Ab wann ist man BDSMler/in?

      Ab wann ist man BDSMler/in?

      Hallo liebe Community :)

      bin neu hier und habe eine Frage. Ab wann ist man überhaupt BDSMLer/in? Ich weiß dass es schon einen ähnlichen Beitrag gibt, aber ich wollte hier ein wenig persönlicher werden ^^ mich interessiert das Thema BDSM schon länger. Ich habe mich ein bisschen darüber informiert und stelle mir jetzt die Frage ob ich vielleicht auch BDSM-affin sein könnte. Mit meinem Partner habe ich auch schon ein paar Sachen ausprobiert und vieles davon hat mir auch gefallen. Doch zählt das eigentlich? Ich habe auch nichts gegen "gewöhnlichen Sex", mag es trotzdem schon ein wenig wilder xD aber im Alltag bin ich mir auch nicht sicher ob ich da BDSM einbauen wollen würde. Ich bin erst 20 Jahre alt und entdecke das auch gerade erst mit meinem Partner, dem auch Vieles gefällt. Doch ich würde gerne genauer wissen, ob es wirklich BDSM ist :D

      Danke fürs Lesen :) freue mich schon auf aufschlussreiche Antworten
      Herzlich willkommen erst einmal, @Jonah

      Zunächst einmal ist der BDSMler, der sich dafür hält.
      Denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, BDSM auszuüben, dass es da keine klare Definition gibt.
      Es sollte nur wenigstens eines der Bereiche, für die BDSM seht, berührt werden.
      Das ist mMn iü auch davon unabhängig, ob man es gerade aktiv ausleben kann oder nicht.
      Wichtig ist nur, dass es einem irgendwie Lust bereitet.
      "Gewöhnlichen" Sex mögen ab und an die meisten BDSMler, auch Kuscheln und Zärtlichkeiten. Das ist nicht außergewöhnlich.
      Viele leben ihr BDSM zuden nur im Bett aus.
      Alles keine Hinderungsgründe, sich BDSMler zu nennen.

      Musste ich auch erst lernen, :D

      Was genau ist für Dich denn BDSM? Und was machst Du denn genau davon?
      Anders kann niemand sagen, ob das BDSM ist, was Ihr macht, :secret:
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Okay, erstmal danke für die Antwort @Feuerpferd :)

      Ich habe mich halt schon rein gelesen und auch einen Film darüber gesehen (Secretary). Daher weiß ich das ich zumindest manche Dinge bisher nicht tun möchte. Habe auch schon verstanden, dass es nicht wirklich eine Definition gibt :D aber manche mögen ja auch beim Sex gekratzt werden und anderes sonst nicht. Aber ich finde die Ansicht gut, dass es eine eigene Entscheidung ist, ob man wirklich BDSMler ist.

      Meine meisten Fantasien sind halt schon in dem Bereich gefallen. Ich bin auch eher die dominante Person, mag es aber auch manchmal die Kontrolle an meinem Partner abzugeben. Bisher habe ich Spaß am Fesseln, Augen verbinden, Knebeln und leichtem Schlagen. Kratzen und beißen auch. Außerdem auch in der Position der dominanten Person zu sein, also dass mein Partner so der "Sexsklave" ist :D

      Meinem Partner gefällt das alles auch, darum mache ich mir jetzt keine Sorgen.
      Zunächst einmal herzlich Willkommen hier Jonah :blumen:

      Da hast Du gleich mit Deiner ersten Frage ein "heißes Eisen" angepackt. ;)

      Die Fragen

      • Ist das BDSM, was wir praktizieren?
      • Bin ich BDSMler?
      • Ist das "richtiges" BDSM?
      führt unter BDSmlern regelmäßig zu angeregten Diskussionen.

      Meiner Meinung nach bist Du eine BDSMlerin, wenn Dir bestimmte Spielarten, die dem BDSM zuzuordnen sind gefallen und Du sie mit Deinem Partner ausprobierst.
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.
      Hallo Jonah,

      Deine Frage ist im Grunde nicht, oder nicht so einfach zu beantworten.
      Wann ist man ein Fußballer, wann ein guter Fußballer?

      Dein Interesse an BDSM ist da, Du weißt, dass es da etwas gibt, das sich außerhalb einer gewissen Norm bewegt und dass es einen Reiz auf Dich ausübt.

      Zuerst müsste man definieren, was BDSM ist, um sagen zu können: Jupp, dat Ding is meins.

      Ähm, ein Präsident eines Landes hat mal gesagt (sinngemäß), er habe nicht gewusst, dass Oralverkehr auch Sex sei.
      Gehört jetzt Oralverkehr zum Sex dazu?
      Zumindest kann man durch Oralverkehr keine Kinder zeugen.
      Also kein Sex oder? ;)

      Du erkennst die Schwierigkeiten, Deine Frage eindeutig zu beantworten.
      Wenn Du mit Deinem Partner BDSM-Dinge probiert hast, die Dir gefallen, würde ich mal pauschal sagen: Herzlich willkommen im Club :)

      Liebe Grüße

      DominusBremen
      Naja, Du musst bei der zentralen BDSM-Eignungsprüfung mindestens 30 % der Punkte erreichen. :lol:

      Nein, ernsthaft: Nach meiner Überzeugung ist nicht jeder BDSMler, der sich selbst so bezeichnet. Es ist ja auch nicht jeder ein Hund, der sich selbst so bezeichnet. Meines Erachtens ist nur BDSMler, wer wenigstens irgendwas BDSM-lastiges tut oder tun möchte.

      ABER (wichtiges Aber, darum Fett und in Blockschrift): Ich spreche niemandem das Recht ab, sich selbst BDSMler zu nennen. Weil das eigentlich nämlich völlig egal ist, ob man BDSMler ist oder nicht. Wenn man BDSMler ist, kriegt man keine coole Mitgliedskarte oder so. Wichtiger als das Label "BDSM" oder "Nicht BDSM" ist nämlich, ob man sich mit sich wohl fühlt oder nicht. Wenn ich Deine Schilderung lese, scheinst Du da auf einem guten Weg zu sein! :thumbsup:
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Naja, ich denke, ganz einfach beantwortest du dir diese Frage, indem du dich fragst, ab wann für dich BDSM anfängt.

      Du hast wilden Sex genannt, demnach gehört es für dich zu BDSM. Du magst wilden Sex, ergo, BDSMler :)
      Dabei ist es ja, wie schon einige gesagt haben, ganz egal ob es andere Personen als BDSM einstufen würden. Schließlich fängt für manche BDSM erst ab da an, wenn du Peitschen etc. magst, andere wiederum halten das für Schwachsinn. Du kannst auch nur auf Seile stehen, auch das ist ein Bereich des BDSM (meiner Meinung nach).

      Fazit: Du kannst nichts falsch machen, da du einfach dann BDSMler bist, wenn du dich wie einer fühlst und da kann dir keine Richtlinien geben ^^

      und Willkommen auch von mir :blumen:
      Danke für die vielen Antworten :)

      @Spätzle
      Das finde ich ist auch eine gute Definition :D mich verwirrt nur die Vielfalt beim BDSM. Was ja eigentlich etwas sehr tolles ist.

      @DominusBremen
      Okay, damit hast du wahrscheinlich Recht. Es ist ja nicht einfach einzuordnen. Aber ich frage mich halt, ob ich hier nicht irgendwie fehl am Platz sein könnte.


      @Dominantseptakkord
      Mist, da habe ich nur 29% richtig gehabt xD
      Okay, fände zwar eine schicke Mitgliedskarte ganz nice, aber ich verstehe. Es hat wohl hauptsächlich mit einer eigenen Einstellung und der Definition zu tun. Aber dann mal sehen wohin mich mein Weg führt :D
      Meine persönliche Abhandlung zu diesem Thema :) Préparez vous :D

      Beginnen wir philosophisch: was ist eigentlich BDSM und was ist Vanilla? Damit diese beiden Begriffe irgendeine Bedeutung erlangen, müssen sie sich voneinander abgrenzen. Meist verbindet man mit BDSM soetwas wie Lack, Leder, Machtgefälle, Schmerzen. Aber wo endet Vanilla und wo beginnt BDSM? Wenn Du Deinen Partner mit einem Schal an den Bettpfosten fesselst/Dich fesseln lässt, ist das schon BDSM? Und wenn Du ihm die Augen verbindest, was dann? Oder, wenn er beim Sex dirty talk einsetzt? Vielleicht hat der/die eine oder Andere denegte Leser/die geneigte Leserin eine eindeutige Antwort darauf, ich muss gestehen ich kenne sie nicht. Diejenigen Definitionen, die ich bisher gelesen habe, ziehen entweder willkürliche Trennlinien, oder haben Null Trennkraft. Und jede Definition, die sich an einem bestimmten Maß an Machtgefälle und/oder Schmerz orientiert, scheitert aus vielen Gründen, aber auch deswegen da der Mensch, welcher es liebt sich als Pferd zu verkleiden und so durch die Fußgängerzone zu laufen, sich ebenfalls als BDSMlerin sieht. An dieser Stelle kommt dann ab und zu das "ich spreche niemandem ab, sich als BDSMler zu sehen"-Argument. Ja gut, das kann man schon machen, aber dann wozu eine Definition in the first place?

      Wie, es gibt keine Definition von BDSM? Ja, absolut. Es kommt, erkenntnistheorethisch gesehen, sogar noch schlimmer...

      Ganz ähnlich, aber leicht abgewandelt gefragt: worin unterscheidet sich BDSM-Sex von Vanilla-Sex? BDSM-Sex sei irgendwie "härter" so die Vorstellung. Najaaaa, ehrlichgesagt kann es auch ganz schön zärtlich zugehen, nachdem ich meine Partnerin ans Bett gekettet habe. Und was ist mit Person X, die im Rahmen von Vanilla-Sex seine Freundin grundsätzlich von hinten und hart nimmt? Ist er unbeabsichtigter BDSMler? Hier wird ab und zu eingeworfen, dass BDSM auch ohne Sex stattfinden kann, z.B. wenn eine Herrin ihrem Sub routinemäßig Schläge gibt und dann ist jut. Und hier frage ich: Was ist Sex? Wenn unter Sex ausschließlich Koitus verstanden wird, dann gibt es auch Vanilla "ohne" Sex, oder wie würde man das verliebte Erkunden des anderen Körpers denn anders einordnen wollen? Na gut, definieren wir Sex weiter gefasst, auch das ist machbar, Immerhin gibt eine ziemlich hohe Prozentzahl von Amerikanern an, unter dem Begriff Sex alles zusammenfassen und verstehen zu wollen, was in irgendeiner Form mit Penissen und Vulven zusammenhängt. Und was ist nun, wenn dem geneigten Leser/der geneigten Leserin nachts der Gedanke an den heiẞen Nachbarn/ die heiße Nachbarin kommt und Du Dir vorstellst, dass er / sie Dich endlich mal zum Cafè einlädt und der Gedanke macht Dich an? Na gut, wirst Du sagen, das ist jezt nun aber ganz sicher kein Sex, das ist ja nur ein anregender Gedanke. Und was ist, wenn der Gedanke die Vorstellung beinhaltet, dass Du absichtlich mit offenem Fenster duscht und er/sie Dich zufällig dabei sieht und der Gedanke daran Dich erregt? Und was ist, wenn der Gedanke die Vorstellung beinhaltet, dass er/sie Dich fest hält und Du diesen Gedanken angenehm findest? Wie man es auch dreht und wendet, man endet mit jedem Versuch einer klaren Definition im Salat und man muss gezwungener Maßen feststellen: es gibt keine.

      Was ist nun die Lösung des Salats?

      Was Fakt ist: Menschen stehen der Wahrnehmung dessen, was ihre Sexualität als angenehm empfindet, unterschiedlich offen gegenüber. Der kleinste gemeinsame Nenner von BDSMlern ist, dass sie auf dieser Skala häufig relativ weit auf dem 'offenen' Ende liegen und bereit sind wahrzunehmen, was ihr Körper zu den unterschiedlichsten Reizen sagt. Der zweite Fakt ist: Menschen kommunizieren sehr unterschiedlich stark mit Ihrem Sexualpartner darüber. Was dabei eine Rolle spielt, sind nicht ausgesprochene Tabus. Die Angst vor der Reaktion "das ist doch nicht normal". Wenn man sich als Paar das Label "BDSMler" gibt, dann fällt es plötzlich leichter zu kommunizieren, weil die unausgesprochenen Tabus wegfallen. Und dabei hilft die Unspezifizität des Begriffs BDSM ungemein, ja, sie ist sogar eine Voraussetzung dafür, dass dieses Wort diese tabubrechende Funktion in diesem Maße bewirken kann.

      Fazit: Es gibt kein BDSM. Es gibt nur Menschen, die ihre eigene Sexualität unterschiedlich offen wahrnehmen und unterschiedlich stark bereit sind darüber zu kommunizieren. Der Begriff BDSM hilft dabei als Tabubrecher.
      @gentleFrederick

      Danke für deine ausführliche Antwort :)

      Ich wollte auch gar nicht ausschließen, dass Zärtlichkeiten nicht dazu gehören würden. Aus dem was ich gelesen habe, dachte ich eigentlich auch daraus geschlossen zu haben dass Zärtlichkeiten auch wichtig sind. Finde in einer Beziehung ist das generell wichtig, aber ja auch nur in meinen Augen. Und bei der Definition von Sex bin ich da auch offen, denn Lesben haben ja auch Sex. :D

      Okay also daraus verstehe ich, dass der Begriff BDSM hauptsächlich dafür genutzt wird, um einem Partner einfach deutlich zu machen, welche Neigungen man hat.

      Ich persönlich wollte ja die Frage nur stellen, weil ich mich selbst verstehen möchte und hier offen darüber reden möchte, ohne doch irgendwie falsch am Platz zu sein :D
      Ich habe einige Jahre gebraucht, bis ich dem Kind einen Namen gegeben habe. Ich war vorher glücklich und hatte Spaß, ich war hinterher glücklich und hatte Spaß.

      Es ist doch im grunde völlig irrelevant, ob ein BDSMler bist, oder nicht, genauso wie es unwichtig ist, wie Du heißt. Denn letztendlich bleibt die person dahinter dieselbe.

      Du hast hierher gefunden, weil Dich zumindest manche Aspekte dessen, was hier diskutiert wird, interessieren. Wenn Du aufgrund dessen merkst, dass es doch nicht Deins ist, kannst Du hier nach belieben gehen, oder - wenn es Dich weiterhin fasziniert - bleiben.

      Ich halte nicht viel davon, Sexualität zu verkopfen. Letztlich geht es darum, einen Partner / eine Partnerin zu finden, der / die kompatibel zu den eigenen Wünschen und Sehnsüchten ist. Dabei helfen Namen und Definitionen zwar ein wenig, aber letztlich zählt nur das, was wirklich praktiziert wird und dahinter steht.

      Du könntest Deine Sexualität auch Schnitzel-mit-Sauerkraut-Style nennen - es würde nichts an Deinen Sehnsüchten ändern.

      Deswegen mein Tip: Halte Dich nicht mit der Frage auf, wie man nennt, was Du bist. Finde heraus, was Du wirklich bist und sei es einfach
      From day to day I understand the phrase "I'm getting too old for this shit" on an even deeper level.
      @Avargon
      Ich denke ich brauche auch einfach noch etwas Zeit, um zu verstehen was ich überhaupt will. Meine Freunde sind zwar alle sehr offen was zumindest die Thematik Sex angeht, aber wirklich verstehen tun sie ja auch nicht alles. Ich finde es einfach nur schwierig das alles alleine auszumachen. Und um ehrlich zu sein, denke ich glaube auch ein wenig zu viel über Definitionen nach :D
      N'abend Jonah,
      ich hab von all den Definitionen und Begriffen als junge Frau auch nichts gewusst...

      Mich hat der Mann -der Aktive -in seiner Faszination nicht losgelassen...später kam erst die Begeisterung für das Spiel...

      Man muss ja erstmal sich und die Möglichkeiten dieses riesen Spielfeldes kennen lernen ..erproben..sich vielleicht auch austoben.

      Das braucht ZEIT...

      Meine Erfahrungen sind...
      ^DU brauchst kein Etikett,sondern hör auf Dein <3 ,was Du spürst ,was Dich positiv bewegt,was Dich triggert und anmacht und bleib Dir im Wesen treu...!

      Du brauchst keine Schublade...
      Du bist mit Deinem/EureM BDSM einzig-und vielleicht nicht immer artig. :saint: ^

      Alles hat seine Zeit...Erfahrungen brauchen auch Zeit.Viel Spass beim Entdecken!

      LG

      Anna
      Es wurde von den anderen ja eigentlich bereits alles gesagt: im BDSM gibt es kein schwarz und weiß. Jeder lebt und erlebt es anders für sich. Vieles entwickelt und/oder verändert sich im Laufe der Entdeckungsreise. Wichtig ist, dass ihr beiden daran Spaß habt und eure Neugier bewahrt. Bei Gentledom gibt es auch einen BDSM Test. Ob der nun wirklich aussagekräftig ist sei mal dahingestellt, aber vielleicht ist er ja interressant für dich um tendenziell zu sehen, wohin eure Reise gehen KÖNNTE...

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