Was bedeutet CIS ?

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      Was bedeutet CIS ?

      Hallo Ihr Lieben,
      Ich lese einen Blog in dem ein Paar über seine DS Beziehung schreibt.
      Sehr Richtung Domestic Discipline ist diese ausgerichtet.
      Jetzt gibt es einen Text in dem es um den Weg zu CIS geht?
      Ich verstehe den Text, aber weiss dennoch nicht wofür die Abkürzung steht. :pillepalle:

      Der Blog heisst BDSM meets Life, falls es jemand interessiert.

      LG Tini
      Hm @Azrael,

      'Fiktion oder Verbrechen' finde ich ein wenig schwarz-weiß gedacht.
      Denn wenn man deinem Gedankengang weiter folgt, wäre ja jede Form von Beziehungsform im Metakonsens entweder Fiktion oder Verbrechen.

      Ich finde, man muss hier extrem differenzieren zwischen dem was im Außenverhältnis und was im Innenverhältnis der Beziehung existiert.
      So gibt es z.B. Beziehungen, in denen im Innenverhältnis eine permanente Unterwerfung von Sub unter Dom herrscht, aber im Außenverhältnis die Gesetze des jeweiligen Landes nicht tangiert werden.

      Bei Beziehungensformen mit Metakonsenz gibt Sub das Gehirn, entgegen häufigen Befürchtungen, eben nicht zwingend ab.
      Und natürlich steht Dom auch weiterhin nicht über dem Gesetz.
      Und trotzdem lebt die Beziehung im Innenverhältnis ganz strengen Metakonsenz aus.

      Ich würde es eher so ausdrücken wollen:
      Wird eine Fiktion zur Wirklichkeit, kann es ein Verbrechen sein.

      Die Fragestellung 'Was ist CIS?' im Kontext BDSM, wurde ja schon per Übersetzung im Prinzip beantwortet.
      Zur 'praktischen' Seite: CIS ist TPE ohne die Möglichkeit für Sub, diese Beziehungsform zu verlassen.
      Die Grenzen sind aber, wie so häufig, in der realen Umsetzung eher fließend.

      So kann es z.B. TPE-Beziehungen geben, in denen Sub um die Wiederherstellung von Augenhöhe bitten muss und diese erst nach Einwilligung von Dom hergestellt wird.
      Ebenso kann es CIS-Beziehungen geben in denen eben nicht unumstößlich festverankert ist, dass, wenn Sub sich nicht mehr vollständig unterwerfen will/kann, auch automatisch jede andere Beziehungsebene beendet wird.

      Es ist halt im realen Leben wie der Unterschied zwischen der Ideologie 'Kommunismus' und dem 'real existierenden Kommunismus'.

      m2c

      imaginary
      Die Gedanken sind frei.
      Denken muss man sich erarbeiten.

      Azrael schrieb:

      Dürfte Fiktion sein oder eben ein Verbrechen .
      Oder eine bewusste Entscheidung erwachsener Leute. :gruebel:
      Vor einer Generation war eine Ehe auch noch lebenslang und (zumindest in der Praxis sehr oft) ohne Möglichkeit des Widerrufs.
      Und oft genug war die Frau dem Mann in diesen Ehen völlig unterworfen.

      Mir gefällt das. Und genau das -gesehen in amerikanischen Filmen der 50ziger- hat mich als jungen Mann auch zum BDSM gebracht. Ohne zu wissen das es BDSM ist. Mir gefiel einfach diese Form der Partnerschaft und genau so wollte ich auch leben.
      Na ja, wir wissen (hoffentlich) alle, das BDSM regelmäßig viele Straftatbestände verwirklicht, die nur deshalb nicht strafbar sind, weil sie einvernehmlich geschehen :pardon: . Fällt die Einvernehmlichkeit weg, muss man näher hinschauen. Mag etwas drastisch ausgedrückt worden sein von mir, aber ICH als Jurist sehe ohne Einvernehmlichkeit regelmässig Straftaten bei sowas wie CNC oder CIS :saint: .
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel:

      SkinoDom schrieb:

      Vor einer Generation war eine Ehe auch noch lebenslang und (zumindest in der Praxis sehr oft) ohne Möglichkeit des Widerrufs.
      Und oft genug war die Frau dem Mann in diesen Ehen völlig unterworfen
      Das finde ich persönlich etwas an den Haaren herbeigezogen.

      Da ging es häufig nur um eine , vermeintlich freiwillige Verbindung.
      Frauen, denen nicht zugestanden wurde, eine Schulausbildung, Studium oder auch Berufsausbildung zu machen, waren quasi "gezwungen", sich einen Versorger zu suchen.
      Die Möglichkeit des Widerrufs gab es auch da schon, wurde leider aber, schon aus finanziellen Gründen und aus Existenzangst selten genutzt. Zumindest von den Frauen.

      Unterwerfung im Sinne von BDSM ist FREIWILLIG, egal in welchem Kontext.
      Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi.

      SkinoDom schrieb:

      Azrael schrieb:

      Dürfte Fiktion sein oder eben ein Verbrechen .
      Oder eine bewusste Entscheidung erwachsener Leute. :gruebel:
      ... ohne jedwede durchsetztbare Verbindlichkeit. Die Entscheidung hat genau solange bestand, bis das Bewusstsein einer Seite die bisher einvernehmlich gelebte Idee aufkündigt.

      Der Begriff "Fiktion" trifft daher objektiv betrachtet schon ganz gut, er kratzt halt ein wenig an der Romantik, die mit der grundlegenden Idee verbunden wird.

      SkinoDom schrieb:

      ... und (zumindest in der Praxis sehr oft) ohne Möglichkeit des Widerrufs. Und oft genug war die Frau dem Mann in diesen Ehen völlig unterworfen.
      Gut, das diese Zeiten ihr (hoffentlich endgültiges) Ende gefunden haben und jede Unterwerfung, außer jene unter geltendes Recht, nur freiwillig sein kann. Ein wichtiger Schritt in der Evolution der Vernunft, die wir vernünftiger Weise nur selbstbestimmt für einen anderen Menschen aufgeben dürfen (was ja dann auch wieder romantisch ist).

      HvR

      Herr von Rhea schrieb:

      .Gut, das diese Zeiten ihr (hoffentlich endgültiges) Ende gefunden haben und jede Unterwerfung, außer jene unter geltendes Recht, nur freiwillig sein kann.
      Klingt in der Theorie toll. Ist in der Praxis aber leider nicht so.

      Googel mal nach Zwangsheirat in Deutschland....
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Ich finde es schade, dass immer erst einmal die Einvernehmlichkeit in Frage gestellt wird. Klar, wir sind hier im öffentlichen Bereich, aber jede Handlung und Lebensweise im Kontext BDSM setzt Einvernehmlichkeit voraus. Ist das nicht gegeben sprechen wir auch nicht mehr über BDSM.


      SkinoDom schrieb:

      Azrael schrieb:

      Dürfte Fiktion sein oder eben ein Verbrechen .
      Oder eine bewusste Entscheidung erwachsener Leute. :gruebel: Vor einer Generation war eine Ehe auch noch lebenslang und (zumindest in der Praxis sehr oft) ohne Möglichkeit des Widerrufs.
      Und oft genug war die Frau dem Mann in diesen Ehen völlig unterworfen
      Diese Aussage sehe ich kritisch. Denn nicht alle Ehen, die einmal als bewusste Entscheidung geschlossen wurden, waren lebenslang "glücklich" und ob die Unterwerfung immer freiwillig war möchte ich stark bezweifeln.
      Mal ein ganz anderer Gedanke am Rande: Ich habe diese Abkürzung gerade zum ersten Mal gelesen. Ich störe mich daran, dass "Cis" als Bezeichnung gewählt wurde - das steht für Millionen Menschen für Heteronormativität und nicht-abweichende Geschlechterrollen. Find ich unglücklich gewählt für ein an sich genderneutrales Beziehungsmodell.
      @imaginary Anscheinend ist ja die Abgrenzung im BDSM Cis zum TPE gerade der Punkt dass es rein theoretisch nicht aufgekündigt werden kann sonst sind wir beim TPE von daher ist die Aussage von Azrael nicht falsch. Ob Cis in dem Sinne real umsetzbar ist kann man diskutieren.

      @Sperling ja das habe ich auch als erstes gedacht, wobei hier die Frage wäre, was war als erstes da bzw. vermute ich einfach, dass sich hier Benamsungen isoliert voneinander entwickelt haben und das BDSM Cis ist eine Abkürzung. Das "Gender" Cis meines Wissens nach nicht (lass mich aber gerne eines besseren belehren)
      Es gibt so viele ABK's.........

      Niemand wird je herausfinden was genau der "Erfinder" (die Erfinderin) genau meinte, bei der ersten Benutzung.
      Ich für meinen Teil sehe die ABK's als das was sie sind, eine für den Allgemeinen Sprachgebrauch verkürzte Bezeichnung.
      Weder wurde eine missbräuchliche Lebensweise damit angesprochen (hier meine ich die ABK: CIS)
      Noch wurde darauf eingegangen was evtl. i.f.Z. bei einem grundlegenden Disput zwischen x-beliebigen Personen passiert, die ihre Beziehung auf die ABK CIS hin ausgerichtet hatten.

      Ich freue mich wenn hier oder an anderer Stelle, jemand von seinen Erfahrungen berichtet, die sie oder er mit der ABK. CIS gemacht hat oder gerade macht :yes:

      Ist es doch ein großes Versprechen an die zukunft
      KOMPLETTE UND
      UNWIEDERRUFLICHE SUBMISSION
      Würde mir jemand dies anbieten, ich wäre erst einmal tief geehrt, über den Wunsch und die Hoffnung eine so lange und tiefgreifende Beziehung führen zu wollen.
      Ob dem dann in 10 oder 15 Jahren noch immer so ist, wird die Zukunft zeigen......

      MfG Talon
      :dance:
      Vielen Dank für die Erklärung.

      Es ist ja letztlich in einer Gesellschaft in der jeder Mensch frei über sich verfügen kann, Fiktion sich lebenslang und unumkehrbar zu unterwerfen.
      Die Idee dahinter ist toll und anziehend, aber lebt Unterwerfung nicht auch davon dass ich sie freiwillig tue und mich auch dagegen entscheiden könnte.

      imaginary schrieb:

      'Fiktion oder Verbrechen' finde ich ein wenig schwarz-weiß gedacht.
      Denn wenn man deinem Gedankengang weiter folgt, wäre ja jede Form von Beziehungsform im Metakonsens entweder Fiktion oder Verbrechen.

      Ich finde, man muss hier extrem differenzieren zwischen dem was im Außenverhältnis und was im Innenverhältnis der Beziehung existiert.
      So gibt es z.B. Beziehungen, in denen im Innenverhältnis eine permanente Unterwerfung von Sub unter Dom herrscht, aber im Außenverhältnis die Gesetze des jeweiligen Landes nicht tangiert werden.

      Bei Beziehungensformen mit Metakonsenz gibt Sub das Gehirn, entgegen häufigen Befürchtungen, eben nicht zwingend ab.
      Und natürlich steht Dom auch weiterhin nicht über dem Gesetz.
      Und trotzdem lebt die Beziehung im Innenverhältnis ganz strengen Metakonsenz aus.

      Ich würde es eher so ausdrücken wollen:
      Wird eine Fiktion zur Wirklichkeit, kann es ein Verbrechen sein.
      Genau diese Punkte treffen den Kern der "strafbaren" BDSM Beziehungen. Wie soll denn eine Beziehung im Metakonsens funktionieren, wenn Dom nicht darauf vertrauen kann, daß Sub den Gesetzesjoker nicht ziehen wird?

      Selbstverständlich ist es häufiger an der Tagesordnung als die Ausnahme, daß man sich bei der einen oder anderen BDSM-Praktik im Bereich der (schweren [vorsätzlichen]) Körperverletzung, der Freiheitsberaubung oder im weitesten Sinne auch beim sexuellen Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen aufhält. Ja, letzteres nicht ganz im Sinne dieser Bestimmung aber die Teilnehmer dieses Forums haben sicher genug Fantasie um das zu adaptieren. Der wichtigste Aspekt bei all diesen Punkten ist doch, daß es beide Partner so wollen und dabei ist es vollkommen egal, ob mein Beziehungsmodell SSC, CIS, RACK oder DEBRIS heißt.

      Dennoch, um zur Frage der TE und der dazu gehörenden Diskussion zurück zu kommen, ist beiderseitiges unbegrenztes Vertrauen nötig um in eine solche Beziehungsform einwilligen zu können. Das gilt nicht nur für die Sub, sondern auch für den Herrn. Die Verantwortung des Führenden ist genauso wie die der Geführten ungleich höher als bei SSC Beziehungen. Diesen Unterschied sehe ich tatsächlich bei den verschiedenen Beziehungsformen.

      Getreu dem Ausspruch "Nichts ist für die Ewigkeit" ergeben sich vielleicht auch in CIS oder CNC Beziehungen Momente, wo man diese Form nicht mehr ausleben kann oder will. Es passt dann einfach nicht mehr. Auch in diesem Moment gehören zwei denkende Menschen dazu um zu erkennen, daß die Beziehung in der Vergangenheit so richtig war und jetzt andere Fakten das Geschehen beherrschen. Ehen werden auch mit der Absicht der Unkündbarkeit geschlossen und zum Glück gibt es ja auch keine Scheidungen.

      Um es ein wenig ins lächerliche zu ziehen, wie irrevocable die Submission nun sein kann, kann sich Sub im Zweifel ja bis zu ihrem Ableben dem Grabstein des Doms unterwerfen.
      Alles was wir erleben und fühlen ist nur ein Teil dessen, mit dem uns das Universum auf das große Ganze vorbereitet. Aus Schmerz wird Liebe, aus Enttäuschung wird Freude und aus Kummer wird Frohsinn. Ziel erreicht.

      Sperling schrieb:

      Mal ein ganz anderer Gedanke am Rande: Ich habe diese Abkürzung gerade zum ersten Mal gelesen. Ich störe mich daran, dass "Cis" als Bezeichnung gewählt wurde - das steht für Millionen Menschen für Heteronormativität und nicht-abweichende Geschlechterrollen. Find ich unglücklich gewählt für ein an sich genderneutrales Beziehungsmodell.
      Bitte auf die Schreibweise achten, und Bedeutung bzw. Herkunft.
      Es ist wichtig auf Groß- und Kleinschreibung zu achten, und den Zusammenhang in dem die 3 Buchstaben verwendet werden.

      Wobei ich eher die Wortschöpfung cisgender aus den frühen 90-ern befremdlich finde. ?( Schaut mal bei Wikipedia wie das erklärt wird.
      BTW: wir sind dann ja fast alle cisgender. :D


      CIS, also Complete and Irrevocable Submission mag für manche ein erstrebenswertes Ziel sein, und die die es versuchen denken in dem Moment bestimmt nicht an eine Trennung. Ich sehe die große Gefahr dadrin, dass ein Teil des Paares im Fall des Falles einfach nicht akzeptieren kann, dass das einst gewählte Lebensmodell gescheitert ist und dem Partner das Leben schwer oder gar zur Hölle macht. Und das kann sowohl der Dom als auch Sub sein.

      Da geht mir jetzt folgendes durch den Kopf.... CIS kann in allen Gendergruppen ein Thema sein/gelebt werden.

      Silencer schrieb:

      Um es ein wenig ins lächerliche zu ziehen, wie irrevocable die Submission nun sein kann, kann sich Sub im Zweifel ja bis zu ihrem Ableben dem Grabstein des Doms unterwerfen.
      Das wäre dann CIS bis in die letzte Konsequenz

      unknown schrieb:

      Ich finde es schade, dass immer erst einmal die Einvernehmlichkeit in Frage gestellt wird. Klar, wir sind hier im öffentlichen Bereich, aber jede Handlung und Lebensweise im Kontext BDSM setzt Einvernehmlichkeit voraus. Ist das nicht gegeben sprechen wir auch nicht mehr über BDSM.
      Naja, das Konzept der unumkehrbaren Unterwerfung sieht ja gerade vor, dass die Unterwerfung auch fortbestehen soll, wenn die Einvernehmlichkeit das nicht mehr tut (sonst wäre der Begriff "irrevocable", also unumkehrbar, da ja ziemlich überflüssig). Ich finde es auch oft irritierend, wie schnell bei der Schilderung sehr intensiver D/s-Konstellationen die Frage nach der Einvernehmlichkeit aufkommt. Gerade hier gehört das aber ja zum Konzept: Sub verpflichtet sich für immer. Das macht Sub natürlich freiwillig und einvernehmlich, aber im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass Sub es später vielleicht nicht mehr für eine gute Idee hält, aber trotzdem an diese Entscheidung gebunden bleibt.

      So die Theorie.

      In der Praxis mag es da wieder Abstufungen geben, wie @imaginary schon anmerkte. Die Total Power Exchange ist ja auch nicht überall gleich ausgestaltet und lässt nach vielen Definitionen Ausnahmen zu (was, rein semantisch betrachtet, dem Begriff "total" zuwiderläuft).

      Wenn man aber eine Beziehung führt, aus der Sub in der Praxis irgendwie doch wieder herauskommt, ist der Begriff der Unumkehrbarkeit eben - wie Azrael unverblümt, aber zutreffend formulierte - Fiktion.
      Eine Beziehung, aus der Sub nie wieder herauskommt, egal was passiert, wäre klar ein Verbrechen.
      Zur Veranschaulichung ein Gedankenspiel:
      Sub will Dom verlassen. Die Abmachung war zwar mal, dass das nicht geht, aber jetzt ist es trotzdem so weit. Dom kann das nun sehr zähneknirschend hinnehmen (Unumkehrbarkeit als Fiktion) oder Sub mit Gewalt und ohne Einvernehmlichkeit festhalten (Unumkehrbarkeit als Verbrechen).
      Gerade, weil Sub eben nicht den freien Willen abgegeben hat, kann es zu Meinungsänderungen kommen, die man hinnehmen muss, wenn man sich nicht strafbar machen will.

      Das ist nicht romantisch, aber da wir von Menschenleben reden, eben doch ganz gut so.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Dominantseptakkord schrieb:

      Frage nach der Einvernehmlichkeit (...). Gerade hier gehört das aber ja zum Konzept: Sub verpflichtet sich für immer. (...)


      Zur Veranschaulichung ein Gedankenspiel:
      Sub will Dom verlassen. Die Abmachung war zwar mal, dass das nicht geht, aber jetzt ist es trotzdem so weit. Dom kann das nun sehr zähneknirschend hinnehmen (Unumkehrbarkeit als Fiktion) oder Sub mit Gewalt und ohne Einvernehmlichkeit festhalten (Unumkehrbarkeit als Verbrechen).
      Romantiker, die es weder für Fiktion noch für ein Verbrechen halten, sehen vermutlich noch eine dritte Möglichkeit: Sub ändert seine Meinung niemals (Wunschideal) bzw. wenn, dann spricht er es niemals aus, um das Versprechen unwiderruflicher Beziehung nicht zu brechen, schluckt den Wunsch, zu gehen, lebenslang runter und spielt Dom weiterhin Zuneigung und Ergebenheit vor. So ist das Glück zwar dahin, aber es würde tatsächlich dazu führen, dass es nie zu Zwang oder Trennung kommt.
      @Sperling

      auch wenn mich damit (leider) unbeliebt machte...
      genau das sehe ich in einer, in meinen augen ziemlich kranken, beziehung.von entfernten bekannten ..

      und er hat, wahrscheinlich um ihr jedwede moeglichkeit zur "flucht" noch mehr zu erschweren, auch einen keil zwischen sie und ihre familie getrieben ...




      NEIN ich sage nicht, dass das gut oder richtig ist, aber leider gibt es das immer wieder.

      und dass frauen in einer art leibeigenschaft leben mussten, da sie keine rechte hatten,ist ja nun auch noch nicht mal so wirklich lange her
      Jede (BDSM-)Beziehung startet im Idealfall einvernehmlich, bei Geburt von "Religionen" oder anderen Kulturen geschlossene Eheverträge, etc. lasse ich außen vor, weil es hier ja doch irgendwie um BDSM gehen soll. :yes:

      Der eine Punkt, der hier immer wieder angesprochen wurde, ist der psychische Aspekt, deshalb lasse ich auch diesen außen vor. Allerdings möchte ich einen Aspekt ansprechen, der leider immer wieder vergessen wird, der aber lebenswichtig sein kann, gerade, wenn so eine Beziehung zu Ende geht - selbst wenn der dominante Part dieses Ende zu lässt.

      Meiner Erinnerung nach ist es bei CIS-Beziehungen auch so, dass dem dominanten Part jegliches Eigentum des submissiven Parts übereignet wird - Liegenschaften/Häuser, sämtliche Fahrnisse, Sparbücher, Aktien, was auch immer - dies alles mit rechtsgültigen Verträgen (was bei Häusern/Liegenschaften ja nicht so schwierig ist). Das heißt aber auch, dass nach dem - vom dominanten Part eingeleiteten - Ende einer Beziehung, der submissive Part über nichts mehr verfügt. Keine Ersparnisse, keine Arbeitsstelle (außer er durfte weiterhin arbeiten), keine Freunde (außer man durfte mit Erlaubnis des dominanten Parts Freundschaften pflegen), etc.

      Ich selbst bin ein absoluter Anhänger des TPE und bin sicherlich die letzte, die etwas gegen gewisse Lebensformen sagt, aber manchmal, da muss ich dann doch auch meine kleinen Gedankengänge mitteilen. Ich rate niemandem, der so leben möchte, davon ab, das steht mir nicht zu, ich urteile über so jemanden auch nicht, ich sage nur, was passieren könnte, aber nie passieren muss.
      Ein Interessanter Thread. Bei dem ich da mal wieder bei Azrael bin.
      Ich stimme hingehend zu, dass CIS in den meisten Ländern nur als Fiktion ausgelebt werden kann.
      Hier sorgen Gesetze schon alleine dafür das die Durchführung sonst einem Straftatbestand gleich kommt.
      Dennoch gibt es diverse Ausnahmen die es mitunter durchaus ermöglichen können.
      Hier hat Shaylight einen tollen Ansatzpunkt gebracht. Nämlich unter dem Deckmantel freier Religionsausübung zum Beispiel
      Oder eben in Staaten in denen es durch Gesetzgebungen möglich ist.
      Da gibt es leider viele Beispiele die gegen ein Selbstbestimmtes Leben sprechen.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !