Beziehungsrat / Denkanstöße / Austausch benötigt

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      Beziehungsrat / Denkanstöße / Austausch benötigt

      Hallo ihr Lieben,

      ich benötige mal einen Rat, oder ggf. auch einfach nur Austausch zu einem Thema, das mich ziemlich beschäftigt. Und zwar geht es um meine Beziehung.

      Um meine Gedanken zu verstehen, muss ich wahrscheinlich etwas ausholen: ich bin eher zurückhaltend und schüchtern gegenüber dem anderen Geschlecht und es fällt mir daher nicht so leicht, Frauen kennenzulernen und Beziehungen einzugehen. Das war schon immer so.

      Ich hatte in meiner Jugend bis ins Studium hinein ein paar kürzere Beziehungen, die aber nicht wirklich ernst waren und auch sexuell eher nicht so weit gingen. Ich blieb „Jungmann“. Ich hatte immer schon so leicht den Verdacht, dass mit mir irgendwas anders ist, als mit anderen. Ich wusste nur nicht so genau, was das ist. Während des Studiums habe ich dann durch sehr seltsame Zufälle Kontakt mit dem Thema Bondage/BDSM bekommen und es hat "Klick" gemacht. Da war das Puzzleteil, was mir immer gefehlt hatte. Aber es war ein schwierig zu akzeptierender Teil von mir, ich war damals noch sehr gläubig und in Verbindung mit meiner damaligen generellen Unsicherheit im Allgemeinen und sexuellen Unsicherheit im Besonderen, hat es sehr lange gedauert, bis ich mit mir selbst im Reinen darüber war, das ich "so einer" bin.

      Das mit mir in Einklang zu bringen war das Eine. Das auch nach Außen zu tragen ist etwas völlig anderes. Wie gesagt, ich bin sowieso eher zurückhaltend und schüchtern, da macht es das Thema BDSM nicht wirklich einfacher. Ich fand online einige Menschen, mit denen ich mich austauschen konnte. Aber den Schritt in die reale Welt (Stammtisch, Community, o.ä) habe ich nie gemacht, bis heute nicht. Nur ein sehr guter Freund von mir weiß (in etwa), was mit mir los ist.

      Nachdem nun das Studium geschafft, die ersten Jahre der Karriere erledigt und das Einkommen gesichert war, gingen mir langsam die Entschuldigungen aus, warum ich immer noch allein war. Also ging ich auf die Suche. Abermals nicht in der realen Welt. Das „Online“ liegt mir da näher. Ich war auf diversen einschlägigen Portalen aktiv, denn eine Partnerin aus dem BDSM Umfeld sollte es sein. Nun scheint das Finden einer Partnerin für die Herren der Schöpfung aus Gründen des Überangebots eher nicht so einfach zu sein, jedenfalls war das bei mir erfolglos. Ich war enttäuscht. Nach ein wenig Frust habe ich dann entschieden, auf den „Vanilla-Seiten“ aktiv zu werden. Ich war bedacht, mein Profil so zu formulieren, dass erkennbar war, das ich etwas anders bin. Es gibt ja auch unter den "Vanilla-Damen" welche, die zumindest Teilen aus dem BDSM-Reportoire nicht unaufgeschlossen gegenüber sind. Es gab ein paar Dates aber so richtig daraus geworden ist nichts. Bis dann sie kam.

      Sie, das ist meine jetzige Freundin. Wir sind seit ca. 6 Jahren zusammen. Wen immer man fragt, der uns beide kennt wird sagen, wir passen hervorragend zusammen. Wir haben ähnliche Interessen, wir ergänzen uns, wir haben den gleichen Tag-/Nachtrhythmus (wichtig! ;-)), wir mögen beide Nähe und können dem anderen aber auch mal Freiheiten lassen, die jeweils anderen Familien lieben uns, kurz: die Beziehung ist super!

      Wenn da das Sexualleben nicht wäre…

      Ich haben ihr gleich zu Beginn unserer Beziehung gesagt, dass ich bestimmte Elemente des BDSM mag. Sie war entsetzt und wäre mir beinahe gleich davon gelaufen. Sie selbst kannte nichts davon und bereits der Wikipedia-Artikel zu BDSM hat sie beinahe in die Flucht geschlagen. Ich habe viel mit ihr geredet und viel erklärt. Ich hab auch Abgrenzungen getroffen und versucht ihr zu erklären, dass BDSM nicht das ist, was man in 50 Shades oder bei RTL gezeichnet bekommt. Das hat sie beruhigt und sie konnte sich vorstellen, einige Facetten auszuprobieren – mir zuliebe, nicht weil sie es toll findet. Das war mehr als ich jemals vorher hatte und nach meiner Historie war es mir auch genug, also haben wir es miteinander versucht und es ging.

      Leider merke ich immer wieder, dass mir die Schritte, die sie bereit war „auf mein Terrain“ zu gehen, nicht weit genug gehen. Vor allem auch deswegen nicht, weil sie selbst daran kein Vergnügen empfindet und es vor allem für mich tut. Ich bin dankbar dafür, dass sie es überhaupt versucht und komme ihr im Gegenzug in anderen (nicht sexuellen, aber auch nicht ganz einfachen) Belangen so weit entgegen, wie ich nur kann.

      Vielleicht sollte ich hier was über meine Veranlagung schreiben. Ich bin Switcher mit einem Hang eher in Richtung Sub. Da für sie der passive Part überhaupt nicht in Frage kommt (selbst Augenbinden oder Fesseln bei ihr sind absolut tabu), haben wir uns darauf geeinigt, nur meine Sub-Seite auszuprobieren. Ich mag eher den DS Part, statt des SM, was auch gut ist, denn SM würde bei ihr gar nicht gehen. Ich habe einen wirklich sanften Flogger, welcher sofort angewidert zur Seite gelegt wurde, von meinem EStim-Gerät ganz zu schweigen.

      Ich habe ihr davon erzählt, dass mich der Gedanke heiß macht, dass sie mich keusch hält. Das fand sie „machbar“. Selbst als ich mit meiner Keuschheitsschelle um die Ecke kam, war das „überraschend aber ok“. Und so trage ich nun hin und wieder meine Keuschheitsschelle. Warum hin und wieder? Nun, weil es meine Entscheidung ist. Wenn mir danach ist, frage ich sie, ob sie den Schlüssel nimmt. Tut sie natürlich. Abends fragt sie dann, ob sie mich besser aufschließen sollte...fürsorglich, aber kontraproduktiv fürs Kopfkino. Der Käfig und Keuschhaltung ist für mich vor allem dann spannend, wenn „man will, aber nicht kann“. Das hat was mit Erregung zu tun. Tease and Denial. Leider findet das bei uns nicht statt. Sex (Liebe machen) ist ein Wochenendthema, beinahe nach Kalendereintrag, inzwischen auch gerne mal 14-tägig und dann auch nur im Schlafzimmer, abgedunkelt. Zwischendurch Erregung holen durch Literatur oder Pornos geht leider auch nicht, da sie Pornographie generell ablehnt und es als Fremdgehen werten würde, sollte ich welche konsumieren. Erotische Literatur ist eine Grauzone, da gab es aber durchaus schon Diskussionen. Und so trage ich dann meist den Käfig 1-2 Tage tagsüber, aber mangels Erregung und damit in Ermanglung von etwas, das der Käfig verhindern könnte, bleibt er meistens irgendwann einfach ab...ohne Kommentar meiner- oder ihrerseits. Es ist ja nicht so, als hätte sie ein eigenes Interesse daran.

      Ich lese in einigen Foren mit, lese Berichte von Parties oder Blogs von Aktiven (und Passiven) aus der Szene und ja, ich habe vor ihr auch einiges an Pornographie konsumiert (und ich weiß, dass das nicht die Realität widerspiegelt) und ich habe aufgrund dessen oft das Gefühl, so viel zu verpassen. Aber sie ist eben so Vanilla, dass sie schreiend weglaufen würde, wenn ich ihr von einigen Fantasien erzählen würde, die mich manchmal umtreiben. Aus Gesprächen über Szenen aus Filmen oder Serien oder den "Abgründen", die man im privaten Umfeld so mitbekommt (eine Kollegin will mit ihrem man in den Swingerclub...SWINGERCLUB!!!) zeigt sich immer, dass „Blümchensex im Schlafzimmer“ in ihrer Welt eigentlich schon die „korrekte“ Variante von Sex ist.

      Ihr erkennt bis hierher sicher eine gewisse Frustration ;)

      Aber dann denke ich mir, es geht hier ja „nur“ um einen Lebensbereich. Einen wichtigen zwar, aber einen der aktuell faktisch bei uns eine Stunden pro Woche ausmacht, wenn überhaupt. Ich würde mir mehr wünschen, aber dennoch bleibt es nur ein Teil. Der Rest – und da fast der gesamte Rest – ist nahe an meiner Idealvorstellung einer Beziehung. Und nun stellt sich mir immer mal die Frage: ist das eine Problem mit Prioritäten? Sollte ich einfach glücklich sein mit dem, was ich habe? Oder nach dem streben, was ich nicht habe? Das letzte Mal kam mir das in den Sinn nach dem Spiegel-Artikel Warum Sadomasochismus als sexuelle Identität anerkannt sein sollte (.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bdsm-warum-sadomasochismus-als-sexuelle-identitaet-anerkannt-sein-sollte-a-1283299.html). Dort schreibt die Autorin: „Aber da sind auch diejenigen, die nicht wählen können. Für die BDSM keine "Bereicherung des sexuellen Spektrums" ist, sondern eine Festlegung mit Ausschlusszwang für alles andere. Dazu gehöre ich. Meine Sexualität habe ich mir nicht ausgesucht. Sie hat viele Versuche von Partnerschaft mit sogenannten "Vanillas", nicht BDSM-lern, scheitern lassen, sie ist nicht verhandelbar.“ Und ich finde mich da teilweise wieder.

      Aber was heißt das? Sollte ich meine Beziehung aufgeben, weil sie in dieser Hinsicht nicht perfekt ist? Was ist die Alternative? Ich bin niemand, der eine Beziehung aufgibt, kurz trauert und dann einfach *schnipp*eine neue Beziehung hat, die entweder besser ist oder eben schlechter, woraufhin die Iteration aufs neue beginnt.

      Irgendwie bin ich gerade ein wenig ratlos und unzufrieden mit mir, meiner Beziehung und vor allem der Gesamtsituation. Und 42 ist aktuell keine zufriedenstellende Antwort...

      Deswegen freue ich mich über alle eure Gedanken und vor allem Denkanstöße zu dem Thema!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Viva ()

      ShySub76 schrieb:

      Was ist die Alternative?
      eine offene Beziehung


      Ihr beide seit eigendlich glücklich miteinander und wollt Eure Beziehung weiterleben. Das ist auch gut so. Auf Dauer fehlt es Dir aber Deine devote Seite auszuleben -
      warum solltest Du das nicht ab und zu in einer Spielbeziehung tun ?!?

      Die Rahmenbedingungen könnt Ihr beide ja genau festlegen.........Du bist dann sicherlich zufriedener und kannst Eure Beziehung dann auch viel mehr noch genießen - und sie muss sich auch nicht verbiegen und etwas tun um Dich zufriedenzustellen.

      Für beide Seiten positiv.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von newbarbie ()

      Hallo @ShySub76,

      Du stellst da eine ganz schwierige Frage, die Dir wahrscheinlich niemand wirklich beantworten kann. Für mich klingt es so, dass Du eigentlich schon alles getan hast, was auch wirklich sinnvoll wäre, nämlich offen mit Deiner Partnerin über Deine Veranlagung zu reden. Sie kommt Dir sogar entgegen, soweit sie kann, was eigentlich ja sogar toll ist. Und trotzdem ist Dir das zu wenig, woraus die Unzufriedenheit resultiert.

      Wenn ich mir so vorstelle, ich müsste eine Beziehung ohne BDSM-Elemente leben, denke ich, dass ich das inzwischen nicht mehr könnte / wollte. Den Großteil meines Lebens war Sex halt immer nur ganz nett, aber wenn es teilweise monatelang nicht dazu kam, war das auch nicht so schlimm. Ich dachte, ich wäre halt nicht sonderlich an Sex interessiert. Und dann lernte ich auf einmal eine andere Art von Sex kennen und auf einmal war die Welt viel bunter und Sex plötzlich etwas, was man durchaus mal häufig und ausgiebig und immer wieder wollen kann. Da ich das jetzt nun weiß, kann ich für mich sagen, dass ich darauf nicht mehr würde verzichten wollen.

      Nur würde eine solche Haltung für Dich im Grunde bedeuten, entweder Dich zutrennen oder zu versuchen, mit Deiner Partnerin eine Öffnung der Beziehung zu vereinbaren. Aber so wie Du sie beschreibst (Pornos gucken ist schon fremd gehen), glaube ich irgendwie nicht, dass das für Dich eine Option ist. So leid es mir tut, aber für mich klingt Deine Situation nach einem "do or die".

      Ich glaube, dass es sehr schwierig ist, hin und wieder quasi von dem Nektar der Erfüllung zu naschen, aber nie einen echten Schluck nehmen zu können. Für mich würde ich mir dann wünschen, es gar nicht zu haben, in der Hoffnung, dass meine Begierden dann einschlafen und Ruhe geben würden.

      Ich wünsche Dir, dass jemand hier noch einen tollen Tipp für Dich hat.
      Hallo,
      Eine sehr berührende Geschichte und ich kann sehr gut nachvollziehen wie es Dir geht da ich selber in genau derselben Situation stecke, mit ähnlicher Vorgeschichte. Ich bin nun seit 7 Jahren mit meiner Verlobten zusammen und habe mich erst im letzten Jahr getraut mit ihr offen über meine Neigungen zu reden.

      Sie hält mich seit einem Jahr mehr oder weniger keusch und wir hatten auch ein paar Sessions die ganz spaßig waren aber es fehlte immer das gewisse etwas. Oft habe ich immer nur das Gefühl, das sie das nur mir zuliebe macht und eigentlich keinen richtigen spass daran hat.
      Tease and Denial gibt es bei mir so gut wie gar nicht, eher ein Orgasmus pro Monat und ansonsten eher alles vanilla.

      Ich habe ihr schon oft gesagt das ich strenger behandelt werden möchte aber geändert hat sich da nichts. DS is quasi nicht vorhanden, SM auch nicht. Es gibt keine Aufgaben, keiner Herausforderungen usw.

      Damit das nicht genug ist, sind wir seit Anfang des Jahres verlobt. Eigentlich wollte ich nie heiraten weil ich das für veraltet halte. Sie redet oft davon und je näher der Termin rückt desto verzweifelter werde ich. Ich ging da Anfang des Jahres drauf ein, weil ich dachte das es ihr mehr Mut geben würde neues zu probieren. Aber dem war leider nicht so.

      Auch ich habe viel gelesen und beneide die, die ein glückliches sexualleben führen. Irgendwie hatte ich das nie so wirklich, was mir wieder die Tränen in die Augen treibt.

      Ich glaube nicht das ich ohne Bdsm glücklich werden kann und habe Angst es eines Tages zu bereuen.

      Das Thema offene Beziehung hatten bzw. haben wir auch aber da sagt sie oft das sie mich nicht teilen möchte. Ist auch fraglich ob mir eine Spielbeziehung reichen würde, denn als devot Veranlagter träumt man ja doch eher von einer art femdom Beziehung. Und auf der anderen Seite habe ich auch Angst ihr weh zu tun, denn sie ist ein echt liebenswerter Mensch.

      Warum ist das nur so schwer sich zu entscheiden?

      Nun muss man noch ergänzend dazu sagen, daß ich auch kein Mann bin dem die Frauen zu füsse liegen. Da ich übergewichtig bin musste ich in der Vergangenheit schon viel bei meinen flirt versuchen aushalten.
      Wie schon Vorredner sagten, eine Patentlösung gibt's wohl wirklich nicht für dieses Dilemma, wüsste ich den, würde ich den hier posten und würde selbst nicht damit zu kämpfen haben.
      Aber auch bei mir ist es nicht wirklich besser. Ich bin mit meinem Mann nun schon 14 Jahre zusammen Thema Sex war bei uns immer ein holpriges Thema. Phasenweise lief es gut, dann mal wieder nichts.
      Irgendwann legte er mir dann einen Neigungsbogen vor die Nase, ich solle ihn mir doch mal anschauen, vielleicht wäre das ja was für mich (ich sehe schon die leuchtenden Augen bei euch und der Gedanke, Hey besser kanns doch nun gar nicht sein) tja, weit gefehlt.
      Ich habe mir also diesen Bogen angeschaut ihn ausgefüllt und mit ihm darüber gesprochen, seiner war damals weit entfernt von meinem und er "korrigierte" seinen mit der Aussage, es war ja nur ein voesichtiges ran tasten und ein schauen, wie ich dazu überhaupt stehe. Auch mich hier anzumelden damals, war sein Vorschlag. Also kam es wie es gekommen ist, wir haben uns darin etwas ausprobiert für mich würde es genau mein Ding, für ihn kam die Feststellung, dass ist nicht seins, schlagen und mir weh tun, dass könnte er nicht. Ohne ist mir aber zu wenig. Nun saßen wir da und auch immer noch in einer Saggasse haben seit dem keinen Sex mehr, das ist jetzt gut drei Jahre her. Ich habe mich dann versucht eine Spielbeziehung zu finden, auch das ist mir nicht gelungen, weil es nicht meine wirkliche Erfüllung. Es ist das kosten, aber eben nicht das Trinken. Meine Neigung ist geweckt und ich liebe sie, kann sie aber nicht wirklich stillen.Also stehe auch ich da und überlege was nun. Glücklich sind wird beide längst nicht mehr so, auch wenn wir in der Partnerschaft noch gut funktionieren, aber es fehlt uns beiden etwas. Schluss endlich bleibt eigentlich nur den Weg. Aber nach 14 Jahren fällt mir das zumindest nicht so leicht einen Schlußstrich zu ziehen um für mich mein Glück zu finden. Auch wenn ich in Kopf weiß, dass das eigentlich der einzige Weg ist.
      Aber Kopf und Herz sind sich eben noch nicht einig. Vielleicht kommt das noch, ich hoffe sehr, denn was ich definitiv weiß ist, meine Neigung nicht voll und ganz ausleben zu können, macht mich nicht glücklich. Ist quasi eine tickende Zeitbombe und der Versuch es zu unterdrücken klappt auch nicht... Also, ist nicht alles Gold was glänzt
      Hey ihr Mit"verzweifelten" *wink*

      Ich kann mich total in euch reinfühlen...
      Ich bin mit meinem Mann am 31.10. 12 Jahre verheiratet und wir sind ein echt gutes Team,
      aber sexuell trennen uns Welten :/
      Ich wusste zwar schon früh von meiner devoten Neigung, aber da ich nie jemanden mit
      derselben Einstellung gefunden habe, habe ich diese dann unterdrückt und habe mir eingeredet,
      dass Sex ja nicht alles wäre... Tja, das stimmt zwar, aber wenn man generell einen Mann hat,
      der nicht sooo sehr an Sex interessiert ist (eine Nymphomanin hat ihn "kuriert" - dumme Kuh >:-(),
      dann wird irgendwann aus wenig Sex gar kein Sex mehr. Ich kann mich nicht mal mehr dran erinnern, wann das letzte Mal war :'-(
      Ich habe natürlich mit ihm geredet und erstmal eine Abfuhr bekommen, da ich in sexueller Hinsicht
      zum Glück fast mit jedem offen reden kann. Als ich mich dann immer weiter zurück gezogen habe,
      wollte er es zumindest mal ausprobieren - "Wenn es dich scharf macht, dann macht es mich auch scharf"
      Nur dummerweise hat mein Mann zwar eine starke Persönlichkeit, aber absolut keine dominante Art *seufz*
      Und langsam bin ich einfach nur frustriert und hab auch noch keine Lösung gefunden.

      Ich weiß nur, das eine offene Beziehung für meinen Mann nie in Frage käme, da er Sex und Liebe nicht trennen kann.
      Ich hätte weniger Probleme damit, denn ich habe schon offene Beziehungen geführt. Klar wäre auch mein Wunschtraum
      einen Dom als festen Partner, der perfekt mit mir harmoniert, aber das Leben ist leider kein Ponyhof...

      Also sitzen wir alle frustriert vorm PC und wissen nicht, was tun.

      ShySub76 wenn ich richtig gelesen habe, seid ihr jetzt seit ca. 6 Jahren zusammen. Da wird eine Trennung auch nicht einfach sein,
      vor allen Dingen, wenn du sie so sehr liebst. Aber ganz ehrlich? Könnte ich die Zeit rückgängig machen,
      dann würde ich mir einen Partner aus der Szene suchen und wenn es ewig dauert. Aber das ist nur meine Meinung.
      Vielleicht könnte es dir auch helfen, wenn du eine Pro- und Contra-Liste machst was euren Sex betrifft?

      Ich finde es toll, dass man hier auch mit diesen Problemen nicht alleine ist und sich mal "auskotzen" kann ;)
      Hallo @ShySub76,

      nur Du kannst für Dich entscheiden. Doch wie Du augenscheinlich merkst, ist Sexualität nicht nur einfach „ein Lebensbereich“, sondern ein zentraler Aspekt, der eine Partnerschaft ausmachen sollte. Dafür, dass Du Dich insgesamt als schüchtern und wenig erfahren darstellst, bist Du Dir Deiner Neigung sehr sicher. Ich kann Deinen Druck gut verstehen.

      Seine Neigung sucht man sich nicht aus. Deine Sehnsucht, es wirklich zu leben, ist erkennbar groß. Und umgekehrt gilt für Deine Freundin, dass sie die entsprechende Neigung NICHT hat. Und nach sechs Jahren Beziehung wist Du bei ihr auch keine „verborgene“ Phantasie wecken können.

      Es hilft nichts, Du solltest weiter mit ihr reden. Ihr nochmals klarmachen, wie Du tickst und welche Bedürfnisse Du hast. Aber auch von ihr erfahren, welche Bedürfnisse sie hat, Wünsche, Phantasien, die Du nicht bedienen kannst. Es kann gut sein, dass auch sie mit der Situation unglücklich ist. Und dann mit ihr ehrlich mögliche Lösungen besprechen, und sei es eine Trennung im „Guten“.

      Alles runterschlucken, eine Beziehung ohne Sex weiterleben, die Neigung unterdrücken.... das ist selbstverständlich möglich. Aber, sie wird nicht verschwinden, das wirst Du in den letzten Jahren bereits gemerkt haben.

      Ich selber wusste schon immer, dass ich irgendwie „anders“ bin. Andererseits war auch ich ein „Spätzünder“, hatte schließlich geheiratet, eine Vanilla-Ehe geführt, nichts ahnend, was es alles für Möglichkeiten gibt.
      Die Ehe ist zerbrochen auch aus ganz anderen Gründen, erst danach konnte ich mein „Inneres Outing“ komplettieren. Diese Zeit war sehr positiv für mein Selbstbewusstsein. Ich merkte, dass ich nicht allen war. Ich merkte, dass es in der Tat „passende“ Frauen gibt. Und dass ich selber entsprechende „Ansprüche“ stellen darf.

      Ich bin angekommen, habe meine sub gefunden, mit der ich eine wirklich tolle D/s-Beziehung führe. Das reale Erleben ist noch bessere als die Phantasie. Mein „Ich“ von 2009 wäre ziemlich geschockt, könnte es mich sehen ^^ .

      Du bist nicht allein! Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest!
      Ich bin seit fast 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, er ist mein Mensch, der Mann den ich liebe, sehr tief liebe.
      Wir haben Sex, regelmäßig und der ist gut, abwechslungsreich, kreativ und offen.
      Er hat kein Verständnis für meine Neigung. Ich habe versucht es ihm näher zu bringen.
      Seine Moral steht ihm im Weg und er ist kein Stück dominant.

      Seit ich denken kann, habe ich meine sexuelle Befriedigung im Außen gesucht.
      Es waren immer Affären, dabei ging es um das Prickeln, um das Verbotene, freie Lust. Immer etwas härter und dann traf ich BDSM und es traf mich. Ich bin angefixt, ich will erleben.

      Unsere Ehe ist nicht offen. Er ist nicht bereit sie zu öffnen, für ihn gibt es dann nur die Scheidung. Ja, ich bin eine Betrügerin, so sieht es wohl aus.

      Ich spreche darüber sehr selten. So darf man nicht sein, man muss einen Schlussstrich ziehen und fair sein. Ich kann und will diesen Schlussstrich nicht ziehen. Er ist die Liebe meines Lebens und nur weil diese Komponente fehlt soll ich das aufgeben?
      Darüber offen zu sprechen fällt mir nicht leicht. Die wenigsten Menschen verstehen, wenn ich sage dass ich einen anderen Mann im Außen fühlen kann. Das ich Vertrauen kann, mich einlassen und binden kann.
      Ich bin nicht zerissen.

      Ich kann weder das eine noch das andere aufgeben. Ich weiß das die meisten Menschen das verurteilen und es soll auch kein Lösungsvorschlag sein.
      Nur ein Einblick.

      Ich wünsche euch alles erdenklich Gute, das ihr für euch Lösungen finden werdet die "richtig" sind.
      Das wünsche ich uns allen, die in diesem Dilemma stecken.
      ~Die kostbaren Dinge, die ein Mensch sammeln kann, sind nicht Gold und Edelsteine. Es sind die Erinnerungen, die Erfahrungen und die kleinen Muscheln vom Strand~
      Hallo @ShySub76,
      und auch die anderen Mitstreiter, die ein vergleichbares Problem haben,

      zunächst einmal: ich habe ein solches Problem zum Glück nicht, und auch ich habe kein Patentrezept oder eine Standardlösung. Damit könnte man wohl viel Geld verdienen...
      Bei allen Unterschieden in Euren Geschichten gibt es aber eine Sache, die Euch alle eint (zumindest die hier bisher geschrieben haben): auch wenn viele von Euch mit der Idee liebäugeln, sich eine reine BDSM-Beziehung zu suchen, oder dazu raten würden - keine(r) von Euch hat es bisher tatsächlich getan! Und das nach so langen Jahren Entbehrung. Entweder gibt es da also etwas, das schwerer wiegt als die fehlende sexuelle Erfüllung, oder es ist die Angst davor, etwas aufzugeben, und in einer neuen Beziehung zwar sexuell befriedigt zu sein, aber dafür etwas anderes zu vermissen.
      Soweit eine rein sachliche Feststellung, ohne eine Wertung einbringen zu wollen.

      Nun, wie schon gesagt, eine Lösung habe ich nicht parat. Aber ich will mal eine Theorie aufstellen, die grob auf einer Nebensatz-Aussage von ShySub76 beruht, der aber dieses Thema auch eröffnet hat:

      ShySub76 schrieb:

      Aber es war ein schwierig zu akzeptierender Teil von mir, ich war damals noch sehr gläubig und in Verbindung mit meiner damaligen generellen Unsicherheit im Allgemeinen und sexuellen Unsicherheit im Besonderen, hat es sehr lange gedauert, bis ich mit mir selbst im Reinen darüber war, das ich "so einer" bin.

      Meine Erfahrung mit Menschen, die - nicht nur auf BDSM bezogen - ein Problem mit Sexualität im allgemeinen haben, sind in dieser Beziehung "vorbelastet". Entweder durch kirchliche (gläubige) Erziehung, die die Lust und den Spass am Sex verbietet, oder durch familiäre (unwissende) Erziehung, dann in aller Regel die "hygienisch unreine", also "schmutzige" Variante. Beide Formen können extrem prägend und sehr schwer zu überwinden sein. Aber in praktisch allen mir bekannten Fällen war es (mindestens) einer von diesen beiden Gründen, warum sich jemand die Lust an sexuellen Varianten nicht gönnen konnte oder wollte. Als Beispiel sei hier Analsex genannt: nach meiner Erfahrung sieht die Mehrheit der Leute es als Tabu, weil es "schmutzig" ist, nicht weil sie Angst vor der Dehnung oder Unwissenheit über die Praxis haben. Stammt aber eher aus der kleinkindlichen als der (meist nicht stattgefundenen) sexuellen Erziehung.

      Deshalb möchte ich zunächst @ShySub76 mit der Frage konfrontieren, wie lange es bei Dir gedauert hat, bis Du Dir Deine Form der Sexualität ohne schlechtes Gewissen eingestehen konntest? Und war Dir letztlich dabei geholfen hat, mit Deiner Vorliebe im Reinen zu sein?
      Ich weiß natürlich nicht, ob der Grund der sexuellen Einstellung Deiner Freundin irgendwo in dieser Richtung zu finden ist, aber ich glaube aus Deiner Beschreibung eine solche Tendenz heraus zu lesen. Dann wäre meines Erachtens ein erster Schritt zu versuchen, sie auf einen ähnlichen Weg zu führen, wie Du ihn selbst für Dich gegangen bist. Erst einmal von der Missionarsstellung im Dunkeln weg zu kommen und mit ihr gemeinsam heraus zu finden und es auch zuzulassen, dass Sex selbst mit nur kleinen Abweichungen plötzlich Spass machen, und statt einem schlechten Gewissen auch positive Emotionen auslösen kann.
      In einem zweiten Schritt würde ich versuchen, einen positiven Trigger von ihr (Lust auf Schokopudding, Rosamunde Pilcher, Achterbahn fahren, was weiß ich?) in Vergleich zu setzen mit Deiner Lust auf BDSM. Das eine Sache, wie unlogisch es auch scheinen mag, positive Gefühle und Lust auf mehr erzeugen kann. Ohne dass man deshalb ein schlechtes Gewissen haben muss. Und in Deinem Fall ist es eben die Lust auf den Flogger. Und am liebsten aus ihrer Hand. So what?

      Ich weiss, das ist viel leichter geschrieben als getan, und es wird vermutlich eine verdammt lange Zeit in Anspruch nehmen... aber ich denke, es ist den Versuch wert, anstatt all das andere aufzugeben, was Euch so hervorragend zusammen passen lässt, wie Euer Umfeld es beschreibt. Denn auch eine offene Beziehung kommt in einer solchen Situation in der Regel nicht in Frage. Selbst wenn der Partner/die Partnerin einem die Freiheit gönnen würde, bleibt das Wissen um die "unreinen" Aktivitäten in der Fremde, und danach teilt man sich wieder das Bett.

      Bleibt mir nur, Dir und Euch viel Erfolg zu wünschen (und zu hoffen, dass das in einem "offenen" Forum so stehen bleiben darf),
      LotOfKnots
      Das ist eine tragische Situation, die mir und offensichtlich einigen hier nicht unbekannt ist.

      Und wenn es tatsächlich einfach so wäre, dass es sich dabei nur um einen abgetrennten Lebensbereich geht, der gerade mal eine Stunde pro Woche in Anspruch nimmt - dann wäre diese Situation leichter zu lösen.

      Wenn ich aber eines innerhalb der letzten Jahre, oft sehr schmerzhaft, gelernt habe: Meine Sub ist keine Teilzeit-Sub, die nur beim Sex zum Vorschein kommt. Meine Sub, das ist mein wahres Ich. Jedenfalls, wenn es um Beziehungen geht.

      Ich kenne diese Jahre der Sehnsucht und der Frustration, das Gefühl von tiefster Einsamkeit obwohl ich den Atmezügen meines schlafenden Partners lausche.
      Ich kenne das Gefühl, dass ich beim Sex am liebsten heulen würde, weil er so schrecklich zärtlich ist und mich dennoch überhaupt nicht berührt.

      Ich möchte das niemals mehr erleben.

      Für mich ist BDSM eine Sprache der Liebe. Und wenn der Mann an meiner Seite sie nicht gesprochen hat, dann erlosch die Liebe irgendwann von selbst, wie eine Flamme, die keine Nahrung bekommt.

      Aber genau deswegen wäre eine offene Beziehung für mich nie in Frage gekommen. Ich kann mir nicht einfach das, was ich in meiner Liebesbeziehung nicht habe, woanders holen, das würde für mich die Liebe ad absurdum fühlen.
      Und eine Spielbeziehung an sich fühlt sich für mich so an wie eine Art Live-Rollenspiel, ein "so tun als ob". Jetzt bin ich aber auch ein leidenschaftlich radikales und dazu noch zutiefst romantisches Wesen (unvernünftige Mischung :engel: ), ich denke in Begriffen wie "absolut", "total", "bis zum Tode". Vielleicht, hoffentlich, bist du da kompromissfähiger.

      Für viele, die ich kenne, funktioniert das Konzept der offenen Beziehung perfekt.

      Andererseits sehe ich da das Problem auf Seiten deiner Partnerin, die das sicherlich auch als Betrug werten würde.

      Du klingst sehr reflektiert und integer, und ich finde es wunderbar, wie offen und rücksichtsvoll du deiner Partnerin gegenüber bist. Das ist nicht selbstverständlich.

      Aber genau deswegen besteht die Gefahr, dass du dabei deine Bedürfnisse mehr missachtest als ihre - denn sie ist schließlich normal und du abartig. :facepalm: Dabei habt ihr beide das gleiche Recht auf eine Erfüllung eurer Wünsche. Irgendwann kommst du an einen Punkt, an dem du einfach nicht so weiter leben kannst. Möglicherweise ist der bereits erreicht und deswegen wendest du dich an das Forum?

      Ich war lieber viele Jahre alleine als in einer unvollständigen Beziehung. Für mich war das die einzige vertretbare Option.

      Und vielleicht ist 42 auch diesmal gar nicht so weit weg als die Antwort auf alles und speziell auf dein Problem: Mit ein bisschen Bastelei wird daraus eine 24/7. Und das ist das D/s Konzept das sich für mich als die einzig lebenswerte Beziehungsform und als die Antwort auf Glück und Erfüllung und Regenbogen und Ekstase erwiesen hat, mehr als ich mir jemals auch nur hätte ausmalen können, und naja, ebenso Reibung und emotionale Katastrophen und Konfrontation mit persönlichen Dämonen... aber authentischer und wunderbarer und intensiver war es nie.

      Das gleiche wünsche ich dir auch. Und den Mut und die Kraft, diesen Weg zu gehen. Ob er dich jetzt in eine Trennung führt oder eine Öffnung eurer Beziehung...
      Ich kann mich auch gleich als Betroffene dranhängen. Und habe auch keine Lösung, das gleich vorweg.

      Was mich in meiner speziellen Situation so quält ist, dass ich meinen Mann liebe, er recht offen für alles ist, ich ihm alles sagen könnte und ich mir sehr sicher bin, dass er vieles mit mir ausprobieren würde. Aber - ich kann mit ihm das was ich will nicht leben. Das weiß ich. Er ist einfach kein Typ Mensch, der bei mir die ganze D/S Thematik triggert.
      Das ist es aber, was ich will. Und aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur, die ich ja seit sehr langer Zeit kenne, weiß ich, dass das zwischen uns nicht funktionieren wird. Dass es ein "so tun als ob" werden würde. Dass wir zwar rein mechanisch gesehen BDSM ausüben könnten, das aber nicht die für mich wichtigen Gefühle dabei auslösen wird.

      Ich habe eine Person, mit der ich das kann. Und ich habe immense Schuldgefühle, dass ich meinem Mann so gesehen ja nicht einmal die Chance gebe, das mit mir zu leben, weil ich ihm nichts von meiner Sehnsucht erzähle. Ich habe Angst davor, ihm davon zu erzählen, und ihm dann sagen zu müssen: Das geht aber mit dir nicht.

      Verkürzt gesagt: Ein bisschen auf den Po hauen beim Sex ist nicht das, was ich will. Mit meinem Mann werde ich aber nie das Level an D/S auf die Art leben können, wie ich es will. Wir kriegen ja nicht mal Dirty Talk hin. Oder mal so ansatzweise, gerne auch anfangs humoristisch gemeinte, Rollenspielszenarien. Dafür ist er nicht der Typ, das mag er nicht. Für mich ist das aber ein fest verankerter Persönlichkeitsanteil, den ich nicht wegdrücken kann.

      Tja. Das quält mich sehr und ich verstehe euch alle so gut. Diese Frage, darf man sich und seine Sexualität so wichtig nehmen, dass man dafür eine Person die man zweifelsfrei liebt, aufgibt... Ich habe keine Ahnung.
      Das mit dem D/S kenne ich leider auch, wenn meine Freundin das probiert wirkt es total albern/überzogen. Ich denke mal das man nach Jahren zusammen in einer Vanilla-Beziehung nicht mal eben so D/S zu etablieren kann, es sei den die dominante Person schafft es in kurzer Zeit in die Rolle hineinzufinden.

      WIe sieht es bei Euren Partnern mit der Anziehung aus? Ist die noch vorhanden oder hat sich das im Läufer der Jahre bei Euch auch geändert?

      In meiner Beziehung hat sich das verschlechtert, da wir beide zugenommen haben. Ich treibe daher auch viel Sport, während sie eher die meiste Zeit passiv ist. Das macht es noch ein wenig heikler. Ich trainiere fast jeden Tag, sehe da auch viele Frauen (die meisten sind gute 20 Jahr jünger) und ich dann nach Hause komme und meine Freundin vor dem Fernseher sehe, dann verletzt mich das auch. Ich habe ihr das auch schon öfter gesagt, geändert hat sich das leider nicht.

      Aber beenden kann ich es auch nicht denn ansonsten komme ich gut mit ihr klar. Wir denken in vielen Dingen oft das gleiche und vielleicht ist das auch ein Problem, denn der Reiz liegt ja im anderen.

      Oft wünschte ich mir das ich diese Neigungen nicht hätte, habe sie auch die letzten 20 Jahre versucht zu unterdrücken aber meine Erfahrung ist, das man damit alles wird aber nicht glücklich.

      @Columbia
      Ich kann Dir nur den Rat geben mit Deinem Mann zu sprechen. Vielleicht traut er sich auch nicht, mit Dir zu reden. Als ich vor einem Jahr mich bei meiner Freundin outete, war das eine Erleichterung für mich. Seitdem reden wir offen über alles. Sogar als ich ihr sagte, daß ich noch gerne sex mit anderen Frauen hätte nimmt sie mir nicht übel.

      Probieren solltet ihr es und dem Partner sollte man auch immer eine Chance geben, denn es kann ja auch funktionieren. Vielleicht findet ihr ein arrangement und probiert ein paar Dinge aus oder geht zu einem Stammtisch wo ihr Euch mit anderen austauschen könnt.

      Sirius schrieb:

      WIe sieht es bei Euren Partnern mit der Anziehung aus? Ist die noch vorhanden oder hat sich das im Läufer der Jahre bei Euch auch geändert?
      Das spielt bei mir auch in die Problematik rein, ja. In den ersten Jahren unserer Beziehung kam von ihm häufiger Kritik an mir, ich würde so wenig aus mir machen und wäre so ein bisschen bieder. Ich habe die Kritik angenommen und an mir gearbeitet. Weil ich das auch an mir ändern wollte. Ich mache regelmäßig Sport, ich färbe meine Haare, ich achte mehr darauf was ich anziehe und mein Umfeld spiegelt mir, dass ich damit erfolgreich bin.
      Er hingegen hat sich über die Jahre gehen lassen. Ich habe das schon oft angesprochen. Von liebevoll über dringlich bis zu sehr deutlich. Er ändert nichts. Und ich rede nicht vom Waschbrettbauch, sondern von Themen wie "Bitte zieh doch keine löchrigen Tshirts mehr an".

      Wie du schreibst, das macht einen wütend. Und gleichzeitig hat man dann ein schlechtes Gewissen, denn man will ja nicht oberflächlich sein und weiß die grundlegenden Qualitäten des Partners ja durchaus zu schätzen.
      Ich bin ehrlich gesagt erschrocken wie vielen es doch gleich oder ähnlich ergeht...

      Ich schließe mich dem an, aber eine Lösung habe auch ich nicht parat...

      @ShySub76, @Cheshire, @Anduril wie bekannt mir doch viele Worte vorkommen...

      Allerdings muss ich sagen, dass unser Sexualleben bis vor ca. 2 Jahren echt gut war.
      Wir waren schon immer recht offen und haben zusammen viel ausprobiert.
      Dann wurde mein Mann krank, durch die Krankheit sind u.a. grosse sexuelle Probleme entstanden, die meinen Mann mehr als frustriert und belastet haben.
      Sex war ihm immer sehr wichtig.
      Auf einmal funktionierte das nicht mehr.
      Problem dazu kam dann noch wachsende Eifersucht und Unterstellungen, dass ich mir bestimmt woanders holen würde was er nicht mehr könne.
      Nein, habe ich bis dahin nicht gemacht.
      Ich habe Monate zurück gesteckt.
      Die Beschuldigungen und Verletzungen wurden von seiner Seite immer schlimmer.
      Es war verletzend und unerträglich.
      Jetzt war mein Frust groß.
      Meine Freundin, der ich mich anvertraut habe, hat mir den Rat gegeben "Mach's doch einfach, dann hat er wenigstens ein Grund. Und du musst dir mal wieder selber Konfetti ins Leben pusten"
      Die Worte haben sich in mein Gedächtnis gebrannt und irgendwie nicht mehr losgelassen.

      Deshalb würde ich es niemals verurteilen, wenn sich Jemand dazu entscheidet.
      @Orchid ich kann dich so gut verstehen!!!

      Ich habe, bevor ich mich meinem Mann geöffnet habe, an eine Affäre bzw. Spielbeziehung gedacht und auch schon einen Kontakt gehabt. Es hätte wirklich gut gepasst.
      Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mich nicht immer noch reizen würde.
      Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl.

      Auch wenn ich mich inzwischen mit meinem Mann ausprobiere und auf eine Art dankbar dafür bin, dass er es wenigstens probiert, fehlt irgendwie das gewisse Etwas.

      Mir geht es wie @Columbia
      D/s ist nicht möglich, durch meinen Mann nicht auslösbar, aber auch nicht gewollt.
      Er hat schon eine gewisse Persönlichkeit, aber dafür reicht es nicht und kann ich mir mit ihm (noch) nicht vorstellen.

      Meine Ehe nach 16 Jahren aufgeben möchte ich (eigentlich) auch nicht.
      Eigentlich weil, man nie weiß was kommt und ich einfach merke, dass mir schon ordentlich was fehlt und ich irgendwie offener für andere geworden bin.
      Eine offene Ehe kommt für meinen Mann nicht in Frage, dann reicht er gleich die Scheidung ein.
      Also heimlich, Verzicht (kann ich mir auf Dauer nicht vorstellen) oder wir schaffen es doch noch so miteinander zu wachsen...

      Einen guten Rat gibt es nicht.
      Es kann nur jeder für sich selbst eine gute und lebbare Lösung finden...
      Ja, mir geht es auch ähnlich.
      Ich habe meinem Mann vor neun Monaten erzählt, was so in mir vorgeht.
      Manchmal versucht er Dinge umzusetzen.
      Aber es wird von seiner Seite aus nicht mehr. Eher weniger, wenn ich nicht manchmal daran erinnere.
      Also muss ich davon ausgehen, dass er das Wenige nur mir zu Liebe tut.

      Und doch: Ich liebe ihn, wir kennen uns nun seit 20 Jahren, und weder eine Trennung noch eine Öffnung der Beziehung kommen in Frage.
      Mein Vorteil, ich habe immer nur diese Fantasien gehabt, habe sie nie in der Realität wirklich ausprobiert/ausgelebt. Von daher kann ich mir einreden, dass ich ja gar nicht weiß, ob ich überhaupt etwas verpasse.
      Hallo ShySub,
      ich versuche hier auch mal meine Gedanken zu Deiner Frage sinnvoll zu ordnen...
      Ich habe selbst in zwei langjährigen Beziehungen gelebt, in denen Sexualität ein schwieriges Thema war. Und in der Zeit wusste ich noch nicht einmal von meiner BDSM Neigung. Ich war aber immer ein sehr sexueller Mensch, war neugierig, wollte alles ausprobieren und für mich war Sex ein elementares Bedürfnis, wie Essen und Trinken. Beide Partner waren damit sehr überfordert und ich bekam das Feedback, ich sei zu viel, zu offensiv, zu....
      Also habe ich mich zurückgeschraubt, mit dem Ergebnis, dass meine Libido irgendwann gen Null ging und ich mich schlecht und schmutzig fühlte. Ich bin emotional verblasst. Nach einer schweren Krise und der Trennung vom zweiten Mann musste ich mich mit mir selbst konfrontieren. Die Entdeckung und Anerkennung meiner Sexualität und Libido spielte eine zentrale Rolle für meine Heilung. Heute weiß ich, dass ich mit keinem Mann glücklich leben könnte, der diesbezüglich nicht ähnlich tickt, wie ich. Egal wie gut wir sonst zusammenpassen würden. Der Spatz in der Hand ist nicht immer die bessere Option.
      Ich kenne aber auch Frauen, die sich für "genau diesen Partner" gegen ihren Kinderwunsch entschieden haben und damit glücklich sind. Es gibt sicher viele Optionen seine Prioritäten zu setzen.
      Ein sehr kluger Mann, der auch im Bereich Paartherapie unterwegs war hat mal gesagt: "Manchmal muss man Nein zu jemandem sagen, damit man Ja zu sich selber sagen kann."

      Und: "Wenn nichts mehr hilft, hilft Ehrlichkeit."
      Und das funktioniert auf zwei Ebenen.
      Sei schonungslos ehrlich zu Dir selbst. Was brauchst Du, um ein glückliches, erfülltes Leben zu führen? Kannst Du Dir ehrlich vorstellen ein Leben mit Deiner Freundin zu führen, Vanillasex zu haben und auf Deine BDSM Vorlieben zu verzichten? Du wirst Deine Freundin vermutlich nicht ändern und Du musst mit dem Leben, was ist.
      Das kann für manchen funktionieren. Ob es für Dich funktioniert, kannst Du nur selber wissen.

      Die zweite Ebene ist weit schwieriger. Sei ehrlich zu Deiner Freundin.
      Du schreibst hier sehr liebevoll und anerkennend über sie. Kannst Du Dir vorstellen, Deinen Eingangspost in persönlicher Form als Brief an sie zu formulieren? Erzähle ihr von Dir, Deinen Neigungen und Wünschen, der Bedeutung, die es für Dich hat und von Deiner Zerrissenheit. "So bin ich und ich brauche Dich als Partnerin an meiner Seite, um ehrlich darüber zu sprechen."...so in etwa...oder wie immer Du es formulieren würdest.
      Vielleicht gibt ihr das die Möglichkeit sich mit Deiner Realität auseinander zu setzen und zu verstehen, dass es für Dich um mehr geht, als um ein paar Sexspielchen.

      Ich weiß, wie schwer es ist, beides zu tun. Und es gelingt mir selbst sicher nicht immer. Aber ich habe auch erlebt, welch überraschende Wendungen eine Geschichte nehmen kann, wenn ich mich getraut habe.


      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut für Deinen Prozess.

      Liebe Grüße
      Ratvis
      Hallo,
      die Lösung hab ich leider auch nicht :(
      Ich möchte meinen Entwicklungsprozess bis zum heutigen Tag nicht erzählen, sondern nur schildern, wo ich grade stehe in meiner Beziehung. Es mag vielleicht sachlich und emotionslos wirken, hart oder so... das ist wohl nur Selbstschutz, denn es nimmt mich emotional sehr mit, und ich hab genug Trauer, Schmerz und Enttäuschung hinter mir. Jeder Mensch macht solche Erfahrungen, ich bin damit nicht allein, das zeigen schon alle Erzählungen vor mir. Das tröstet mich ein wenig.

      Ich bin mir sicher, den perfekten Partner, der alles erfüllt was ich mir wünsche oder brauche, den gibt es nicht. Den werd ich nicht finden.... also ich suche auch nicht. Aber würd er mir über den Weg laufen, und ich nach eingehender Prüfung feststellen, *Yes* <3 , dann würde ich mein jetziges Leben aufgeben.

      Mein Mann und ich sind uns einig, dass wir unsere Familie und unser Haus nicht aufgeben wollen. Ich will auch seine Gesellschaft und die Sicherheit im Aussen( extrem wichtig für mich) nicht aufgeben, die er mir gibt. Im Alltag könnte ich ihn sogar Dom nennen, denn ich frage, überlasse ihm die Entscheidungen, in Geld- und Geschäftsdingen. Wir verstehen uns freundschaftlich gut, sorgen und kümmern uns um den andern. Ich mach ihm sein Essen warm, bring ihm den Kaffee...usw.

      Nur im sexuellen hab ich mich vor einem Jahr endlich getraut, Nein zu sagen. Ich finde ihn weder anziehend oder attraktiv. Ich habe keine Lust auf ihn, auf seine Art von Sex, will keine Nähe, keine Berührungen mehr. Es ist so, dass ich richtig Ekel empfinde, ich kann ihn nicht mehr riechen. Ich habs jahrelang versucht, mich bemüht um die Beziehung. Einseitig ist es schwer....

      Und wie kann ich trotzdem glückliche Moment erleben? Durch Achtsamkeit, Dankbarkeit. Ich sorge für mich selber, mach mich glücklich mit Sport, Natur, Musik, meinem Hundebaby... liebe mich selbst und meine Kinder.
      Das klingt so einfach, war aber eine qualvolle Zeit... und je nach emotionaler Tagesverfassung komm ich sehr gut bis verzweifelt schlecht damit zurecht.
      Unsere Ehe ist neu deffiniert. Offen, ohne Sex, aber freundschaftlich verbunden. Wer sagt denn, wie eine Ehe zu leben ist?
      Aktuell beginne ich eine Freundschaft+ ... vielleicht mit ein paar D/s Handlungen? Es wird sich zeigen...

      Ich wünsch uns allen Kraft und Mut für den Prozess des Lebens, den Weg zu uns selbst.
      Danke für deine Schilderung, @PeacockButterfly

      Es tut tatsächlich schon mal gut, zu sehen, dass man mit dieser Problematik nicht alleine ist, und es mehr gibt as die oberflächlichen Ratschläge des Umfelds im Stil von "Wenn du dich nicht entscheiden kannst ist alles nix und du musst dich von allem trennen und alleine bleiben" oder "Ach, das ist jetzt nur eine Phase. Ignoriers."
      Als devot veranlagter Mann hat man es da auch nicht leicht eine dominante Frau zu finden, die sadistisch veranlagt ist.

      Heute hat sich wieder eine Situation ergeben die mich ziemlich runtergezogen hat. Ich habe daraufhin meiner Freundin gesagt das ich das so nicht mehr kann, mich überhaupt nicht ernst genommen fühle und unglücklich bin mit der Beziehung. Sie zeigte sich einsichtig und entschuldigte sich für das was vorgefallen ist. Auch meinte sie das sie sich jetzt mehr bemühen will und wir morgen besprechen wie genau wir d/s in die beziehung bekommen.

      Ich bin gespannt ob das nur wieder so eine bechwichtigungsnummer ist oder ob sie diesmal anfängt was zu machen.

      Es frustriert wenn dem Partner alles andere wichtiger ist als die eigene Beziehung. Ich fühle mich dann irgendwie nicht wirklich ernst genommen.