Wie sehr bestimmt BDSM das Leben?

      Wie sehr bestimmt BDSM das Leben?

      Liebes Forum,

      (Für den Fall, dass es ein ähnliches Posting bereits gibt, bitte ich um einen Hinweis)

      Info: es geht NICHT um die Integration von BDSM in den Alltag (Im Sinne von subbig oder dommig sein).
      Es geht darum, wie sehr einen BDSM beschäftigt. Böse formuliert: Suchtfaktor

      Als Dom habe ich halt an der Backe, Szenarien für eine Session entwickeln zu dürfen.

      Das heißt, ich befasse mich schon, gewissermaßen auf zweiter Schiene, damit, mir kleine Sauereien auszudenken.

      Anderes Beispiel:
      Ich habe vor längerer Zeit mal irgendwo gelesen, dass 6-8 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen aktive BDSMler sind.
      Und ich mich dabei erwische, in der Straßenbahn sitzend, abzuzählen:
      Eene, meene, miste...

      Dann die Sache mit dem Pellkartoffelhalter, den ich, was völlig anderes suchend, beim Einkaufen entdeckt habe.
      Verdammt: Warum kann ein Pellkartoffelhalter nicht einfach ein Pellkartoffelhalter sein?
      N e i n, DominusBremen denkt sofort um die Ecke :(

      Andererseits:

      Sexualität ist für mich etwas, das ich als Antriebskraft des Menschen sehe.
      Sexualität zu negieren halte ich für praktisch unmöglich.

      BDSM ist eine Spielart der Sexualität.

      Also liegt es in der Natur, sich mit Sexualität / BDSM zu beschäftigen.

      Klar ist, dass BDSM den beruflichen Alltag nicht stören darf.

      Nur, wenn ich Freizeit habe, merke ich einfach, dass mich BDSM doch sehr beschäftigt, was dazu geführt hat, dass ich einen meiner beiden Sprachkurse aus Zeitgründen aufgegeben habe.

      Wie sieht es bei Euch aus?

      Liebe Grüße

      DominusBremen
      Okay...gute Frage...dann will ich mal...

      Also, ich muss zugeben, das ich das mit der Sexualität als Antriebskraft genau so sehe wie du @DominusBremen...

      Egal ob ich male, zeichne, schreibe, etwas neues lerne,mir was schönes kaufen gehe oder oder oder...wann immer ein Funke Kreativität dabei ist, hat es zumindest entfernt mit Lust oder Erotik oder wenigstens mit der schöpferischen Kraft, die dahintersteht zu tun.

      Als ich mich entschlossen habe, meine Neigung mal richtig auszuprobieren, sind andere Dinge eine Weile komplett auf Eis gelegt worden. Jetzt, wo ich weiß, BDSM ist MEINE WELT, sehe ich überall Möglichkeiten und suche aktiv Menschen, die, wie ich offen damit umgehen.

      Das hat teilweise lustige Züge angenommen :rot: Ich kann durch keinen Baumarkt mehr, ohne durch die Abteilung mit den Rundhölzern zu schlendern und gelegentlich verträumt eins in die Hand zu nehmen. ( da sollte ein Sticker drauf...hilft gegen Migräne ;) )
      Wenn ich Kleiderhaken mit diesen fiesen Hosenklammern drauf sehe, denk ich an alles Mögliche, nur nicht daran, Klamotten da dranzuklemmen. Und so weiter...

      Ich sehe Paare in meiner Umgebung jetzt mit anderen Augen. Unter dem Gesichtspunkt "abgemachtes Gefälle" ergeben manche Verhaltensweisen plötzlich Sinn und ich stelle mir auch vor, ob der....oder die...

      Und Vertrauen...JETZT weiß ich, dass gesunder Menschenverstand und absolutes Vertrauen sich keineswegs ausschließen müssen. Ich würde sagen...JA, BDSM hat mein Leben verändert, verbessert und beeinflusst mich ganz gewaltig.

      Danke...schöner Thread....Izrah
      Für mich ist BDSM ein Teil meines Lebens aber nicht mein einziger Lebensinhalt.
      Ja, mir würde etwas fehlen, es nicht ausleben zu können, es unterdrücken zu müssen und ich denke, es würde mich auch unglücklich machen.
      Dennoch ist es eben nur ein Teil meines Lebens.
      Ich habe Freunde und Bekanntschaften, die mit dem Teil nichts zu tun haben (auch wenn sie wissen oder ahnen, wie ich ticke), und ich kann mit ihnen völlig "normal" Abende oder Tage verbringen.
      Mir ist mein Bdsm wichtig. Ja. Aber ich würde es nicht (mehr) meinen anderen Interessen überordnen. Es ist ein Bestandteil neben meinen anderen Interessen.
      In meiner Sexualität nimmt es eine große Rolle mit ein. Dennoch kann ich auch ohne diesen Bestandteil Erfüllung finden. Nicht auf Dauer. Aber das hat ja keiner behauptet. ;)
      Viele Grüße
      safine
      ich ganz schön, das BDSM viele von uns beschäftigt.
      Wenn ich mir hier den harten Kern ansehe, ist er mindestens einmal am Tag hier!
      Mich begleitet das eigentlich jeden Tag mehrere Stunden.
      Ich gucke oft hier rein, weil mich das Thema und die Leute wirklich interessiert und beschäftigt.
      Ich telefoniere jeden Tag mehrfach mit der Meinen.In jedem Gespräch kommt immer irgendein Aspekt aus diesem Bereich zur Sprache.
      Ich habe mich vor meiner Infizierung durch BDSM niemals so intensiv mit meiner Sexualität auseinandergesetzt.
      Und ich fühle mich damit sehr wohl und habe noch nie so eine innige Beziehung gehabt.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Guten Abend ihr Lieben :)

      ich sehe das so wie @safine ... BDSM ist ein wunderschöner Teil meines Lebens, aber weit davon entfernt es als Sucht für mich einzustufen ... ich lerne momentan so viele andere interessante Dinge kennen über die ich alles erfahren möchte (geht in den gesundheitlichen Sektor) und bin dadurch ständig beschäftigt, ich denke eigentlich nur an BDSM, wenn ich mit meinem Herrn @-LEON- Kontakt habe. Die tiefe Liebe zu meinem Herrn, macht BDSM überhaupt erst zu dem, was es für mich ist.

      Ich liebe unser BDSM, aber ich könnte nicht behaupten, dass ich ohne nicht leben könnte ... es würde mir aber sehr fehlen.


      Majasdom schrieb:

      Ich habe mich vor meiner Infizierung durch BDSM niemals so intensiv mit meiner Sexualität auseinandergesetzt.
      Und ich fühle mich damit sehr wohl und habe noch nie so eine innige Beziehung gehabt.
      @Majasdom ... damit sprichst du mir aus der Seele. Auch ich habe zuvor niemals so ein Gefühl von Geborgenheit und Innigkeit gespürt <3
      Du siehst die Welt nicht wie sie ist, Du siehst die Welt so wie Du bist
      @Izrah , Deinen Ansatz mit der Kreativität kann ich sehr gut nachvollziehen. Du beschreibst das sehr treffend.

      BDSM ist für mich eine Option andere Intensitäten der Sexualität zu erleben, den mentalen und physischen Wirkungskreis des intimen Miteinanders auszudehnen. Es ist ein wenig wie beim Kochen ... Nahrungsmittel werden einfach leckerer, wenn man Zutaten geschickt mischt und Gewürze verwendet.

      Und @DominusBremen, eröffnet uns das Spielfeld BDSM nicht eine längere Lebensspanne aktiver Sexualität? Gerade weil es das Sexualorgan Hirn so stark fordert?

      Ich persönlich finde es sehr sinnvoll eingesetzte Zeit, wenn man sich mit Lust Gedanken macht, wie man mit einem geliebten Menschen möglichst intensiv auf allen Ebenen interagieren kann.
      Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will.
      (Gustav Klimt)
      BDSM beschäftigt mich täglich :D und ich oute mich mal: Ja, ich bin auch täglich hier :thumbsup:

      Der Suchtfaktor ist bei mir hoch, einfach weil es unser Leben so sehr bereichert hat. Wir haben uns als Partner dadurch auf einer ganz anderen Ebene neu kennengelernt, Sexualität ist damit ein Thema geworden, über das wir uns oft austauschen.

      Kopfkino... gibt es etwas schöneres, besonders wenn man gerade aus gesundheitlichen Gründen brav sein muss? Süße Folter... ^^

      Oder wie man sich gegenseitig anstachelt, sobald es auf die nächste Session zugeht... :love:

      Deshalb kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen, BDSM ist eine mächtige Triebfeder. Ein Turbo-Booster für das Liebesleben, die Kreativität und den Antrieb allgemein :thumbup:
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.
      Oha, ertappt!

      Also mich beeinflusst das Thema sehr. Fast zu sehr, ich muss manchmal aufpassen, was ich Anderen gegenüber sage.
      Es gehört definitiv zu mir und meinem Leben - ich kanns nicht lassen, daran zu denken.

      Schon als Kind habe ich gerne beim Cowboy und Indianer spielen gefesselt.
      Obwohl ich widerwilliges Zufügen von Schmerzen aufs Äußerste verachte und niemals praktizieren würde, sehe ich mir auf alten Burgen immer am liebsten die Folterkammer und die darin befindlichen Gerätschaften an.

      Der Beitrag von @Izrah ist für mich sehr gut nachvollziehbar.
      Mir fallen immer und überall "zweckentfremdbare" Gegenstände im Alltag auf. Als Izrah die Hosenbügel und den Baumarkt erwähnte, dachte ich, der Beitrag kommt von mir. :gruebel:
      Ich muss auch im Baumarkt immer aufpassen, dass ich das eigentliche Einkaufsziel nicht vergesse.
      Nun ist es auch so, dass ich handwerklich ziemlich begabt bin und gerne gewisse Dinge konstruieren würde.
      Zum Beispiel faszinieren mich immer wieder die Metall-Rohrkonstruktionen zum Fixieren der Subs auf einer bekannten Website und die vielseitigen Möglichkeiten, die sich mit einem solchen System ergeben.

      Wenn in meiner Nähe mal so ein Studio eröffnet, dann würde ich mich dort direkt als Kulissenbauer bewerben!

      Allerdings ist das alles nur in meinem Kopf. Mir fehlt der Spielpartner dafür - meine Frau hat leider kaum Interesse an solchen Sachen.
      Ausleben konnte und kann ich es also leider nicht und ich muss aufpassen, dass mich das nicht kaputt macht. :fie:


      LG tsp
      Momentan bestimmt es mein Leben sehr. Ich hatte meine Wünsche, meine Neigung für sehr lange Zeit ganz weit weg gepackt. Ab und zu blitzte sie mal auf und forderte etwas Raum, da es mir aber absolut unrealistisch erschien, sie jemals in meinem Leben wieder ausleben zu können, habe ich versucht, mich nicht weiter damit auseinanderzusetzen. Manchmal ändern sich aber Dinge und ich befinde mich nun in der schönen (teilweise schwierigen) Lage, mich wieder damit auseinandersetzen zu dürfen. Damit prasselten dann zig tausend Frage auf mich ein. Und so bin ich hier im Forum gelandet.
      Da sich gerade in meiner Beziehung viel verändert, setze ich mich auch zwangsläufig sehr viel mit dem Thema BDSM auseinander, bin viel im Forum ... und muss mich manchmal daran erinnern, dass mein Leben auch noch andere Facetten hat und BDSM nicht zu viel Raum beanspruchen sollte.
      "This world is just illusion..."
      Ich muss sagen, dass BDSM nicht mein Leben bestimmt, auch, wenn es zu meiner Person gehört. Es bestimmt maßgeblich meine Partnerschaft, aber nicht mein Leben, weil auch meine Beziehung nicht mein Leben ausmacht, was die Bedeutung oder den Wert meiner Liebe überhaupt nicht schmälert. Ich könnte auch ohne BDSM meine Beziehung führen, wenn es sich so ergibt. Was ich nicht ändern kann, ist meine dominante Persönlichkeit, die ist für mich aber auch unabhängig von BDSM.
      Mein Leben ausserhalb des BDSM ist nicht permanent von BDSM durchtränkt und ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich es immer irritierend finde, wenn Menschen so schreiben,dass sie quasi durch keinen Baumarkt gehen können oder durch keine Obstabteilung ohne angefixt zu werden. Ich will niemanden zu nahe treten damit, aber mich erinnert das immer an Teenies, die gerade ihre Sexualität entdecken und die nicht mal mehr eine Banane essen können ohne zu kichern.
      Wenn ich einkaufe, dann bediene ich meine Lust am Kochen, wenn ich im Baumarkt bin,dann bediene ich meine Lust am Erschaffen. Und wenn ich daran denke, wie ich meinem Partner und mir Lust verschaffen kann, dann kann es schon sein, dass etwas auf die Einkaufsliste wandert.
      Ich lese zum Beispiel auch keine BDSM Bellestritik,weil ich verliebt bin in das Spiel mit der Sprache und mich freue über die Fantasie der Schriftsteller, bisher hab ich da noch nichts rein BDSMiges gelesen, was diese Lust in mir befriedigt. Würde ich nur an BDSM denken, dann fände ich das Leben ein wenig eindimensional ( für mich!). Aber trotzdem geniesse ich es in vollen Zügen. Aber wenn BDSM schon bunt ist,dann soll mein Leben eine Farbexplosion sein.
      Leben ist Teil meines BDSM, aber nicht alles. ;)

      Spaß beiseite. Ich beschäftige mich momentan sehr intensiv damit. Allerdings gehe ich davon aus, dass das vorübergehend ist. @Vivas Vergleich mit den giggelnden Teenagern ist gar nicht verkehrt, denke ich: Zwar weiß ich schon recht lange, dass ich irgendwie auf BDSM stehe, aber diese Fülle der Möglichkeiten wurde mir erst bewusst, als ich mich hier angemeldet habe. So gesehen bin ich da aktuell noch in einer Entdeckungsphase, in der der Focus sehr stark auf BDSM liegt. Ich finde das auch in Ordnung.
      Wenn ich etwas neues entdecke, konzentriere ich mich immer vorübergehend sehr stark darauf. Dann will ich alles darüber in Erfahrung bringen, nerve mein Umfeld damit, aber nach einer Weile lässt das wieder nach. Üblicherweise hält das zwei oder drei Wochen an. Dass BDSM mich so lange schon in seinem Bann hat, liegt wohl daran, dass es auch erheblich intensiver ist als eine bisher unbekannte Band.

      Über kurz oder lang wird sich meine Euphorie aber normalisieren, und BDSM wird einen etwas geringeren Stellenwert in meinem Alltag einnehmen.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Als ich vor gut 3 Jahren meine Neigung zugelassen habe, hat mich das Thema schon sehr beschäftigt.
      Ich habe viel gelesen. Keine BDSM-Romane, sondern Sachbücher. Weil ich verstehen wollte, warum ich bin wie ich bin.
      Das hat irgendwann nachgelassen, weil ich erkennen muste, dass es darauf keine Antwort gibt.
      BDSM beschäftigt oder beeinflusst mich in meinem Alltag so gut wie gar nicht.
      Ab und zu sehe ich mal eine Stelle draußen oder einen Lost Place, wo ich kurz denke:"Da könnte man mal eine Session machen!"

      Majasdom schrieb:

      Ich habe mich vor meiner Infizierung durch BDSM niemals so intensiv mit meiner Sexualität auseinandergesetzt.
      Und ich fühle mich damit sehr wohl und habe noch nie so eine innige Beziehung gehabt.
      Das kann ich nur unterschreiben.
      Mir hat BDSM in meiner Selbstfindungsphase sehr geholfen, da ich mich viel intensiver mit mir, meinem Körper und meinen Wünschen auseinander gesetzt habe.
      Ich habe noch einem Mann so vertraut und mich so geborgen gefühlt, wie es bei meinem Sadisten der Fall ist.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Also eigentlich beschäftigt mich BDSM kaum mehr, zumindest nicht im bereits ausführlich beschriebenen Sinne. Vielleicht bin ich einfach nicht verträumt genug oder anders ausgedrückt zu zielgerichtet im Alltag, nicht mehr in der Entdecker-phase? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich, wenn ich denn mal tatsächlich in einem Baumarkt bin, nahezu vergesse, was ich dort wollte.

      Aber ich merke, wie meine Denkweise sich langsam ändert. Meine Gedanken werden mehr und mehr vom Machtgefälle meiner Beziehung beeinflusst. Also bestimmt BDSM mein Leben nicht explizit, indem ich ständig daran denken muss, aber implizit, durch Dom, weil es in allem irgendwie beginnt mitzuschwingen und unter der Oberfläche sehr präsent ist. Von Sucht kann dabei keine Rede sein, zu bestimmt ist der Weg hierhin beschritten worden.
      There will be a time when we must choose between what is easy and what is right.
      Bei mir ist es immer phasenweise unterschiedlich. Ich beziehe mich aber vor allem auf die rein inhaltliche Auseinandersetzung, das innerliche Reflektieren über BDSM.

      Zu Anfang, als meine Neigung endlich einen Namen hatte, beschäftigte ich mich schon zeitweise sehr intensiv mit dem Thema, meldete mich u.a. ja auch hier an und las, las, las. Das kann bei mir schon obsessive Züge annehmen.
      Aber das ist generell mit mir und neuen, interessanten Themen so. Ich möchte dann alle - möglichst sachlichen - Informationen dazu sammeln, in meinem Kopf ordnen und verstehen lernen. Im besten Falle entwickle ich dann Rückschlüsse auf mein Leben, meine Werte und damit mein Handeln.
      Das war mit vielen meiner Interessen so, auch mit BDSM.

      Im Alltag denke ich - nach beinahe 3 Jahren Praxis - mal mehr, mal weniger bewusst daran. BDSM ist meine Sexualität, aber nicht mein Lebensstil. Ich bin ein sehr sexuelles Wesen, aber das dringt nicht in meinen Alltag; insofern, dass ich überall Assoziationen herstelle oder von Sucht sprechen könnte.

      Es gibt Wochen und Monate, wo mir unser BDSM gar nicht bewusst ist, weil es schon so üblich ist, dass wir unsere Sexualität so leben, dass es mir nicht als außergewöhnlich oder gar neu vorkommt.
      Erst wenn wir neue Erfahrungen machen gibt es wieder Phasen, wo es bewusster wird und auch wieder mehr Auseinandersetzung mit dem Thema stattfindet.

      Diese Auseinandersetzung kann ich aber nur in Phasen leisten, wo mein/unser "gewöhnlicher" Alltag aus Job, Familie, Freunden und Hobbies diesen Raum lässt. Sie überlagert diese Bereiche nicht. BDSM kommt unserem Alltag als Bereicherung hinzu; füllt ihn aber nicht vollständig aus.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      BDSM bestimmt gewiss nicht mein Leben, aber es spielt in vielen Facetten eine elementare Rolle. Dabei ist die Grenze für mich sehr fließend, denn ich habe BDSM nie für mich entdecken müssen, es war schon immer da. Anfangs als reiner Sadismus, später, mit Eintritt in die Pubertät, als sexuelle Komponente und seit jeher als idealisiertes Rollenbild (ganz anders als das, was mein Elternhaus vorlebte).

      Das ich jeden Gegenstand, der mir begegnet, unterschwellig auf seine Zweckentfremdbarkeit hin prüfe, ist wohl meinem McGyver-Gen anzulasten. Dabei geht es aber nicht (nur) um BDSM, sondern es ist eine generelle Betrachtung der Dinge um mich herum ("alles ist eine Waffe oder ein Werkzeug, wenn man es richtigherum hält").

      Den größten Einfluss hat BDSM aber sicher auf der emotionalen Ebene, da es die zwischenmenschliche Komponente in meinen Beziehungen immer stark beeinflusst hat.
      Wenn meine Ideale dann nicht alltagstauglich sind, dann kommt bei mir mitunter Frust auf.
      Alles in Balance zu halten ist dann sehr schwer und mehr als einmal bin ich daran gescheitert - mit zum Teil schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten. Das ist aber nichts, das mit BDSM im speziellen zusammenhängt, sondern mit meinen Defiziten im Zwischenmenschlichen.
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Ich finde Antwort nicht ganz einfach zu beantworten. Da ich und @Regenbogen gerade am Anfang sind unseren BDSM zu leben nimmt dieses Thema viel Raum ein. Wir verbringen sehr viel Zeit mit der Reflexion und der aktiven Suche nach Kontakten, mit denen wir offen über unsere Beziehung sprechen können. Wir haben beide ein sehr queerfreundliches Umfeld, doch wirklich darüber sprechen können wir mit den wenigsten. Das heisst auch unsere suche nach neuen Freunden ist im Moment ganz klar durch unsere Kinky-Seite geprägt. Ich kann mir gut wie @Dominantseptakkord vorstellen, dass BDSM mit der Zeit etwas weniger wird. Ich merke dies bereits jetzt dadurch das ich und @Regenbogen mehr Routine bekommen und gewisse Unsicherheiten verschwinden. Das ist wohl das was du @Chat.Noir beschreibst.

      Wir sind beide auch aktiv in der queer-Bewegung. Bis jetzt vor allem wegen dem Poly/Bi/Pan Thematik aber wir sprechen auch bereits über Projekte welche auch Aspekte des BDSM beinhalten. Entsprechend gibt es dort nochmals einen Ort der viel Raum einnimmt uns unsere Alltag durchdringt. Das ist aber eher politisch und weniger ein Teil unserer sexuellen Identität.

      Ich denke nicht das BDSM mein Leben stärker bestimmt als andere Aspekte. Sehe es aber ähnlich wie @Spätzle @dbondino und @safine als wichtiger Bestandteil meiner Sexualität und diese ist ein Kernelement meines Wesens. Um das Baumarktbeispiel von @Izrah aufzunehmen, klar wenn ich dort hin gehe, dann sehe ich sehr wohl die Möglichkeiten aber ich sehe nicht nur diese. Ein Stock ist nicht nur eine Möglichkeit schöne Spuren zu bekommen/zu hinterlassen sondern schlicht auch einfach etwas das ich zum basteln brauchen kann. Ich denke BDSM gibt im Alltag einfach eine weitere Perspektive hinzu evtl. ist es das was @Viva und @Mars gemeint haben. Wenn ich mit Ingwer koche, weiss ich halt noch eine Möglichkeit mehr wie man diesen verwenden kann als andere. Das ist alles und halt einfach eine weitere Farbe meines Lebens ;).

      Zu den kichernden Teenies die du angeprochen hast @Viva evtl. ist das ein wenig hart. Im Moment glaube ich bin ich durchaus ein Tennie was BDSM betrifft. Ich habe sehr viel Aufklärungsunterricht hinter mir aber wirklich erfahren was es heisst von einem Menschen an sein Limit gebracht zu werden und gezwungen werden etwas zu tun, was man gerade nicht will, dass erlebe ich erst mit @Regenbogen. Auch als Top bin ich nie soweit gekommen und bin über eine Form des BDSM-Petting nicht hinausgekommen. Ich kann es mir verzeihen, wenn ich dann doch mal bei einer Banane kichere.

      Farben schrieb:



      Zu den kichernden Teenies die du angeprochen hast @Viva evtl. ist das ein wenig hart. Im Moment glaube ich bin ich durchaus ein Tennie was BDSM betrifft. Ich habe sehr viel Aufklärungsunterricht hinter mir aber wirklich erfahren was es heisst von einem Menschen an sein Limit gebracht zu werden und gezwungen werden etwas zu tun, was man gerade nicht will, dass erlebe ich erst mit @Regenbogen. Auch als Top bin ich nie soweit gekommen und bin über eine Form des BDSM-Petting nicht hinausgekommen. Ich kann es mir verzeihen, wenn ich dann doch mal bei einer Banane kichere.
      Ich möchte das auch nicht absprechen, ich habe mich in der Vergangenheit hier im Forum dann schon gefragt, ob es wirklich so ist, ob der User XY wirklich an keinem Kochlöffelstand vorbei gehen kann ohne an das mögliche Spanking zu denken. Ich glaube es irritiert mich auch einfach,weil es sich um gestandene Menschen handelt, aber ich vergesse dabei, dass sie, was das BDSM betrifft meist ( zumindest hier im Forum) in den Kinderschuhen stecken, also in der Turbophase. Vielleicht kann ich das auch einfach nicht nachvollziehen,weil ich ein eher natürlichen fliessenden Einstieg in das BDSM hatte ohne grossen Irritationen, es gehört einfach zu mir.
      Von Bananen und Teenies... :rot:

      Da mein Einstieg alles andere als fließend war und BDSM für mich persönlich nicht nur meine Sexualität entschlüsselt hat, durch den neuen,intensiven Umgang mit derselben, gestatte ich es mir auch...dieses Kichern.

      Mein Partner und ich haben auf diesem Weg vieles an uns selbst,der Welt und aneinander neu entdeckt und haben uns in mehr als einer Hinsicht wie Teenies benommen. Ich war neu und er hat mir diese Welt gezeigt. Für mich war und ist es amüsant und es ist durhaus auch dieses Amusement,welches mich immer wieder hier ins Forum treibt.

      Es beschäftigt mich, natürlich NEBEN der Kindererziehung, der Arbeit, der Weiterbildung und und und...aber es infiziert auch irgendwie alles. Klar kann ich BDSM vom Rest meines Lebens trennen und wo es angebracht ist, tu ich es auch...aber.. :pardon:

      Izrah
      Hmmm, also in der Anfangsphase des Entdeckens und Erkundens des BDSM sah das sicherlich anders aus. Und obwohl ich nicht behaupten würde nun mein BDSM weniger zu leben, ist es doch so, dass es mich jetzt weniger beschäftigt.
      Ich bin wie man so schön sagt, angekommen und eben nicht mehr in der Findungsphase. Auch die "immer mehr" Phase ist überwunden ;)

      Daher kann ich ruhigen Gewissens sagen, BDSM gehört zu mir, aber beschäftigt mich außerhalb meines Liebeslebens eher wenig. In den Alltag hat es sich integriert, sodass ich nicht darüber nachdenken muss und auch ansonsten es ist nicht allgegenwärtig. In den Bereichen in denen es dazugehört, hat es sich als selbstverständlich intregriert und ansonsten denke ich recht wenig daran.

      Ich könnte durchaus ohne BDSM leben, andere Dinge haben da einen deutlich höheren Stellenwert, allerdings nicht ohne meine Partnerschaft.
      Allerdings habe ich das Glück mich da gar nicht entscheiden zu müssen.

      Das klingt nun irgendwie etwas gleichgültig, soll es aber gar nicht; denn es ist durchaus nach wie vor wichtig, aber eben nicht zentraler Punkt meiner täglichen Gedanken.
      Sometimes the grass will appear greener on the other side, because it has been fertilized by so much bullsh** :pardon:
      ____________________________________________________________
      BDSM ist ein (neuer) Teil meiner Sexualität, die ich lebe und gehört somit auch zu mir. Ich bin in der Findungs- und Entdeckungsphase, das bedeutet, dass ich viel lese und viel wissen möchte. Ich konnte hier schon sehr viele Informationen gewinnen und auch die Gespräche mit meinem Herrn haben mir viele Fragen beantwortet und auch Unsicherheiten genommen, sodass ich bei bestimmten Dingen nicht mehr denke, ich habe einen Knall.

      In meinem Alltag denke ich nicht ständig an BDSM, da dann andere Dinge Priorität haben, dennoch gehört dieser Teil jetzt zu mir und ich möchte es nicht mehr missen.