Plötzlich nicht mehr anonym...

      Plötzlich nicht mehr anonym...

      Was denkt ihr wenn euch jemand mit dem ihr in Kontakt steht anschreibt und zu erkennen gibt, dass er euren Realnamen und euren Arbeitgeber kennt. Dies kommt durchaus ab und an vor und kann verschiedene Gründe haben, neben der Reaktion von euch wäre ich neugierig, ob und wenn ja welche Sanktion ihr in den jeweiligen Fällen für wünschenswert haltet.

      A: Person hat aufgrund eurer Angaben herausgefunden wer ihr seid und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      B: Person hat sich bei Dritten über euch erkundet und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet

      Diese Konstellationen kommen immer mal wieder vor und daher bin ich sehr neugierig auf eure Ansichten.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Bei B hätten erst einmal die Dritten ein riesiges Problem mit mir.

      Bei A... Naja, wenn ich so blöde bin, so viel preiszugeben, dass ich nicht mehr anonym bin, dann ist es fast schon fair von dem anderen, mich drauf aufmerksam zu machen, dass er nun weiß, wer ich bin. Das ist mir mehrmals passiert.

      Meine Reaktion hing davon ab, ob ich mich wohl oder unwohl oder sogar bedroht fühlte.
      mich würde es weniger stören, ich stehe zu dem was ich bin . Und für andere in punkto Sanktionen..... kommt halt drauf an was die herrausfindende Person jetzt mit ihrer Erkenntnis anzustellen gedenkt. Bei z.B. Erpressung alla "ich erzählst deinem Chef, wenn du nicht tust was ich sage." Ganz klar sie jungs in Silber bunt einschalten und die Person hier melden. Ansonsten ...... so what kommt halt vor.
      Adam Riese und Eva Zwerg haben mal gesagt "1+1=2" aber Onkel Einstein sagt immer "ist alles relativ"
      Bei Variante A sollte man selber überlegen was man von sich preisgibt.

      Es kommt meiner Meinung nach darauf an, warum und in welchem Zusammenhang, der Realname und Arbeitgeber erwähnt wird.
      Um die Person darauf aufmerksam zu machen... oder um zu drohen...zu erpressen.

      Variante B da hätte derjenige der persönliche Daten von mir raus gibt ein Problem.
      Was ich allerdings nicht im BDSM Kontext ehe, sondern generell. Denn ich möchte darüber entscheiden wer welche Infos von mir bekommt.
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.
      Ist bei mir leider schon vorgekommen und stresst mich extrem. Im Falle der Konstellation A muss ich schon sehr viel Interesse an der Person haben, um den Kontakt zu halten.

      Eine Indiskretion wie in Konstellation B ist vollkommen unentschuldbar und würde mich wohl auch dazu veranlassen, den Kontakt zur/zum Dritten abzubrechen; zumindest würde ich den Kontakt stark überdenken.

      Ich kann verstehen, dass man möglichst viel übereinander wissen möchte, um sich besser einschätzen zu können. Weder für eine Spielbeziehung, noch in der Kennenlernphase einer Partnerschaft, sollten mein Familienname und mein Beruf aber eine Rolle spielen. Mich regt das Thema echt auf (was sehr selten vorkommt)!

      Sanktionen? :gruebel:
      Das Problem mit dem "anonym sein" ist in der heutigen Zeit eher ein Witz.
      Wenn ich zum Beispiel eine Telefonnummer bekomme und ich speichere sie in meinem Handy und Traraaa! meldet sich Facebook und schlägt mir den Nummerinhaber vor...
      Ist mir hier dreimal passiert.
      Natürlich verwende ich das selbstverständlich nicht, aber seid vorsichtig bei Telefonnummern, Facebook und Whatsapp!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Ich gehe mal davon aus, Du sprichst von einem Kontakt im BDSM Bereich. Wo man jeweils nur die Nicks voneinander kennt.

      :( Also da wäre ich alles andere als begeistert und würde das dieser Person auch deutlich zu verstehen geben. Dann würde ich die Person darauf verpflichten, meinen Realnamen und meinen Arbeitgeber an niemanden anderen weiter zu geben. Und ganz sicher würde ich die Person fragen, was sie nun mit diesem Wissen anfangen möchte.

      Zu A: Ich würde fragen, aufgrund welcher Angaben von mir herausgefunden wurde wie ich real heiße und wo ich arbeite. So kann ich Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass das noch jemandem gelingt. Sanktionen: Ich glaube wenn ich mich selbst aufgrund meiner Angaben geoutet hätte dann wäre das eben so. Da könnte ich der Person wohl keinen Vorwurf machen. Warum sollte ich sie dann dafür bestrafen?

      Zu B: Da möchte ich dann gerne wissen, welche Dritten das waren. Denn ich möchte nicht nur mit der Person die mich anspricht ein ernstes Gespräch führen, sondern noch ein viel ernsteres Gespräch mit den Personen, die meine Realdaten und ggf. auch meinen Arbeitgeber weitergegeben haben, ohne mich vorher zu fragen ob ich das möchte.
      Sanktionen: Hier schaut es anders aus. Ich wäre echt sauer auf diese dritten Personen. Ich würde auf jeden Fall wissen wollen, warum sie meine Realdaten rausgegeben haben. Die evtl. vorhandene Freundschaft wäre auf jeden Fall hochgefährdet. Weitere Sanktionen würde ich davon abhängig machen, was für ein Schaden mir durch die Indiskretion entstanden ist. Egal, für welche Sanktion ich mich entscheiden würde, die Daten sind raus … das lässt sich leider nicht mehr umkehren.

      Strafrechtlich kenne ich mich zu wenig aus, was es da für Möglichkeiten gibt ...
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.

      Gentledom schrieb:

      A: Person hat aufgrund eurer Angaben herausgefunden wer ihr seid und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      Ich würde nachfragen woher die Infos stammen und mir überlegen, wieviel Aufwand dafür getrieben wurde. Wenn es nicht mehr oder weniger Zufall war und sich jemand damit richtig Arbeit gemacht hat, würde ich es als Stalking verstehen :yes:

      Gentledom schrieb:

      B: Person hat sich bei Dritten über euch erkundet
      Da hätte der/die Dritte ein Problem mit mir. Wenn mich jemand nach jemanden anderem fragt, sag ich: gib mir Deine Daten, die geb ich weiter, der oder diejenge tritt dann mit Dir in Kontakt wenn er/sie es wünscht :pardon:
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Für mich entscheidend ist wie man an die Infos gekommen ist und wie man sie verwendet.

      Wenn man mit einfachten Mitteln an die Infos kommt (Bilderrückwärtssuche, Name der in der Mailadresse steht bei Google eingeben) dem kann man in meinen Augen keinen Vorwurf machen. Ich finde wer so etwas rausgibt, der darf sich nicht wundern wenn der andere neugierig ist. Ich finde alles was man in fünf Minuten rausfinden kann ist nicht wirklich geschützt und wenn man angibt, man hat am Sonntag ein Golfturnier in Hannover gewonnen, dann kann eben jeder die Siegerliste online recherchieren und schwupps hat man die Person. Problematisch wird es dort wo sehr sehr viel Zeit und Energie darauf verwandt wird an solche Infos zu kommen. Das mag legal sein, hinterlässt aber bei jemanden der eben offensichtlich noch nicht will, dass der andere diese Infos bekommt schnell einen faden Beigeschmack.

      Leute aus der Freundesliste ansprechen mit denen man auch befreundet ist, finde ich noch in Ordnung. Wobei ich sagen muss, wenn der gemeinsame Freund dann ohne mein Wissen für mich sensible Informationen weitergibt, ohne mich vorher zu fragen, dann wäre ich stinksauer und würde den Kontakt wahrscheinlich abbrechen. Wobei es bei mir, als jemand der sehr weitgehend geoutet ist, wohl weniger Infos gibt bei denen ich sagen, nein die dürfen nicht weitergegeben werden. Sind solche Infos aber bei mir oder auch jemand anderen betroffen, dann ist das in meinen Augen durchaus ein Outing und ich würde bei einem Rauswurf der Person die outet wohl kein Veto erheben.

      Neben der Frage was für Infos genutzt werden ist die andere Frage, wie werden diese Infos präsentiert. Wenn sie aggressiv oder gar als Bedrohung formuliert an die geoutete Person gerichtet werden, ist das in meinen Augen ein Unding. Wenn es einen freundlichen Hinweis gibt, dass man online vorsichtig sein soll, weil es eben ein Leichtes war an diese Infos zu gelangen, ist es sogar ein Hinweis den man schätzen sollte.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Gentledom schrieb:

      A: Person hat aufgrund eurer Angaben herausgefunden wer ihr seid und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      Vor 4 Jahren hätte ich noch ein Problem damit gehabt. Als ich mich damals zu meiner Neigung bekannt habe, habe ich noch sehr mit mir gehadert.
      Wenn ich heute in einem BDSM-Forum kommuniziere und der Kontakt ist mehr als nur interessant, gebe ich auch mal persönliche Daten preis, erwarte das aber auch von meinem Gegenüber.
      Was will er also damit anfangen? Er bewegt sich doch in der gleichen Szene!
      Bis jetzt ist es mir aber noch nicht passiert, dass jemand sagte: "Hey, ich kenne dich! Du bist doch xyz!"

      Gentledom schrieb:

      B: Person hat sich bei Dritten über euch erkundet und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      Es käme darauf an, wer diese Dritten sind. Und warum derjenige Erkundigungen über mich eingezogen hat, anstatt mich persönlich zu fragen.
      Insgesamt gehe ich heutzutage gelassen damit um.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      Majasdom schrieb:


      Natürlich verwende ich das selbstverständlich nicht, aber seid vorsichtig bei Telefonnummern, Facebook und Whatsapp!
      Das ist schon klar @Majasdom, aber Google sei Dank, braucht es unter Umständen nicht einmal die Telefonnummer.

      ...und natürlich habe auch ich meine Konsequenzen daraus gezogen und gebe seither sehr viel weniger von mir preis. Ob das der Sinn der Sache ist, darüber lässt sich wohl streiten... Mir will sich einfach nicht erschließen, was Menschen dazu antreibt, konkret nach meiner Person zu recherchieren. Ich empfinde das als absolut respektlos und grenzüberschreitend.

      Nachfolgende Gesprächstpartner haben es jetzt natürlich schwer und meine Zurückhaltung war seither auch schon mehrfach Gesprächsthema...

      topaz schrieb:

      Gentledom schrieb:

      A: Person hat aufgrund eurer Angaben herausgefunden wer ihr seid und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      ... Was will er also damit anfangen? Er bewegt sich doch in der gleichen Szene!...

      Gentledom schrieb:

      B: Person hat sich bei Dritten über euch erkundet und spricht euch mit euren ganzen Namen an und erwähnt wo ihr arbeitet
      ...
      Das mag sein Topaz, aber für den einen hat so ein ungewolltes Outing unter Umständen mehr Konsequenzen als für den anderen... oder ich werde langsam einfach nur paranoid... :lol:
      Punkt A: Was ich von mir Preisgebe ist freiwillig und somit eigenes verschulden.

      Punkt B: Die es ausplauderten: Personen denen ich nicht Vertrauen kann, bekommen auch zukünftig keine Informationen mehr.
      Denn letztlich zeigt die Person mit diesem Verhalten das ich Ihr nicht vertrauen kann.
      Person die dies in Erfahrung brachte: Scheint sich ja sehr für mich zu begeistern, dass sie nachfragen musste. Ich fühle mich geehrt
      Mietfrei in Ihren Gedanken zu sein :D ! Würde die Person aber wissen lassen das ich gezielt den Personenkreis mit diesem Wissen
      beschränkt halten möchte.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !
      Einfaches Beispiel:

      Mein Dom sitzt in der Anfangsphase bei mir in der Küche. Wir haben per WA geschrieben, Telefonnummern sind also auch ausgetauscht.
      Abends wird er mir plötzlich als FB Kontakt (ich wusste nicht, dass er dort ist) vorgeschlagen. Sein Nachname war mir bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht bekannt.

      Es kostet mich genau 4 Klicks bei Google um herauszufinden, wo er arbeitet, was er sonst noch macht, wo er wohnt. Sogar seinen Sohn habe ich gefunden.

      Kinners, es gibt nix mehr anonymes. Schminkt Euch das ab. Dann müsste man ohne Handy und PC auskommen müssen. Und das will niemand.

      Von daher ist die Beschaffung von Daten ein Kinderspiel.
      Dein freier Wille ist alles, was für mich zählt 7.7.2019

      cogitem schrieb:

      Das mag sein Topaz, aber für den einen hat so ein ungewolltes Outing unter Umständen mehr Konsequenzen als für den anderen... oder ich werde langsam einfach nur paranoid...
      Ich weiß es nicht. Welche Konsequenzen kann es denn haben? Was ich in meiner privaten Zeit mache, geht doch niemanden etwas an und hat keine Auswirkungen auf meinen Job.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      cogitem schrieb:

      Das mag sein Topaz, aber für den einen hat so ein ungewolltes Outing unter Umständen mehr Konsequenzen als für den anderen... oder ich werde langsam einfach nur paranoid...
      Ich weiß es nicht. Welche Konsequenzen kann es denn haben? Was ich in meiner privaten Zeit mache, geht doch niemanden etwas an und hat keine Auswirkungen auf meinen Job.
      Darauf kann ich leider nicht detailliert eingehen @topaz... Reputations- und Umsatzverluste vielleicht?!

      topaz schrieb:

      Natürlich kann man sich bis zu einem gewissen Maß schützen, mich findet man weder auf Facebook, twitter oder sonstigen Seiten.
      Gebe ich freiwillig Informationen preis, muss ich damit rechnen, geoutet zu werden, aber mich kann man nicht googeln.
      Nicht jede Veröffentlichung im Netz kann man immer beeinflussen und ist somit freiwillig. Ohne dich damit angreifen zu wollen @topaz :blumen: , mir ist diese Sicht zu einseitig.

      cogitem schrieb:

      Nicht jede Veröffentlichung im Netz kann man immer beeinflussen und ist somit freiwillig. Ohne dich damit angreifen zu wollen @topaz , mir ist diese Sicht zu einseitig.
      Diese Sicht ist nicht einseitig, sondern entstanden aus der Erkenntnis, dass es immer möglich ist, erkannt zu werden, sobald man sich im Internet bewegt, so wie du gerade auch.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.