100 Tage täglich Sex bzw. BDSM?

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      Mirarce schrieb:

      Damit würde ich lediglich Rechte an die Meine abgeben und mich unter Zwang setzen, den ich jetzt nicht habe.
      Eigentlich doch nur letzteres?
      Du würdest Dich selbst verpflichten, aber ob das für sie ein Recht oder ebenfalls eine Pflicht wäre, ist nicht gesagt. Und wenn es eine Pflicht wäre, dann doch keine, die sie nicht sowieso schon hat. Es ändert sich nur für Dich etwas. Selbstreduktion von Freiheit.
      Von diesem Konzept hatte ich bisher noch nie gehört. Ganz lieben Dank fürs Teilen, @Sir von A :blumen:

      Mir kam beim Lesen aber auch direkt der Gedanke, dass ich da vermutlich schnell das Gefühl hätte, dass Sex zum reinen Pflichtprogramm wird. (Mir geht täglich essen und schlafen allerdings ziemlich auf den Keks :pardon: )

      Darf ich mag fragen, wie das bei euch war? Hattet ihr solche Sorgen nicht am Anfang? Und gab es zwischendurch keine Tage, wo zumindest eine(r) von euch eigentlich so gar keine Lust hatte? Würde mich sehr interessieren. :)
      ~*~ Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen! ~*~
      (Oliver Wendell Holmes)

      WaterLily schrieb:



      Darf ich mag fragen, wie das bei euch war? Hattet ihr solche Sorgen nicht am Anfang? Und gab es zwischendurch keine Tage, wo zumindest eine(r) von euch eigentlich so gar keine Lust hatte? Würde mich sehr interessieren. :)
      Also die Sorge hatten wir am Anfang merkwürdigerweise nicht - dafür fanden wir das Experiment viel zu spannend. Und an den wenigen Tagen, wo mal einer von uns nicht so motiviert war? Nun sagen wir mal so: Da hatte dann der jeweils andere eigentlich immer gute "Argumente" :D . Und je länger wir das durchgezogen haben, um so mehr wurde das ein Selbstläufer. Für meine Süße war es unheimlich befreiend, über Lust oder Unlust nicht mehr nachdenken zu müssen und auch für mich war/ist es befreiend, nicht mehr über "ob", sondern nur noch über das "wie & wann" zu denken. Superwichtig: Beide Seiten müssen auf "ihre Kosten kommen" ! Ich für meinen Teil sehe es durchaus als mein Vergnügen und auch als meinen Ehrgeiz, nicht aufzuhören, bevor die meine sich in zitterndes Gelee verwandelt hat. Weil es auch angesprochen wurde: Nein, ich nehme das nicht als " undommige Pflicht ", die mich irgendwie einschränken würde, war. Sondern ihr Schmelzen oder fliegen ist meine reine Freude! Man darf ja auch nicht glauben - das klang bei dem einen oder anderen Beitrag so an - das wir im Tagesplan "Täglich, 20:00, Sex" stehen haben. Es steht fest, das wir wo immer möglich täglich Sex haben - aber nicht wann, wo und wie. Unser Tipp gegen "Boah, abends zu müde/gestresst": Morgens früh, in der Mittagspause oder während der jüngste sein Schläfchen macht (früher Nachmittag) - wo immer es geht! Mit fünf Kindern bist du Abends einfach i.d.R. zu erschossen.
      Der Gedanke, wie lange wir mit Vergnügen so weitermachen können, kam eigentlich erst auf, als mich die Bandscheiben weitestgehend flach gelegt haben. Da habe ich mir schon ziemlich einen Kopf gemacht - zunächst! Aber dann dachte ich mir: Hey - pumperlgesund mit 20 kann jeder! Was physisch gerade nicht mehr geht, schlägt doch locker deine Kreativität! Und so ist es bisher auch...

      Kalimaa schrieb:

      Das zu überwinden und mich in der Hinsicht zu fügen finde ich bei der Idee ja verdammt reizvoll. So aus der Subbieperspektive :yes:
      Das verstehe ich total! Ich bin da nur leider selbst recht vorbelastet und habe auch explizit mit diesem Pflichtgefühl arge Probleme. Sex nach Plan funktioniert für mich bisher auch nicht. Ich blockiere inzwischen komplett, wenn ich weiß, dass ich jetzt muss. Aber vielleicht schätze ich die Wirkung der 100 Tage auch total falsch ein. Vielleicht ist das genau das, was sich mit der Zeit ins Positive verändert. Eben um das etwas besser einschätzen zu können, würde ich gerne mehr persönliche Erfahrung lesen. :3

      Edit: Sir von A war schneller :D
      ~*~ Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen! ~*~
      (Oliver Wendell Holmes)

      Anfuehrungszeichen schrieb:

      Männer, bin ich hier echt der einzige, der Zweifel hat, ob er 100 Tage am Stück überhaupt schaffen würde, was die Potenz angeht? :P
      Da kannst du ganz beruhigt sein :D - wenn man etwas Tantratraining hat, seinen ganzen Körper als Sexualorgan begreifen kann und keine diesbezüglichen körperlichen Einschränkungen vorliegen, ist das auch mit 57 noch völlig zu schaffen!
      Ich bin zwar Single, aber das wäre absolut nicht mein Wunsch. ^^

      Bei mir gibts Phasen mit großem Sex - und Spankininteresse, und dann wieder Wochen und Monate, wo es mich überhaupt nicht interessiert.
      "Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
      Wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat."
      (Marie von Ebner - Eschenbach)

      Corvina schrieb:

      Anfuehrungszeichen schrieb:

      Männer, bin ich hier echt der einzige, der Zweifel hat, ob er 100 Tage am Stück überhaupt schaffen würde, was die Potenz angeht? :P
      Ich glaube ja @Anfuehrungszeichen :pardon:

      Mir persönlich wäre es zu viel. Vorallem auch, wenn denn mal die Menstruation kommt, wäre ein absoluter NoGo Punkt erreicht.

      Aber eine reizvolle Vorstellung.
      Menstruation? Problem?
      Wieso?
      Ich esse doch auch Blutwurst?!
      @Sir von A
      Jeder so, wie er kann und will. :P
      Was ich halt mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich meistens für ein, zwei Tage absolut tiefenentspannt und zufrieden bin, wenn ich ein ausgedehntes Wochenende mit meiner Kleinen hinter mir habe. Wenn ich dann die Wahl hätte zwischen einem weiteren wilden Abend und einer entspannten Runde mit einem guten Buch auf der Couch, dann hätte an den meisten Tagen das Buch die Nase vorn. Ich müsste mich dann schon zwingen, um wieder in den Raubtier-Modus zu kommen, und unter Zwang mach mir das irgendwie nicht wirklich Spaß.
      Ich hatte mal eine ziemlich nymphomanische (Vanilla-)Beziehung. Für etwa zwei Wochen war das der absolute Hammer. Danach wurde es dann aber zunehmend anstrengend für mich und wir haben uns schließlich getrennt, weil wir da einfach einen zu unterschiedlichen Rhythmus hatten.
      Das allein lernte ich bisher, daß dem Menschen sein Bösestes nötig ist zu seinem Besten.

      Sir von A schrieb:

      Menstruation? Problem?
      Wieso?
      Ich esse doch auch Blutwurst?!
      Es gibt wirklich viele, die da Probleme mit haben.
      Dabei gibt es ja diese lustigen kleinen Schwämmchen im Dogeriemarkt, die selbst an den stärkeren Tagen die größte Sauerei verhindern.
      Aber es ist und bleibt einfach Geschmackssache.
      Am Ende sind wir alle gleich...

      mommy`s girl schrieb:

      Sir von A schrieb:

      ein Mindset zu schaffen, in dem Sex so zum Tag gehört, wie essen und schlafen.
      Der Unterschied ist, dass Essen und Schlafen lebenswichtig sind.
      Sex ist auch lebenswichtig! Das merkst du spätestens dann, wenn du zu lange keinen hast. Oder wenn du endlich sehr guten & genug davon bekommen kannst. Natürlich kann man ohne Überleben. Aber das ist es dann auch: Nicht Leben, nur Überleben. Und leider, leider überleben sehr viele Menschen nur - sie hungern in unserer hypersexualisierten Gesellschaft quasi vor vollen Tellern. Sehr traurig...
      Also ich persönlich finde das ganze sehr spannend.
      Jetzt haben wir mal einen Hugh Hefner der sexuellen Leistungsfähigkeit im Forum, dann sollte man das auch nutzen.

      Ich fände es schön, wenn uns der Sir weiterhin auf dem Laufenden halten würde. Könnte ja ein laufender Blog werden, in dem er nach jedem Mal uns mitteilt, was und wie er es gemacht hat.

      Dann hätten wir alle die Möglichkeit daran teilzuhaben und uns nicht nur weiterzubilden in dem Bereich, sondern auch Stellungen und Handlungen aus dem D/S und SM zu adaptieren und uns damit zu (sexuell) besseren Menschen (Doms und subs) zu machen.
      BDSM ist nicht das geschenkte MacBook oder der Luftballon in Hubschrauberform.
      (Rainha)

      „Es ist nicht gut, wenn wir nur unseren Träumen nachhängen und vergessen, zu leben.“
      Harry Potter und der Stein der Weisen
      Ich empfinde diesen Beitrag von @Sir von A sehr lebenspraktisch, da er eine Handreichung bietet, wie mit einem der großen Themen, aus welchen wohl viele Partnerschaften scheitern, umgegangen werden kann, um ein Scheitern zu verhindern.

      Ich finde es schäbig, diesen Lösungsansatz ins Lächerliche zu ziehen!
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)
      "Merkwürdig, wie wir die anderen beurteilen und nicht merken, wie elend unsere Geringschätzung ist - [...]" Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes"
      "Nur eins beglückt zu jeder Frist: Schaffen, wofür man geschaffen ist." Paul Johann Ludwig von Heyse
      "Wann immer etwas nicht von mir ist, ist es an mir, dafür Sorge zu tragen, dass ich den Urheber nenne." Louise, 2022 :D
      Für mich persönlich wäre erstmal die Frage da, wie man den täglichen Sex/das tägliche BDSM nun definieren würde.
      Ich möchte hier mal nicht in Details ausschweifen, nicht dass noch irgendwas verschoben werden muss.

      Für den einen bedeutet Sex eindeutig den eigentlichen GV...für den Anderen zählt da viel mehr auch schon dazu.
      Ersteres wäre nicht mein Fall wenn es so festgelegt wäre.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Zunächst mal: Danke für die vielfältigen Antworten und Beiträge an Euch alle!
      Was mich aber etwas verwundert ist die große Anzahl an Beiträgen, die das Konzept zunächst unter dem Aspekt "Zwang zu etwas" betrachten . Und zwar sowohl von Dom - Seite, als auch von Sub - Seite. Oder unter einem "Leistungssport :) "- Aspekt. Man würde doch auch nicht sagen, wenn jemand eine 24/7 DS - Beziehung lebt: "Boah, jeden Tag Dommig bzw. Subbig sein, wäre mir viel zu stressig!" oder: " Die Vereinbarung "Ich Dom, du Sub" beschränkt mich in meiner Freiheit als Dom, weil ich dann Dommig sein muss! " ? Dabei haben sich hier doch zwei freiwillig und zusammen entschieden, das mal aus zu probieren - niemand wurde gezwungen ( naaa guuut ....Sub manchmal schon, hihi :evil: *) und niemand musste sich selbst zwingen (über das Maß " Innerer Schweinehund: Kusch! " hinaus*). Und die Resultate für Beziehung, Psyche und Körper waren so durchschlagend positiv, das wir nach den ersten 100 Tagen einfach dabei geblieben sind. Würde ja niemand fast 10 Jahre lang tun, wenn es Überforderungen gäbe, oder? Und es ist ja nicht so, das keiner mehr ein Buch lesen darf, wenn ihm/ihr danach ist - man entscheidet sich dann nur bewusst für "Ausnahmsweise mal nicht" , anstatt wie in so vielen Beziehungen für "Ausnahmsweise mal ja" . Vielleicht bringe ich es schlecht rüber, aber genau das macht den Unterschied!
      Und abschließend: Keiner von uns ist "Nymphoman" . Bei Nymphomanie stellt sich nämlich u.a. keine Befriedigung nach dem Sex ein. Nur der Vollständigkeit halber.

      *ACHTUNG! HUMOR!

      LsS schrieb:




      Dann hätten wir alle die Möglichkeit daran teilzuhaben und uns nicht nur weiterzubilden in dem Bereich, sondern auch Stellungen und Handlungen aus dem D/S und SM zu adaptieren und uns damit zu (sexuell) besseren Menschen (Doms und subs) zu machen.
      Ähem, räusper...das ist aber gar nicht mein Ansinnen: Ein jeder nach seiner Facon. Aber ich eigne mich wohl eher zum Drill-Instruktor, denn zum Verfasser eines Lebenshilfe - Blogs :) . Und auch ein protzen mit einer "Hugh - Heffner - artigen sexuellen Leistungsfähigkeit" liegt mir so was von fern, allein schon weil ich die "Leistungsfähigkeit" anderer gar nicht beurteilen kann und will. Ich war schlicht neugierig, ob andere das auch schon versucht haben.
      @Louise

      Ins Lächerliche ziehen muss man es wirklich nicht. Was man aber dazu sagen kann und sollte - deswegen habe ich mich hier wiederholt zu Wort gemeldet -, ist, dass es in unserer Gesellschaft einen gewissen Leistungsdruck gibt, der von Kindheit an an uns Männchen herangetragen wird: Ein Mann muss, wann immer es darauf ankommt, seinen Mann stehen (können). Unbegrenzte Potenz. Alles andere ist unmännlich. Diese Erwartungshaltung wird vor allem durch die Porno-Industrie, aber auch durch diverse popkulturelle Narrative und Zahlreiches mehr gefestigt.
      Für viele Männer - darunter falle ich und die Mehrzahl der Männer, mit denen ich bisher offen über Sex gesprochen habe - ist diese Form von "Omnipotenz" einfach nicht Teil der Ausstattung, mit der sie zur Welt gekommen sind. Deswegen schreibe ich hier so offen, um eventuell Mitlesenden auf normalsterblichem Standhaftigkeitsniveau zu sagen: Nope, ich könnte das auch nicht; und das ist völlig okay. Dreimal die Woche richtig guter, befriedigender Sex lässt meiner Erfahrung nach in den meisten Konstellationen auf keiner Seite irgendwelche Wünsche offen. ;)
      Das allein lernte ich bisher, daß dem Menschen sein Bösestes nötig ist zu seinem Besten.