beugt sich nach vorn und küsst meinen linken Fuß. Ich zog sie mit einer Hand wieder hoch, knallrot im Gesicht. Aber das Drehen hörte in meinem Kopf auf, der Knoten im Magen verschwand und auch die Erde hatte mich wieder. Von einem Umstehenden ließ ich mir ein Glas Rotwein geben und reichte es an Maya weiter. Sie trank es in einem Zug aus, wie eine Verdurstende.

      Ich trat einen Schritt zurück und atmete tief durch. Mein Selbstbewusstsein kehrte wieder zurück, verbunden mit Bewunderung für diese Frau. „Unsere Session ist beendet“, sagte ich. „Du hast das sehr gut gemacht.“ Dass das die Untertreibung des Jahres war, wurde mir erst später bewusst. Diese erfahrene Sub hatte mich vor einem Absturz bewahrt und wusste es vermutlich nicht einmal. „Dein Herr kann sehr stolz auf dich sein, Maya. Ich übergebe dich zurück an ihn und danke dir für dieses Spiel.“ Sie strahlt mich an.

      Beifall brandete auf, meine Schulter wurde von vielen Händen geklopft, aber ich stand noch immer da, wie betäubt.

      Ich kann bis heute nicht fassen, was ich da eigentlich getan habe. Ich habe Beide noch einige Male gesehen und Maya schwärmt noch immer von ihrem MindFuck-Erlebnis.

      Ich habe nie wieder öffentlich gespielt und werde es auch nie wieder tun.


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      - Oscar Wilde -
      Einfach fantastisch @DCP-195 :blumen:
      Eine Geschichte mit Tiefgang, die es in sich hat, die Kopfkino und Prickeln auslöst, ohne das Peitschen, Ketten oder sonstige Fixierungen zum Einsatz kommen - selbst die Nadeln bleiben imaginär...und auch die kritische Selbstreflexion des Protagonisten kommt nicht zu kurz!
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)