Tagebuch - Was tun wenn man keins schreiben möchte?

      Tagebuch - Was tun wenn man keins schreiben möchte?

      Hallo erstmal! Ich weiss, das Thema Tagebuch war hier schon mal besprochen und alle waren so begeistert davon, aber jetzt habe ich eine Frage an alle die diese Begeisterung nicht teilen...Wie kann man dem Dom erklären, dass es eine schlechte Idee ist...man kann einen menschen..egal ob sub oder einen menschen , der mit bdsm nichts zu tun hat,zu etwas zwingen, dass er in der Wirklichkeit gar nicht will und erwarten, dass es daraus was gutes ensteht...das Argument "Ich werde das nicht machen" reicht nicht aus:)))Spaß natürlich...aber vlt. hatte jemand eine ähnliche Geschichte und musste letzendlich das nicht machen;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon () aus folgendem Grund: Wortwahl entschärft, bitte in Zukunft weniger deftig.

      Tatsächlich ist ja das Tagebuch (zumindest in meinen Augen) auch oder gerade als sekundäres Kommunikationsmittel gedacht. Für Dinge die Sub vielleicht denkt oder fühlt, aber einfach nicht artikulieren kann oder will. Sei doch entsprechend kreativ und schreib in dein Tagebuch wie sehr du das schreiben ins Tagebuch hasst :D . Ich muss allerdings sagen das ich von sub durchaus verlangen würde das sie es zumindest versucht. Verändern kann man das ja immer noch später. Wenn sub ansonsten kommunikativ und offen ist, ist es ja nicht so nötig. Warum magst du es denn nicht?
      "Things are only impossible until they're not" Jean-Luc Picard
      Grundsätzlich kann jede und jeder frei entscheiden und im Normalfall geschieht dies auch ohne Druck und schlechte Gefühle/ Gewissen/Vorwürfe.
      Mache dir bewusst, was du möchtest, suche das Gespräch mit deinem Partner und dann hoffe ich ihr findet eine gemeinsame Lösung.

      Vielleicht könntest du auch den erwähnten Tagebuch Thread verlinken, dann gibt es unter Umständen auch noch etwas konkretere Rückmeldungen.

      123abc123 schrieb:

      das Argument "Ich werde die scheiße nicht machen" reicht nicht aus:)))Spaß natürlich...aber vlt. hatte jemand eine ähnliche Geschichte und musste letzendlich die Scheiße nicht machen;)
      :gruebel: Also Du nimmst Sachen in den Mund, die nehme ich nicht mal in die Hand. ;)

      Vielleicht erlässt Dir Dein Dom die Führung eines Tagebuchs ja, wenn Du ihm, wie die Vorschreiber schon geschrieben haben, sachlich erklärst was Du daran schlecht findest. Das von Dir angeführte Argument ist meinem Verständnis nach eher dazu geeignet, Dom herauszufordern und dieser fordert dann erst recht die Führung eines Tagebuchs. Ich weiß ja nicht wie ihr sonst so miteinander redet, aber bei uns wäre das wohl so.

      Und noch ein kleiner Hinweis: Etwas, das viele Foris hier sehr gerne machen als Scheiße zu bezeichnen ist mitnichten ein sehr glücklicher Start im ersten Beitrag :secret:
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.
      Grundsätzlich würde ich sagen:

      Wenn Dom es so ansagt, wird es gemacht ohne Diskussion und Gemaule....

      Wenn es Dir schwer fallen sollte Dich zu artikulieren, kannst Du ihm das höflich sagen. Nicht Jedem fällt der Umgang mit Worten leicht. Reden ist immer eine gute Idee und nicht hinterm Berg halten mit Dingen, die einem Probleme bereiten.

      Dom hat nicht nur das sagen weil es ihm zusteht sondern auch weil er die Verantwortung trägt, sich um Dein Wohl sorgt, Dich führt und leitet zu Deinem Vorteil.

      Reden, nett fragen heißen die Zauberwörter.

      Viel Glück wünsche ich Dir und willkommen hier im Forum :blumen:
      Das gespräch hatten wir mehrmals...ich versuchte es ihm zu erklären, dass es nichts für mich ist, dass ich alles was er wissen will ihm auch persönlich sagen kann ,dass ich keine Zeit und Lust und Kopf dafür habe,dass ich da sowieso nicht mehr reinschreiben werde, als ich ihm ins Gesicht sagen kann...usw usw...ich habe es sogar paar mal gemacht...er sagt dass er entäuscht ist von dem wie ich das mache...na was soll ich sagen...er kan mich zwingen das zu machen, aber er kann mich nicht zwingen es machen zu wollen....
      Willkommen hier bei uns @123abc123 :blumen:

      :rot: Ich habe eine Verständnisfrage. Entweder sind mir mittlerweile meine Gehirnzellen eingefroren oder ich denke schon wieder zu kompliziert :pillepalle:

      Du hast geschrieben:" ...man kann einen menschen..egal ob sub oder einen menschen , der mit bdsm nichts zu tun hat,zu etwas zwingen, dass er in der Wirklichkeit gar nicht will und erwarten, dass es daraus was gutes ensteht."

      Fragst Du uns als sub oder als Frau? Ich verstehe es nicht :pardon: In deinem Profil steht sub. Also gehe ich davon aus, dass Du mit BDSM zu tun hast.

      Ich hoffe, meine Zeilen sind nicht zu konfus :rot:
      Du kannst nur vertrauen, wenn du spürst, dass du geliebt wirst <3
      Mehr Informationen wären für das Thema echt sinnvoll, denn gerade kann man nur vermuten in welcher Beziehung ihr zueinander steht. Frisch kennengelernt? Längere DS-Beziehung? Was bedeutet: "egal ob sub oder einen menschen , der mit bdsm nichts zu tun hat"? Kannst du mit BDSM nichts anfangen, aber hast einen Dom als Partner? Finde ich durchaus wichtig, um überhaupt zu wissen von was wir reden. So kann ich nur von mir ausgehen. :pardon:

      Ich hatte meine Tagebuchvorgeschichte als ich meinen Partner kennenlernte und wir redeten immer wieder und viel darüber, ich erklärte warum es mir schwerfällt zuzustimmen. Kurz: Mir wurde es nicht aufgetragen. Irgendwann, nach Monaten, bat ich von mir aus darum, dass wir Tagebuch einführen. Da war ich bereit dafür, er auch und stimmte zu. Denn Tagebuch ist in meinen Augen nicht nur eine einseitige Aufgabe und Arbeit, wenn es keine Enttäuschung werden soll.

      Unser Ritual führe ich hier nicht näher aus, da das Thema ein anderes ist. Doch wie bei allem finde ich auch hier, dass Kommunikation in beide Richtungen wichtig ist. "Ist scheisse" hat für mich mit Kommunikation wenig zu tun und ist vor allem nicht zielführend.
      ;)
      Ahh...hallöchen...eine private Runde ist immer guz:))
      mit dem satz wo das wort scheiße vorkommt, wollte ich einfach dass der Beitrag nicht so ernsthaft klingt...aber ja ich bin sub...also eher brat...hoffe ich habe den Begriff wohl richtig geschrieben...also wir haben uns erst vor ein paar monate kennengelernt...erst auf monogamen dom sub basis...hier übrigens bei gentledom:)
      aber so wie es jetzt aussieht geht es in die Richtung einer Beziehung...aber da ich eine "brat" bin denkt er einerseits dass ich rumzicke und zweitens er hatte eine schlechte Erfahrung mit einer anderen Frau, wo alles waa sie besprochen haben von ihr dann anders interpretiert wurde...also ich will jetzt auf jeden Fall jetzt die Geschichte nicht genau erläutern...scließlich ist es ja nicht meine Geschichte...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 123abc123 ()

      Mh, also ich hatte bisher Glück das keiner der Doms die ich hatte dies gefordert hat. Nur einmal als ich im Urlaub war sollte ich schreiben, da wir in dieser Zeit wenig Kontakt haben konnten und er es danach alles lesen wollte ^^ Das war für mich total ok, aber ansonsten wäre es für mich Stress pur das jeden Tag machen zu müssen.
      Aber das Urlaubstagebuch muss wohl gut gewesen sein, er hat es immer noch :whistling:
      Diese Welt ist seelenlos, nur bei dir finde ich trost.
      Halt mich fest in deinen Armen, lass mich niemals wieder los :love:
      Ein Versuch aus Dom-Sicht:
      In der Vergangenheit habe ich 2 mal Erfahrungen mit Tagebüchern gesammelt. Einmal habe ich es zugelassen, dass es einfach versandet ist. Das lag im gegenseitigen Desinteresse, sozusagen. Nette Idee, war dann aber nix. Einmal wollte ich es durchsetzen und das würde ich nie wieder tun, weil es nichts ist, was man durchsetzen kann, würde ich sagen. Es ist viel zu persönlich, aufwändig, greift viel zu stark in die Person von Sub und in die Beziehung ein, dass man es gegen Widerstand durchsetzen kann. Ich jedenfalls nicht. Ausserdem ist es nicht gut, wenn sie sich dauerhaft ungenügend und schlecht fühlt bei etwas, was ja intim, nah, verräterisch, vertraut und lustvoll sein soll. Und ein Produkt, das unmittelbar aus dem innersten kommen sollte. Das ist unerzwingbar, und es zu versuchen, wäre für mich ein Fehler.
      Ausserdem glaube ich, ich wüsste, ob sie eines führen möchte oder nicht. Wenn ich mich darin sehr täuschen würde, würde mich das beunruhigen, und es wäre ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
      Grundsätzlich lasse ich gerne etwas für mich schreiben. Es ist ein Mittel, sich auszutauschen, ohne dass sie etwas sagen muss, z.B. ... sie kann mir so etwas nahebringen, was sonst nicht so einfach zu sagen wäre. Ausserdem ist es etwas, was Sorgfalt erfordert und wo sie etwas Persönliches in Gedanken an mich ausdrückt. Ich fühle mich dann sehr präsent. Ein Tagebuch würde ich wahrscheinlich nicht fordern, weil ich nicht glaube, dass sie das in gleichbleibender Qualität schaffen kann, es gibt ja auch Alltag und Tagesform. Und es hat das Risiko, dass es zu etwas Routiniertem, Alltäglichen wird und schnell den Zauber verliert. Ich gebe aber gerne schriftliche Aufgaben, und freue mich, wenn sie sie gerne und inspiriert erfüllt.
      Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit, das Tagebuch zu vermeiden, dass Du ihm etwas ähnliches anträgst, dass ihm vielleicht sogar mehr geben könnte und Dich entlastet von dem, was Du ja offenbar überhaupt nicht möchtest.
      It's a sad and beautiful world.
      Schreib doch einfach jeden Tag in das Tagebuch wie nervig du es findest dort etwas rein zu schreiben. Was glaubst du wie schnell der kein Interesse mehr daran hat. :icon_lol:

      So in etwa:

      Tag 1
      Liebes Tagebuch, ich hasse dich, du bist so unnötig und stiehlst mir nur meine kostbare Lebenszeit...

      Tag 2
      Liebes Tagebuch, ich hasse dich immer noch. Der Zwang dich ausfüllen zu müssen erfüllt mein Herz mit Hass und tiefer Aggression.

      Tag 3
      Liebes Tagebuch, erneut bin ich genötigt mit dir zu interagieren. Ich habe bereits Tagträume wie ich dich an mein Auto binde und 200km hinter mir her schleife.
      Don't tell me what I can and can not do.
      I'd hate to have to make a fool out of you.
      Wie wäre es wenn du einfach mit ihm redest.

      Ich sollte auch täglich tagebuch führen , hab mir ihm geredet das es mir zu viel ist es täglich zu führen, aber sobald mich was bedrückt oder wenn wir ne Session hatten schreibe ich es .
      Eine Frau die sich selbst unterwirft kann nicht gedemütigt werden. Sie hat den absoluten Vorteil sich in selbstgewählter Weise einem selbstgewählten Menschen unterworfen zu haben und wird dadurch unverletzlich.
      • Simone de Beauvoir
      Wenn ich als Dom sage, "Du schreibst ein Tagebuch.", schreibt sub ein Tagebuch. Es sei denn, sie kann mir in verständlichen Worten erklären, warum sie das nicht möchte oder kann. Tagebuchallergie oder so. Da würde "Was soll der Scheiß?? Will ich nicht." mit Sicherheit nicht reichen :pardon: . Rede mit Deinem Dom oder such Dir jemanden, der das nicht von Dir verlangt.
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel:
      Ich erzähl dir mal von meiner Aufgabe, das könnte evtl. ein guter Kompromiss sein:

      Ich habe Tagebuch zu führen und jedes Wochenende vorzulegen, ABER nur über Dinge, die mit uns beiden zu tun haben.
      Ich soll aufschreiben, was mir gefallen hat und was es in mir ausgelöst hat.

      Inzwischen habe ich schon 2 Oktavhefte vollgeschrieben und immer, wenn ich sie mir vornehme und nachlese, steht da nur Positives drin.
      Jeden Tag werde ich, manchmal auch mehrfach, gefragt, wie ich mich fühle und ich habe wahrheitsgemäß zu antworten.
      Negatives wird also besprochen und nicht verschriftlicht, es sei denn, im Chat.

      Anfangs fand ich es auch gewöhnungsbedürftig, war manchmal auch ziemlich genervt davon.
      An unseren Wochenenden musste ich mir Stichpunkte zwischendurch machen, damit ich nix vergesse, zu erwähnen.

      Inzwischen sehe ich das lockerer. Vieles wiederholt sich, ich führe es dann nur noch auf, wenn es mich mal wieder extrem geflasht hat
      und ich trage inzwischen auch nach, wenn mir erst ein paar Tage später etwas einfällt, was ich vergessen hatte.

      Ich finde diese Aufgabe echt sinnvoll. So lege ich den Fokus auf das Positive, auf meine/unsere Weiterentwicklung, unser gemeinsames Wachstum.
      In der Vergangenheit hatte ich mitbekommen, dass sich Menschen in meinem Umfeld immer wieder in die negative Stimmung ihrer Tagebucheinträge reinsteigern, das kann bei mir nicht passieren, es gibt ja keine :pardon:
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -