10.12. –♥– Frühjahr 1799

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      10.12. –♥– Frühjahr 1799

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      Bitte liked jedoch nicht diesen Beitrag, da er nicht von dem Autor eingestellt wurde, sondern im Rahmen des Geschichtenadventskalender. Der Autor wird, sofern er es möchte, zeitnah hier eine Antwort posten. Diese dann bitte liken, so dass eure Likes auch bei ihm ankommen.

      .♥.— 10. Dezember —.♥.

      ╔═══════════.♥.═══════════╗

      Frühjahr 1799

      ╚═══════════.♥.═══════════╝


      von
      @gentleFrederick

      —.♥.—
      Aus weiter Entfernung ist das dunkle Wummern von Zwölfpfündern zu hören. Ich wache auf. Es ist noch dunkel, Kerzenschein fällt auf die Karten an der Zeltwand. Draußen wird ein Hornsignal geblasen, die Ruhe der Nacht bricht. Ob sie heute über den Rhein setzen? Ich richte mich auf und nicke Marie zu, die am Zelteingang auch gerade zu sich kommt. Sie steht auf und bringt meine Sachen. Draußen Trommeln, Schritte, Stimmen. „Ordányi!“, rufe ich.

      Mein Adjutant erscheint. Er hat noch keine Neuigkeiten. Seine Jacke ist halb geknöpft.

      „Ordányi sehen aus wie ein Schwein.“ Ich blicke zu Boden. Marie zieht mir Schuhe an. „Der kleine Stab alsbald zu mir.“ Er verschwindet wieder, ich lese die letzten Befehle aus Freiburg und Marie knöpft meine Gamaschen. Der Lärm draußen wird lauter. Umherlaufende Soldaten, eilige Kommandos, Wiehern von Pferden, Geklimper. Ordányi erscheint wieder. Die Franzosen hatten begonnen überzusetzen, unsere Beobachter sahen trotz der mondlosen Nacht deren Vorbereitungen, und unsere Artillerie eröffnete daraufhin das Feuer aufs andere Ufer. Aus Freiburg, wie immer, nichts Konkretes.

      Von draußen wird Kollin gemeldet. „Herein!“ Eine Umarmung. Kurz darauf Herfort, Báczkai und der junge Katzelsdorf. Die Lage wird besprochen. Unterdessen legt Marie mir die Halsbinde an, knöpft meine Weste und hilft mir in die Jacke. Helles Knallen der Sechspfünder mischt sich unter das Donnern der Zwölfpfünder. Noch etwa halbe Flussbreite. Bald legen sie an. „Zehn nach sechs.“ Alle stellen ihre Uhren. „Auf die Posten.“ Marie und ich verbleiben allein. Der Säbel. Die letzten Knöpfe. Dann Schweigen.

      „Wo?“
      „Ich weiß nicht. Rastatt vielleicht.“
      „Wann?“
      „Ich weiß nicht. In vier Tagen vielleicht.“
      Ein Kuss.
      Ich gehe.

      Zwei Wochen später, irgendwo in Württemberg.

      Es ist Nacht und der Regen prasselt wild auf das Dach des Gasthauses. Ich trete in das Zimmer, schließe die Tür, setze mich an den Tisch. Erschöpft lasse ich den Säbel fallen.


      „Wo ist Ordányi?“
      Ich antworte nicht.
      Eine Hand fährt über meine Stirn.
      Über meine Schultern.
      Ich verziehe vor Schmerz das Gesicht.
      „Nur ein Kratzer.“, bringe ich aus mir heraus.
      „Steht auf.“
      Ich stehe auf. Schließe die Augen.
      Schritte gehen langsam ans andere Ende des Raumes.
      Minuten vergehen.
      Alles was geschah.
      Es tritt in den Hintergrund.
      Es geht weg.
      Ich lasse mich fallen.
      „Kniet.“
      Langsam sinke ich nieder.
      Die Knöpfe meiner Gamaschen kratzen an den Holzbohlen des Bodens.
      Keine Freiheit.
      Keine Schuld.
      Nur Pflicht.
      Lästige Pflicht.
      Aber seit Straßburg meine göttliche Marie.
      Unendliches Fallenlassen.
      Ist das Vergnügen?
      Wer weiß.
      Niemand weiß.
      Ich beginne zu lächeln.
      Marie kommt mit langsamen Schritten wieder auf mich zu.
      „Hinlegen.“
      Ich stütze mich nach hinten ab.
      Bringe die Beine nach vorn.
      Vorsichtig lege ich mich zu Boden.
      Der Zweispitz rutscht von meinem verschwitzten Kopf.
      Die harten Holzbohlen unter meinem Kopf.
      „Endlich.“
      Sie hebt ihren Rock.

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      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es bisweilen.
      - Oscar Wilde -
      Eine faszinierende Geschichte, vielen Dank! Ganz anders als alle zuvor. Ich würde definitiv gerne mal einen historischen Roman von Dir lesen. :)
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Als ich die Geschichte heute morgen las, @gentleFrederick war da nur ein Wort in mir: Beeindruckend. Doch ich konnte es nicht “aussprechen“, da ich ansonsten sprachlos war. Danke, für diese ganz andere, besondere, nachhallende Geschichte, die so an dieser Stelle wohl nicht zu erwarten war.

      Ich mag sie gerade auch in ihrer Länge. Jedes Wort hat - wie Noten in einer gelungenen Komposition - seine Berechtigung und genau den Platz eingenommen, an den es gehört. Ich hatte den Klos im Hals wegen einer grausigen Realität, die als Hintergrund dient. Und doch findet ein hoch erotischer Moment seinen Platz darin. Das ist... für mich... beeindruckend.